A - Z Stichwortsuche

Bitte wählen Sie einen Buchstaben aus:

Zur Landkarte Bistum

Informationen

Dekanate

In dieser Übersicht finden Sie alle Dekanate im Bistum Speyer.

Dekanat 1 Bad Dürkheim


Dekanat 2 Donnersberg


Dekanat 3 Germersheim


Dekanat 4 Kaiserslautern


Dekanat 5 Kusel

Dekanat 6 Landau


Dekanat 7 Speyer


Dekanat 8 Pirmasens


Dekanat 9 Saarpfalz


Dekanat 10 Ludwigshafen

Donnerstag, 24. März 2016

BDKJ-Vorstand trifft Tobias Lindner (MdB)

Generationengerechtigkeit im Zentrum des jugendpolitischen Gesprächs

Tobias Lindner im Gespräch mit Heike Vogt (Mitte) und Lena Schmitt.

Tobias Lindner im Gespräch mit Heike Vogt (Mitte) und Lena Schmitt. 

Speyer. Die Gesellschaft in Deutschland wird immer älter. Damit wird es schwieriger, den Interessen junger Menschen Stimme und Gewicht zu geben. Deshalb hat sich der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Speyer das Thema Generationengerechtigkeit auf die Fahnen geschrieben. Den Dachverband katholischer Kinder- und Jugendverbände leitet die Frage: Wie gelingt es, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Jugendliche ihre Meinung in den Diskurs in Kirche, Politik und Gesellschaft einbringen können?

Gestern trafen sich die beiden Diözesanvorsitzenden des BDKJ Speyer Lena Schmidt und Heike Vogt mit Tobias Lindner (Bündnis 90/ Grüne). Der Bundestagsabgeordnete aus der Pfalz stand im Rahmen der jugendpolitischen Gespräche des BDKJ Rede und Antwort zu den Themen Generationengerechtigkeit und Jugendbeteiligung. Lindner sprach sich dafür aus, gerechte Beteiligung aller Generationen durch einen leichten Zugang zu Bildung möglich zu machen.

Es brauche gute Betreuungsangebote für Kleinkinder und gute Schulen, die mehr als reines Wissen vermittelten. Zudem warb Lindner dafür, das Ehrenamt in Vereinen und Verbänden zu stärken und für gute Rahmenbedingungen wie etwa Versammlungsstätten Sorge zu tragen. Vogt unterstrich diese Forderung: "Außerschulisches Engagement ist auch Lernen", sagte sie im Hinblick auf das Bildungspotential der Vereine und Verbände.

Zu einer generationengerechten Gesellschaft gehöre, so Lindner, auch die Ermöglichung einer guten Berufsausbildung, sowohl im Bereich der universitären Bildung als auch im Bereich der Ausbildungsberufe. Letztlich trügen flexible Arbeitszeitmodelle und eine gerechte soziale Sicherung dazu bei, ein Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen der verschiedenen Generationen herzustellen. Das gelte auch für die Altersvorsorge: "Wir dürfen junge Leute nicht heute ausbeuten, auf Kosten einer schlechten Alterssicherung in der Zukunft", sagte Lindner.

Vogt verwies im Gespräch auf die vom BDKJ geforderte Wahlalterabsenkung und warb für eine stärkere Politisierung junger Menschen. Dem schloss sich Lindner an und stellte deutlich heraus, was auch Forderung des BDKJ ist: "Das finde ich gut. Aber wir müssen die politische Bildung dann anders machen als bisher. Wir müssen viel früher in den Schulen die Debattenkultur stärken. Und die politischen Parteien brauchen neue Formate, damit Menschen sich besser einbringen können", erklärte der Bundestagsabgeordnete.

Vor dem Hintergrund der Landtagswahlergebnisse stellte Schmidt die Frage nach dem Umgang mit rechtspopulistischen Parteien. Lindner sprach sich für ein situatives Abwägen aus: "Man muss Populisten in der Sache stellen. Nicht jeder Mensch, der Fragen und Ängste hat, ist gleich ein Rechtspopulist. Dann müssen wir den Ängsten begegnen und die Fragen beantworten". Vogt sprach sich für einen kritischen Blick der an Politik beteiligten Akteure aus. Diese müssten sich angesichts der Wahlergebnisse rechtspopulistischer Parteien fragen, ob sie in bestimmten Milieus noch sprachfähig seien: „Die Herausforderung ist für uns alle: Wie machen wir uns für möglichst viele Menschen verstehbar? Wie kommen wir über den Tellerrand? Das gilt für Parteien genauso wie für die katholischen Jugendverbände", sagte die BDKJ-Diözesanvorsitzende.

Die Verschiedenheit innerhalb der Gesellschaft war Dreh- und Angelpunkt des Gesprächs. So warben Schmidt und Vogt für bewussten Umgang mit Diversität. Lindner unterstützte die Forderung nach gleichen Chancen für Frauen und Männer im Beruf: "Ich finde: Man muss Vielfalt in der Gesellschaft als Bereicherung erleben. Ich will nicht in einer Welt leben, in der die Grundschullehrer nur Frauen und die Ingenieure nur Männer sind", sagte er mit Blick auf die Genderdebatte.  
 
Das Gespräch fand im Rahmen der jugendpolitischen Strategie des BDKJ auf Bundesebene statt. Unter der Motto "u28- Die Zukunft lacht!" sucht der BDKJ Gesprächspartner aus den Reihen der Kommunal-, Landes- und Bundespolitikerinnen und -politiker. Gemeinsam mit ihnen wagt er den Blick durch die Brille junger Menschen und bewertet politische Entscheidungen im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit.

Weitere Informationen:  http://www.bdkj.de/bdkjde/themen/u28.html

Text/Foto: BDKJ

Anzeige

Anzeige