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Sonntag, 27. März 2016

„Ostern ist das Fest des Sieges des Lebens über den Tod“

Mehrere tausend Gläubige besuchen an den Osterfeiertagen festlich gestaltete Gottesdienste

Entzünden der Osterkerze am Osterfeuer in der Vorhalle des Speyerer Domes. 

Speyer. Mehrere tausend Gläubige besuchten an den Ostertagen die festlich gestalteten Ostergottesdienste im Speyerer Dom. In der Osternacht feierten sie die Auferstehung Jesu als Höhepunkt des Karwoche und des gesamten Kirchenjahres.

„Wir glauben: Ostern ist das Fest des Sieges des Lebens über den Tod, der Liebe über den Hass, der Hoffnung und des Mutes über die Angst“, betonte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in seiner Predigt am Ostersonntag auch im Blick auf die Terroranschläge in Brüssel. „Ostern ist die größte Ermutigung, die es geben kann, dem Terror der Gewalt und der Macht des Todes zu widerstehen.“

Der Terror ziele darauf ab „uns in unseren Lebensgrundlagen zu erschüttern und unsere zivilisierte Gesellschaft in der Wurzel zu destabilisieren“, beschrieb Wiesemann die Strategie der Terroristen. Der Terror wolle Menschen radikalisieren, alle Räume der Verständigung, der Versöhnung, der Offenheit verschließen und Menschen durch die Unberechenbarkeit der Anschläge in einen permanenten Zustand der Unsicherheit und Angst versetzen. „Diese Strategie geht auf, wenn auch bei uns die Angst zum politisch bestimmenden Faktor wird. Wenn auch wir in unserer Gesellschaft, die aus unterschiedlichen Kulturen und Religionszugehörigkeiten zusammengesetzt ist, uns gegenseitig unter Generalverdacht stellen“, warnte Wiesemann.
Zwar gebe es viele Menschen, die die Werte unserer Gesellschaft verteidigten und sich nicht in die Logik der Angst, des Hasses und der Gewalt hineinzwingen lassen wollten. Trotzdem gebe es aber auch die „Angst der Menschen, die wir sehr ernst nehmen müssen – und sie nicht denen überlassen dürfen, die daraus Profit ziehen wollen“, so der Bischof.

In den Osterberichten des Neuen Testamentes würden Angst, Schmerz und Trauer der Menschen nicht überspielt, sondern ernst genommen. Der auferstandene Jesus dringe jedoch jedes Mal „in den aus Angst verschlossenen, im Schmerz verfangenen, in der Verwundung durch den Hass blind gewordenen Raum des Herzens vor“, trotz aller Widerstände. „Er dringt dorthin vor, wo die menschlichen Zwischenräume durch die Macht des Todes ganz klein und starr geworden sind“, erklärte Wiesemann.

Viele Menschen lebten aus dieser Kraft des Auferstandenen. Beispiel dafür seien die Ärzte ohne Grenzen und die humanitären Helfer, die sich um der Menschen willen in die Todeszonen dieser Welt wagten, die sich nicht einschüchtern ließen, „sondern auch den Abgründen dieser Welt ein menschliches Angesicht geben“ oder Journalisten, die um der Wahrheit willen ihr Leben wagten, Polizisten und Sicherheitskräfte, „die unsere Freiheit schützen sowie die Soldaten, die nicht Krieg schüren, sondern mit ihrem Lebenseinsatz die Spielräume des Dialoges, der Möglichkeit für Versöhnung und Frieden sichern helfen und seien sie noch so klein“, erläuterte Bischof Wiesemann.

Er drückte seine Bewunderung und Anerkennung für dieses Engagement aus: “Was für eine Liebe zum Menschen, zu seiner Würde lebt hier! Was für eine Kraft, sich nicht den Todesmächten zu beugen! Für mich ist es die Kraft des Auferstandenen, der immer wieder todesmutig in die Todeszonen der Menschen tritt und jene Zwischenräume der Menschlichkeit aufrichtet, in denen das Leben, die Liebe und die Würde siegen, so lange bis einst diese Zwischenzeit beendet ist und als letzter Feind der Tod vollends entmachtet wird und Gericht gehalten wird über diese Welt “, bekannte Wiesemann.

Das Pontifikalamt am Sonntag wurde musikalisch vom Mädchenchor, den Domsingknaben, dem Domchor und den Dombläsern unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori gestaltet. Sie spielten und sangen die Missa „Salve Regina“ von Jean Langlais und Liedsätze von Robert Jones und Gregor Aichinger. An der Orgel musizierte Domorganist Markus Eichenlaub.

In der Taufe wird der Auferstandene im Leben der Menschen sichtbar

In seiner Predigt in der Osternacht sagte Bischof Wiesemann, die Auferstehung Jesu Christi sei durch die Entmachtung des Todes das entscheidende Ereignis der Weltgeschichte. Der Auferstandene habe sich in die Todeszone des Menschen hineinbegeben, in der die Angst so groß sei, dass der Mensch sich vor allem verschließe. Der Bischof verwies auf die Jünger Jesu, die nach dessen Tod zunächst ganz von Angst erfüllt gewesen seien. Doch die Begegnung mit dem Auferstandenen habe zu einer grundlegenden Veränderung geführt. Die Apostel seien aus dieser Erfahrung heraus bereit gewesen, ihr Leben für die Botschaft Jesu zu wagen. 

Der Bischof betonte, in der Taufe werde der Auferstandene in seiner Kraft sichtbar in unserem Leben. Er führe durch Angst und Finsternis in das Licht. Deshalb war es für Bischof Wiesemann eine besondere Freude, dass er im Rahmen der nächtlichen Feier einem Kommunionkind das Sakrament der Taufe spenden konnte. 

Begonnen hatte der Gottesdienst in der Domvorhalle. Am Osterfeuer entzündete der Bischof die Osterkerze, anschließend wurde das Licht an alle Gläubigen in der voll besetzten Kathedrale weitergegeben.

Für die musikalische Gestaltung des Pontifikalamtes in der Osternacht sorgten unter der Gesamtleitung von Domkapellmeister Markus Melchiori die Schola Cantorum Saliensis unter Leitung von Christoph Keggenhoff, Mitglieder des Domchores Speyer, die Capella Spirensis, die Dombläser Speyer sowie Domorganist Markus Eichenlaub.

Weihbischof Georgens predigte bei Karfreitagsliturgie

„Die Entdeckung der Kreuzgestalt vor ca. 30 000 Jahren gehört zu den Sternstunden der Menschheit “, erklärte Weihbischof Otto Georgens in der Karfreitagsliturgie. Das Kreuz sei unter anderem Sinnbild der vier Himmelsrichtungen, der vier Elemente und Grundmuster für viele Bauten. Und auch der Mensch habe mit ausgebreiteten Armen eine Kreuzgestalt, so Georgens. Mit der Einführung der Kreuzigung als Todesstrafe hätten die Römer aber dieses „Ursymbol des Lebens“ zu einem „Symbol des Todes“ gemacht. Auch das Kreuz Jesu sei „zum Sinnbild für unschuldiges Leiden, für Unterdrückung und gewaltsamen Tod“ geworden. „Aber das Kreuz Jesu Christi hat noch eine andere Seite. Es ist das Zeichen für den Sieg der Liebe über den Tod“, betonte der Weihbischof. Zwar gebe es kein Leben ohne Kreuz und Leid aber: „Das Kreuz sagt uns: Du bist in schweren Stunden nicht allein. Du bist als Leidgeprüfter nicht allein. Da ist einer, der mit dir das Kreuz trägt, der an deiner Seite ans Kreuz festgenagelt ist, der solidarisch mit dir ist.“

Der Domchor unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori sang beim Karfreitagsgottesdienst die „Johannespassion“ von Hermann Schroeder und Liedsätze von Monteverdi, Bardos, Chilcott und „O Haupt voll Blut und Wunden“ von Johann Sebastian Bach.

Predigt von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann am Ostersonntag im Wortlaut

Predigt von Weihbischof Otto Georgens am Karfreitag im Wortlaut
 

Text: is/Foto: Klaus Landry

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