Die bigMESSAGE-Manuskripte vom 8. bis 17. Juni 2021

Autor: Uwe Burkert, Speyer


Thema: Was bist Du bereit – zu tun für gutes Leben?

Dienstag, 8. Juni 2021, 20:45 Uhr

Wie sieht sie aus, die Welt – in der Du leben willst? Ohne Corona, schon mal klar. Und sonst? Sollen alle vor allen Dingen erst mal für sich selber sorgen – oder wär's 'ne gute Idee, alle sorgen miteinander füreinander? Sollen diejenigen das Sagen haben, die am lautesten sind, am stärksten, am schönsten, die das meiste Geld haben? Oder sollen alle gemeinsam mithelfen und ihre Ideen einbringen können für ein gutes, faires, gerechtes Miteinander und Zusammenleben? Wie sieht sie aus, die Welt – in der Du leben willst? Sollen einige sich als große Alleskönner und Alleschecker aufführen – wie's teilweise gerade wieder Mode geworden ist? Oder sollen möglichst alle miteinander schauen, wie was wann mit wem am besten geht – sodass möglichst alle möglichst viel davon haben? Wie das gehen könnte? Die sogenannte Goldene Regel Jesu wäre dafür zum Beispiel eine gute Idee aus dem Matthäusevangelium: "Alles, was ihr wollt, das euch die Menschen tun, das tut auch ihnen!" (Mt 7,12a) Wie sieht sie aus, die Welt – in der Du leben willst? Und was bist Du bereit – dafür zu tun?


Thema: Zu sein wie Gott? Üb' achtsam pur präsent zu sein!

Donnerstag, 10. Juni 2021, 20:45 Uhr

Wann hast Du zum letzten Mal zehn Minuten gebraucht, um eine Rosine zu essen? Zehn Minuten? Für eine Rosine? Ja – zehn Minuten. Schau Dir die Rosine erst mal in aller Ruhe an: Welche Farbe hat sie? Wie fühlt sie sich an? Riech' mal an der Rosine. Dann lass' die Rosine auf Deiner Zunge zergehen, spiel' mit ihr an den Zähnen entlang, roll' sie über den Gaumen, entlock' ihr alle Geschmacksnuancen, die Du schmecken kannst! So kannst Du Achtsamkeit üben; kannst Du üben, bei einer Sache zu bleiben, ganz da zu sein im Hier und Jetzt. So wie Gott, der rein gegenwärtig ist, pur präsent. Nichts ist einfacher – und nichts zugleich schwieriger: als dieses Dasein zu üben im Hier und Jetzt, bei jedem Schritt, den Du setzt: zuhause, auf der Arbeit, zur Arbeit, beim Einkaufen, im Wald. Du kannst die andern so aufmerksam betrachten wie die Rosine und Dich selber. Und Du wirst an kein Ende kommen - vor lauter Staunen darüber, was Du alles entdeckst. Du bist nicht Gott. Aber Du kannst üben, zu sein wie Gott. Trau' Dir – trau' Dich!


Thema: Was bist Du bereit – zu tun für gutes Leben? (2)

Dienstag, 15. Juni 2021, 20:45 Uhr

Wie sieht sie aus, die Welt – in der Du leben willst? Sollen dort vor allem die Kinder bestimmen, wo's lang geht - oder lieber die Alten mit ihrer großen Lebenserfahrung? Soll Städteplanung vor allem Rücksicht nehmen auf Menschen mit Handicaps? Sollen Steuergelder vor allem ausgegeben werden für diejenigen, die zu kurz kommen und am Rand stehen: für Langzeitarbeitslose, chronisch Kranke, für Flüchtlinge oder Obdachlose? Wie sieht sie aus, die Welt – in der Du leben willst? Dominieren dort die Gesunden die Kranken? Die Starken die Schwachen? Die Reichen die Armen? Die Klugen die Ungebildeten? Die Deutschen die Zugezogenen? Die Männer die Frauen? Die Frauen die Männer? Oder versuchen dort möglichst alle miteinander danach zu schauen, was wem am besten weiterhilft – sodass möglichst alle ein möglichst gutes Leben haben? Wie das gehen könnte? Die sogenannte Goldene Regel Jesu wäre dafür zum Beispiel eine gute Idee aus dem Matthäusevangelium: "Alles, was ihr wollt, das euch die Menschen tun, das tut auch ihnen!" (Mt 7,12a) Wie sieht sie aus, die Welt – in der Du leben willst? Und was bist Du bereit – dafür zu tun?


Thema: Nobody is perfect - aber alle sind ein Unikat Gottes!

Donnerstag, 17. Juni 2021, 20:45 Uhr

Hast Du auch schon mal von neuen Klamotten außer Pflegehinweisen ein Schildchen abgetrennt, auf dem übersetzt ungefähr das steht: "Die Unvollkommenheiten, die Unregelmäßigkeiten sind eine qualitative Einzigartigkeit und sollten betrachtet werden, sollten angesehen werden, sollten geschätzt werden als Gewinn, nicht als Defekt, nicht als Mangel." Und hast Du schon mal gesehen – dass wir alle so ein Schildchen tragen? Alle Menschen laufen mit diesem unscheinbaren, kleinen, aber feinen Etikett herum: "Die Unvollkommenheiten sind eine qualitative Einzigartigkeit und sollten geschätzt werden als Gewinn, nicht als Mangel." Egal ob dick oder schlank, sportlich oder nicht, reich oder arm, schwarz oder weiß. Wenn Du so mit anderen zusammen lebst und schaust auf andere, bist Du näher bei Gott und bei Gottes Blick auf die Menschen, als wenn Du Perfektionismus lebst und predigst. Glaube ich jedenfalls. Denn wie sonst könnte die Bibel vollmundig behaupten in einem Gebet an Gott: "Was ist der Mensch, dass Du an ihn denkst? Und doch hast du den Menschen nur wenig geringer gemacht als Gott." Jeder Mensch: unvollkommen – und doch einzigartig. Oder, was meinst - was glaubst Du?