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Mittwoch, 15. Februar 2017

Kolpingwerk empfängt Besuch aus Brasilien

Kommunikation und Projektarbeit als Gesprächsthemen – „Partnerschaft auf Augenhöhe“

Im Kolpingbüro überreicht Diözesanvorsitzender Andreas W. Stellmann dem Gast aus Brailien, João Ederson de Oliveira e Silva, Schal und Mütze gegen die Kälte in Deutschland. 

Kaiserslautern. Besuch aus Brasilien ist in der Diözesangeschäftsstelle des Kolpingwerkes in Kaiserslautern keine Seltenheit. Schließlich sind das Obra Kolping do Brasil und sein Gliedverband im nordbrasilianischen Bundesstaat Tocantins seit vielen Jahren Partner des Kolpingwerkes im Bistum Speyer. Gemeinsam mit dem Brasilienreferenten des Internationalen Kolpingwerkes in Köln, Martin Rüber, kam der neue Geschäftsführer des Kolping-Nationalverbandes in Sao Paulo, João Ederson de Oliveira e Silva, nach Kaiserslautern, um sich vorzustellen, alle aktuellen Themen der Partnerschaftsarbeit zu besprechen und offene Fragen zu beantworten.

Für den Diözesanverband Speyer nahmen Vorsitzender Andreas W. Stellmann, der Verantwortliche für die Partnerschaftsarbeit, Walter Rung, Diözesanpräses Michael Baldauf und Diözesansekretär Thomas Bettinger an den Gesprächen teil. Neben Martin Rüber sorgte Angelika Weis, ehemalige Sekretärin im Diözesanbüro, als Dolmetscherin für eine gute Verständigung. Am Abend kam es zu einer weiteren Begegnung mit dem Arbeitskreis Eine Welt / Brasilien, in dem die Partnerschaftsarbeit des Verbandes thematisiert, reflektiert und organisiert wird. Die Mitglieder des AK sind fast alle mindestens einmal selbst in Brasilien gewesen im Rahmen von Arbeitseinsätzen oder Informationsreisen.

Verbesserung der Kommunikation
Inhaltlich ging es in den Gesprächen vor allem um die Verbesserung der Kommunikation zwischen allen beteiligten Partnern auf den unterschiedlichen Verbandsebenen in Deutschland und Brasilien. Die Partnerschaftsarbeit ist ein diffiziles Zusammenspiel zwischen dem Obra Kolping do Brasil in Sao Paulo, dem Kolping-Landesverband Tocantins in Palmas, dem Internationalen Kolpingwerk in Köln, besonders seinem Rechtsträger, dem Sozial- und Entwicklungshilfe des Kolpingwerkes e.V. (SEK), und den Verantwortlichen des Kolpingwerkes Diözesanverband Speyer in Kaiserslautern, ein Zusammenspiel, das immer wieder neu der Justierung bedarf. Drei der vier Partner saßen am Konferenztisch in Kaiserslautern, um die Regeln der Zusammenarbeit zu überprüfen, neu auszurichten oder auch effektiver zu gestalten.

Ederson berichtete ausführlich vom aktuellen Entwicklungsprozess des brasilianischen Kolpingwerkes, das eine grundlegende Neustrukturierung des gesamten Verbandes zum Ziel hat. Neben der Neuorganisation auf Nationalebene mit ihren Entscheidungsgremien erfolge nun die Neuausrichtung der verbandlichen Strukturen auf der Ebene der Bundesstaaten und der Aufbau einer funktionierenden Kommunikation zwischen Landesverbänden und Nationalverband. In einem dritten Schritt will das Kolpingwerk Brasilien die inhaltliche Arbeit verbessern, vor allem die verbandliche Bildung verstärken, dies auch auf der Ebene der Kolpingsfamilien, den Comunidades Kolping, wie sie in Brasilien heißen. Ein Projekt, das der Diözesanverband Speyer mit großem Interesse verfolgt und besonders unterstützen will:

Aufbau und Weiterentwicklung von Verbandsstrukturen
Die Partner sehen in der intensiven Schulung der ehrenamtlichen Funktionsträger und der hauptamtlichen Koordinatoren die Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung des Landesverbandes, die Gründung weiterer Kolpingsfamilien in Tocantins, das eigenverantwortliche Arbeiten der Kolpingsfamilien und die erfolgreiche Projektarbeit. Überregionale Treffen der Vorsitzenden, Schulungen zur Idee, der Institution und den Zielen des Kolpingwerkes sowie Kurse zum Engagement in Gesellschaft und Politik, zu Recht, Finanzen und Steuern und die Bildung von Jugendgruppen sollen gefördert werden, um den Verband auf- und auszubauen.

Entwicklung im ländlichen Raum 
Die ländlichen Gebiete, die den Großteil von Tocantins umfassen, leiden unter der schlechten Infrastruktur, fehlenden Ausbildungs-, Arbeits- und Einkommensmöglichkeiten. Mangelnde Perspektiven verleiten viele, meist junge Leute dazu, ihr Glück in den großen Städten zu suchen, wo sie allzu oft im Elend der Favelas der Großstädte enden. Auch Drogen und Kinderprostitution sind ein großes Problem. Projekte, die jungen Menschen eine Lebensperspektive geben, sie vor Drogen bewahren, die schulische und Berufsausbildung fördern und dauerhaft sowie ausreichend Einkommen sichern, sind im ländlichen Raum unverzichtbar, um den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen. Sie sind ein Schwerpunkt der Partnerschaftsarbeit von Kolping Brasil und Kolping Speyer.

Bau von Bildungs- und Sozialzentren 
Bisher hat der Diözesanverband Speyer den Bau von drei Kolpinghäusern im Bundesstaat Tocantins ermöglicht und mit einem Arbeitseinsatz tatkräftig unterstützt. Engagierte brauchen Raum, um sich regelmäßig zu treffen, Bildungsmaßnahmen anbieten zu können, gemeinsam zu arbeiten und Einnahmen für die Gemeinschaft zu erwirtschaften. In armen Gegenden, wo Menschen nicht immer ein festes Dach über dem Kopf haben, die Wohnhäuser klein und einfach sind, ist ein Kolpinghaus notwendiger Teil zur Pflege von (Kolping-) Gemeinschaft. Es ist Schulungsraum, Treffpunkt der Jugend und Raum für Familienfeiern. Kolpinghäuser – seien sie auch noch so einfach – schaffen Identität, sind sicherer Hort für junge Menschen sowie Orte der Begegnung und Ausbildung für alle gesellschaftlichen Gruppen. „Von Kolping leben manchmal ganze Regionen“, sagt Walter Rung, der die Partnerschaftsarbeit im Diözesanverband mit Leidenschaft vorantreibt. Auch in Zukunft will der Diözesanverband Speyer den Erwerb und Bau von solchen Bildungs- und Sozialzentren ermöglichen.

Derzeit unterstützt der Diözesanverband Speyer den weiteren Aufbau des Landesverbandes Tocantins, vor allem die Vorstandsarbeit mit einen hauptamtlichen Koordinator, im Norden des Landes ein Fußballprojekt für Kinder und Jugendlichen und Einkommen schaffende Projekte im ländlichen Bereich sowie die Fertigstellung des Kolpinghauses in Riachinho, in dem aber schon Verbandsarbeit stattfindet. 

In Kaiserslautern zeigte sich wieder, dass die deutsch-brasilianische Partnerschaft eine Partnerschaft auf Augenhöhe ist, in der Freunde im gleichen Geist miteinander für Ideale und Ziele Adolph Kolpings arbeiten. „Partnerschaft lebt von den handelnden Personen“, betont Diözesanvorsitzender Andreas Stellmann. „Ein vertrauensvolles Miteinander und der persönliche Austausch sind deshalb besonders wichtig.“ Der Diözesanverband Speyer werde auch künftig alle Maßnahmen in Brasilien aktiv begleiten. Ein Partnerschaftsbesuch von Walter Rung in Sao Paulo und Tocantins ist für dieses Jahr geplant.

Text/Foto: Kolping

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