Die bigMESSAGE-Manuskripte vom 9. bis 18. Juni 2020

Autor: Uwe Burkert, Seyer


Thema: "Normal" – ist nicht mal Gott, oder?

Dienstag, 9. Juni 2020, 20:45 Uhr

Was ist für Dich normal - und was nicht? Seitdem das Corona-Virus über den Planeten fegt, ist Vieles "normal", was vorher unvorstellbar gewesen ist. Mit Mund-Nase-Schutz einkaufen gehen? Das neue Normal. Sich zu Restaurantbesuchen und Gottesdiensten schriftlich anmelden? Normal. Lieferservice vom Metzger? Normal. Das Wörtchen "Normal" kommt aus dem Lateinischen und bezeichnet im alten Rom das Winkelmaß der Zimmermänner. Dass Du an jeder Ecke hier in Deutschland eine Pizza kaufen kannst - ist das normal? Heute schon, früher nicht. Was ist "normal": dass Männer mit Frauen zusammenleben oder Frauen mit Männern oder Männer mit Männern oder Frauen mit Frauen? "Normal" ist das alles nicht – aber auch nicht unnormal. Sondern – wie das richtige Leben, wie Leben überhaupt, das flexibel ist, abwechslungsreich, bunt, und nur zum Teil planbar und berechenbar. "Normal" – ist nicht mal Gott. Im Gegenteil – er/sie/es ist so unnormal, dass unsere Vorstellungskraft nicht ausreicht, um Gott zu erfassen, zu begreifen, irgendwo dingfest zu machen. Gott ist bunt und schillernd und alles Mögliche – nur nicht das, wofür wir ihn halten. Ist das noch - normal? Oder was ist für Dich – normal?


Thema: "Vronlichnam": Quicklebendig und demonstrativ!

Donnerstag, 11. Juni 2020, 20:45 Uhr

Quicklebendig ist der Fron-Leichnam, der "lebendige Leib des Herrn”, wie das alte deutsche Wort "vronlichnam” etwa zu übersetzen ist. Den "lebendigen Leib" des Herrn stellen heute Christinnen und Christen in den Mittelpunkt – teils sogar in kostbaren Monstranzen. Um so anschaulich zu demonstrieren, was sie glauben: dass Jesus leibhaftig da ist im heiligen Brot. Quicklebendig zeigen sich Christinnen und Christen aber auch selber - genau dadurch: dass sie demonstrieren, das ist der Gott, an den wir glauben. Schon der Apostel Paulus schwärmt im Neuen Testament von der Kirche als lebendigem Leib Christi mit seinen vielen, vielen Gliedern und dass jedes Glied seine besondere Aufgabe hat wie Auge, Ohr, Fuß und Hand und dass nur alle zusammengenommen ein brauchbares Ganzes ergeben. Gott hat jedes einzelne Glied so in den Leib eingefügt, wie es seiner Absicht entsprach, schreibt Paulus an die Korinther (1 Kor 12,18). So ist jede Christin, ist jeder Christ von Gott besonders geadelt. Adel allerdings verpflichtet. Zum Beispiel zu zeigen, was und an wen man glaubt. An was und wen glaubst Du? Und wann und wem - zeigst Du das?


Thema: Wie Dich selbst! Die Basis für Nächstenliebe

Dienstag, 16. Juni 2020, 20:45 Uhr

Woran orientierst Du Dich bei dem, was Du tust? Was steht als Motto auf Deinem persönlichen Kompass, der Dich durch's Leben führt alle Tage? Liebe deinen Nächsten wie dich selbst? So wie die Bibel im ersten und im zweiten Teil, im Alten und im Neuen Testament, auf den Punkt bringt und zentral zusammenfasst, worauf's ankommt im Leben, im menschlichen Miteinander und Füreinander? Denn dabei sind ja beide Motto-Teile wichtig – auch "wie dich selbst"! Denn wenn Du nicht auch für Dich selber sorgst, fürsorglich umgehst mit Deinen Kräften und Möglichkeiten, wenn Du Dich und Deine eigenen Grenzen nicht respektierst, bist Du irgendwann am Ende – und kannst niemanden mehr lieben: keine Nächsten und auch Dich selber nicht. Oder Du bist so unbarmherzig, rücksichtslos, immer weiter und immer fordernd wie zu Dir selbst – auch zu Deinen Nächsten. Wenn Du zu oft am Limit läufst – verlangst Du das irgendwann auch von anderen. Liebe deinen Nächsten – wie dich selbst. Beides ist wichtig: Selbst-Fürsorge und sich um andere zu kümmern. Oder – was glaubst Du?


Thema: Goldene Regel? Tu, was Du von anderen erwartest!

Donnerstag, 18. Juni 2020, 20:45 Uhr

Woran orientierst Du Dich bei dem, was Du tust? Was steht als Motto auf Deinem persönlichen Kompass, der Dich durch's Leben führt alle Tage? Die Goldene Regel, im Volksmund zusammengefasst: Was du nicht willst, was man dir tu – das füg auch keinem andern zu? Dabei lautet das Original noch zupackender und aktiver: "Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihnen!" (Mt 7,12) So formuliert Jesus die sogenannte Goldene Regel in seiner weltberühmten Bergpredigt im Matthäusevangelium. Also vermeide nicht nur, etwas zu tun, was Du selber auch nicht mögen würdest. Sondern aktiv und positiv: Was Du Dir von anderen wünschst, wie Du von anderen behandelt werden möchtest – so mach's umgekehrt auch mit den andern. Wenn Du selber Probleme hast mit Kinderbetreuung und Home-Office und Home-Schooling – was würdest Du Dir von anderen wünschen? Wenn Du selber nicht mehr einkaufen könntest oder traurig wärest – was würdest Du Dir von anderen wünschen? Die Goldene Regel Jesu als Motto auf Deinem Kompass, der Dich durch's Leben führt: wär' das was - oder warum eher nicht?