Diakon

Schon zur Zeit der ersten Christen gab es in der Kirche einen besonderen „Dienst“ der Nächstenliebe und der Verkündigung. Jünger, die diesen Dienst übernahmen, wurden „Diakone“ genannt, was aus dem griechischen Wort „diakonein“ abgeleitet ist und so viel bedeutet wie „dienen“. Ihr ganzer Lebensinhalt war es, dem Beispiel Jesu zu folgen (vgl. Mk 10,45).

Nach einer wechselvollen Geschichte – lange Zeit war der Diakonat nur noch eine Art Vorstufe auf dem Weg zum Priesteramt - beschloss das Zweite Vatikanische Konzil, diesen Dienst als eigenes Amt in der Kirche wieder neu zu beleben. „Ständiger“ Diakon bedeutet deshalb, dass der Dienst des Diakons keine Vorstufe auf dem Weg zum Priesteramt ist, sondern ein ständig ausgeübtes Amt.

Im Bistum Speyer arbeiten 19 Ständige Diakone im Hauptamt und 25 Diakone mit einem Zivilberuf, die ihr Amt also nebenberuflich ausüben. In ihrem Dienst sind die Ständigen Diakone in das pastorale Gefüge vor Ort in der Pfarrei eingebunden. Ihr pastorales Mühen ist deshalb auch auf Gemeinschaft und auf Kooperation mit allen pastoralen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hin ausgerichtet.

Neben ihrem Einsatz in der Verkündigung, im Gottesdienst und der Feier der Sakramente setzen sich die Ständigen Diakone im Alltag der Pfarrei vor allem sichtbar für den sozial-caritativen Dienst an den gesellschaftlichen Randgruppen, Benachteiligten und Hilfsbedürftigen ein. So repräsentieren die Diakone auf eigene Weise die diakonische Verantwortung des kirchlichen Weiheamtes. Sie tun dies auf Grund ihrer durch das Weihesakrament entstandenen Bindung an Christus und die Kirche, in Gemeinschaft mit dem Bischof und seinem Presbyterium, in ihrem Dienst in der Diakonie, der Liturgie, des Wortes und der Liebestätigkeit (vgl. LG 29).

Die Ständigen Diakone

•    arbeiten mit in der Seelsorge der Gemeinde
•    sind für die am Rand der Gesellschaft Stehenden da
•    besuchen Alte und Kranke, Behinderte und begleiten Sterbende
•    bereiten Menschen auf den Empfang der Sakramente vor
•    assistieren dem Priester in der Eucharistiefeier
•    predigen im Gottesdienst
•    spenden die Taufe und halten Trauungen
•    leiten Begräbnisfeiern und begleiten Trauernde
•    bringen alten und kranken Menschen die heilige Kommunion
•    feiern Wortgottesdienste, Andachten und halten Segnungsfeiern

Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen?

Bewerber für den Diakonat können verheiratet sein oder sich bei der Weihe zum Zölibat verpflichten. Das Mindestalter zum Zeitpunkt der Weihe liegt bei 35 Jahren. Die Ausbildung muss bis zum 55. Lebensjahr aufgenommen werden. Bei verheirateten Bewerbern ist das Mittragen der geistlichen Berufung durch die Ehefrau unentbehrliche Bedingung. Die Ehefrau muss ausdrücklich der Ausbildung und Weihe zustimmen.

Welche schulische und berufliche Vorbildung wird vorausgesetzt?

Mindestens Mittlere Reife oder ein entsprechender Bildungsstand, d. h. abgeschlossene Berufsausbildung und Berufserfahrung.

Wie wird man ständiger Diakon?

Diakon im Zivilberuf
Die Ausbildung dauert im Normalfall fünf Jahre und erfolgt berufsbegleitend. Die theologische Ausbildung ist, soweit nicht schon gegeben, durch den Würzburger Fernkurs (Grund- und Aufbaukurs) zu leisten. Dieser theologische Kurs kann auch schon vor einer Bewerbung um den Diakonat begonnen oder absolviert werden. Während der theologischen Ausbildung erfolgt die pastorale Ausbildung. Diese dauert vier Jahre, hinzu kommt der 9 monatige Weihekurs. Sie erfolgt an Studientagen (Freitag/Samstage) und während einer Studienwoche pro Jahr. Vor der Admissio findet das Gemeindepraktikum statt.

Diakon im Hauptamt
Zum hauptberuflichen Diakonat gibt es zwei Zugangswege:
Gemeinde- bzw. Pastoralreferenten mit mehreren Jahren Praxis in der Gemeindepastoral können nach dreijähriger Teilnahme an der diözesanen Ausbildung im Bewerberkreis für den Ständigen Diakonat zur Weihe zugelassen werden.
Diakone im Zivilberuf ist der Zugang zum Hauptamt nach  abgeschlossener Diensteinführung und entsprechenden pastoralen Zusatzqualifikationen möglich.

Was kostet die Ausbildung?

Die Kosten übernimmt die Diözese. Lediglich die Auslagen für die Ausbildung und Veranstaltungen von Theologie im Fernkurs und die Fahrten zum Treffen des Bewerberkreises sind durch den Bewerber aufzubringen.

Downloads

Ausbildungs- und Dienstordnung für den Ständigen Diakonat im Bistum Speyer (pdf )

Persönliche Anforderungen der Diakone im Blick auf Ehe und Familie (pdf)


Links

Ausbildung zum Ständigen Diakon am Pastoralseminar
www.priesterseminar-speyer.de/diakon

Arbeitsgemeinschaft Ständiger Diakonat in Deutschland
www.staendiger-diakonat.de

Theologischer Fernkurs
https://fernkurs-wuerzburg.de/


Bischöflicher Beauftragter:
Regens Markus Magin
Am Germansberg 60
67346 Speyer
Tel: 06232 6030 0
Fax: 06232 6030 30
E-mail: priesterseminar@sankt-german-speyer.de

Zuständig für Aus-, Fort- und Weiterbildung, Personaleinsatz:
Diözesanreferent
Mathias Reitnauer, Diakon
Tel: 06232 102 160
Fax: 06232 102 150
E-mail: diakone@bistum-speyer.de

Geistlicher Begleiter / Spiritual
Martin Seither, Pfarrer
Telefon: 06232 6030-32
Telefax: 06232 6030 30
E-Mail: martin.seither@bistum-speyer.de