Die bigMESSAGE-Manuskripte vom 21. bis 30. April 2020

Autor: Uwe Burkert, Speyer


Thema: Wie viel Thomas: wie viel Zweifel, wie viel Glaube?

Dienstag, 21. April 2020, 20:45 Uhr

Bist Du schon mal einem "ungläubigen Thomas" begegnet? Der oder die einfach nicht glauben wollte, dass die Meyer was hat mit dem Müller? Bisser sie selber gesehen hat im Stadtpark, Küsschen hier, Küsschen da? Der "ungläubige Thomas": Prototyp eines Menschen, der eher skeptisch ist über das, was andere ihm berichten. So wie Thomas damals, einer der Jünger Jesu, also aus dem engsten Freundeskreis. Als die andern ihm erzählen: Jesus ist auferstanden, wir haben den Herrn gesehen - reagiert er sehr zurückhaltend. Fantastische Geschichte - aber das glaub' ich erst, wenn ich selber meine Finger in seine Wundmale gelegt habe. Gesagt, getan. Eine Woche später steht Jesus laut Bibel plötzlich wieder da. Diesmal ist Thomas dabei und er kann den ultimativen Check machen: "Mein Herr und mein Gott", ist Thomas total überwältigt. Von Jesus muss er trotzdem einen Rüffel einstecken: "Selig sind, die nicht sehen und doch glauben." Aber, ehrlich gesagt, hättest Du so einfach mir nichts, dir nichts geglaubt, dass einer von den Toten auferstanden sein soll? Wie viel Thomas steckt in Dir: Wie viel Zweifel - wie viel Glaube?


Thema: Fromme Quellen: Bitte eine Bibel!

Donnerstag, 23. April 2020, 20:45 Uhr

Was haben Bücher und Bier gemeinsam? Beide sind Thema heute am Welttag des Buches und am Tag des deutschen Bieres. Und: Beide haben einen frommen Ursprung! Mönche haben das Bier erfunden, um das christliche Fastengebot zu umschiffen. Andechs, Weihenstephan und Weltenburg sind bis heute berühmte Klosterbrauereien. Und die Bibel, klar, ist sowieso das berühmteste Buch der Welt. Das ohne eigenen Namen auskommt. Denn "Bibel", Griechisch, heißt übersetzt nichts anderes als "Buch", schlicht und einfach Buch. Drum wird die Bibel auch "das Buch der Bücher" genannt, übersetzt in Teilen oder im Ganzen in mittlerweile über zweieinhalbtausend Sprachen, so oft wie kein anderes Buch. Eine unendliche Erfolgsgeschichte. Vom Anfang der Welt bis zu ihrem Ende, Adam und Eva, Kain erschlägt Abel, der Brudermord, der Prozess Jesu, die wundersame Auferstehung, das Jüngste Gericht. Stories, spannend wie ein James Bond, knisternde Erotik wie aus 1001 Nacht, Fantasy vom Feinsten. Dazu kommen Lebensweisheiten brandaktuell bis heute. Wer da nicht 'reinschaut, verpasst was. Drum – bitte, eine Bibel!


Thema: Drei Hasen, Dreifaltigkeit: für- und miteinander!

Dienstag, 28. April 2020, 20:45 Uhr

"Der Hasen und der Löffel drei, und doch hat jeder Hase zwei": so lautet ein Rätsel-Vers, der beschreibt, was Du sehen kannst im Paderborner Dom im spätgotischen Kreuzgang: drei Hasen, zu einem Kreis verbunden an den Ohren so, dass Du den Eindruck hast, jeder Hase hat genau die zwei Löffel auf dem Kopf, die Hasen nun mal haben. Aber wenn Du durchzählst, kommst Du nur auf insgesamt drei Ohren. Das ist schon ein tolles Stück, schau Dir's mal an im Netz! Hinter der Hasen-Löffel-Spielerei steckt allerdings Mordstiefsinn. Denn die so schelmisch verbundenen Hasen sollen ein Bild sein für die Dreifaltigkeit, also den christlichen Glauben daran, dass Gott zwar einer ist und einzig, aber in drei "Personen" da ist, wie's so schön heißt, in drei Seins-Weisen: als Vater, Sohn und Heiliger Geist - wie die Bilder dafür lauten. Damit Du dabei keinen Knoten ins Hirn kriegst, ist damit übersetzt etwa gemeint: Gott ist kein statischer, steifer, starrer Block – sondern in sich schon lebendig und ein Miteinander, ein Gemeinsames und ein Zusammen, und zeigt so, wie und wofür wir Menschen ebenfalls da sein sollen: zusammen, füreinander, miteinander. Oder – was glaubst Du?


Thema: Auferstehung: ewig aufgehoben im großen Jetzt Gott?

Donnerstag, 30. April 2020, 20:45 Uhr

"Was ist das eigentlich – Auferstehung?" Das etwa? Wir leben immer nur im Jetzt. Denn die Vergangenheit ist vorbei, die Zukunft noch nicht da, wir leben immer nur jetzt. Und dann isser auch schon wieder vorbei, der Augenblick, das Jetzt. Doch wundersamerweise finden wir uns im nächsten Moment schon wieder im nächsten Jetzt. Es fliegt uns zu sozusagen. Normalerweise. Bis zum Tod. Danach ist dann – kein Jetzt mehr. Sicher? Kein uns bekanntes und vertrautes jedenfalls mehr. Nur: was wissen wir, was kennen wir schon? Ist es nicht auf eine Weise, nach einem Leben voller immer wieder neuer "Jetzt", sehr unwahrscheinlich, dass damit irgendwann ganz und total Schluss sein soll? Ist es nicht viel wahrscheinlicher, dass auch nach diesem Leben, nach dem Tod schon wieder ein neues Jetzt auf uns wartet? Nachdem wir doch jeden Tag aufs Neue und täglich tausende Mal in unserem Leben auferstehen von einem Jetzt ins nächste? "Was ist das eigentlich – Auferstehung?" Ist es am Ende, wenn's keins ist, das immer währende, ewige aufgehobene Sein im großen Jetzt, dass die Religionen gern Gott nennen? Was meinst Du? Was - glaubst Du?