Die Feels like heaven-Manuskripte vom 16. bis 22. Februar 2020

Autor: Uwe Burkert, Speyer


Thema: Gott? Sonntags Antwort - Ihre Antwort?

Sonntag, 16. Februar 2020, ca. 6:20 Uhr + 10:47 Uhr

Wer ist das eigentlich - Gott? Wenn Sie den Sonntag fragen würden, dann würde der Sonntag etwa so antworten: "Gott? Das ist nach christlicher Auffassung derjenige, der gesorgt hat dafür, dass die meisten heute frei haben. Warum? Weil Gott drei Tage nach seiner Kreuzigung Jesus von Nazareth auferweckt hat von den Toten. Jedenfalls haben das die drei Frauen behauptet, die laut Bibel am ersten Tag der Woche, am Sonntag, zum Grab Jesu gekommen sind, um seinen Leichnam einzubalsamieren. Doch als sie ins Grab hineingehen, ist der Leichnam Jesu weg. Stattdessen sitzt da laut Bibel ein junger Mann in einem weißen Gewand. Keine Panik - versucht er die Frauen zu beruhigen: "Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden." (Mk 16,6) Das ist mal 'ne Ansage! Und die drei Frauen bekommen auch gleich noch den Auftrag, genau das Jesu Jüngern zu berichten, was sie gerade erlebt haben. Seitdem erinnern Christen Sonntag für Sonntag genau daran und feiern die Auferstehung Jesu!" So ungefähr würde der Sonntag antworten auf die Frage "Wer ist das eigentlich - Gott?" Und - was antworten Sie?


Thema: Gott – Anker, Hafen oder Energie?

Montag, 17. Februar 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Klingt ein bisschen paradox, oder? Wenn Hape Kerkeling meint: "Jeder Mensch sucht nach Halt. Dabei liegt der einzige Halt im Loslassen." Halt – im Loslassen? Spaßvogel Kerkeling meint das ernst. Und formuliert so eine uralte Weisheit quer durch alle Religionen. Denn das Prinzip des Lebens und alles Lebendigen ist sich bewegen, verändern, im Fluss sein. Das gilt auch für jedes Menschenleben. Schon rein äußerlich: aus einer Eizelle und einem Spermium wird ein kleines Baby, dann ein Kind, ein Jugendlicher, ein Erwachsener und schließlich ein alter Mensch. Deshalb besteht die Kunst des Lebens darin, sich anzufreunden damit, dass nichts bleibt, wie es ist. Wobei – nichts bleibt, stimmt nicht ganz. Denn der Karl bleibt der Karl, die Maria die Maria, ob als Baby, Teenie oder Oma. Nur wer beweglich bleibt und flexibel, wer Spiel hat und Spielraum, kann stabil sein und über Wasser bleiben, auch wenn sich dauernd alles Mögliche verändert. Das gilt für Brücken, das gilt für Menschen. Welche Rolle Gott dabei spielt: ob Anker, Hafen oder Energie, die Sie am Laufen hält – was glauben Sie?


Thema: Was bleibt – die Seele?

Dienstag, 18. Februar 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Klingt ein bisschen paradox, oder? Wenn Hape Kerkeling meint: "Jeder Mensch sucht nach Halt. Dabei liegt der einzige Halt im Loslassen." Halt – im Loslassen? Spaßvogel Kerkeling meint das ernst. Und formuliert so eine uralte Weisheit quer durch alle Religionen. Denn das Prinzip des Lebens und alles Lebendigen ist sich bewegen, verändern, im Fluss sein. Das gilt auch für jedes Menschenleben. Schon rein äußerlich: aus einer Eizelle und einem Spermium wird ein kleines Baby, dann ein Kind, ein Jugendlicher, ein Erwachsener und schließlich ein alter Mensch. Deshalb besteht die Kunst des Lebens darin, sich damit anzufreunden: dass nichts bleibt, wie es ist. Wobei – nichts bleibt, stimmt nicht ganz. Denn der Max bleibt der Max, die Carla die Carla, ob als Baby, Teenie oder Oma. Obwohl sich alle paar Jahre sogar viele unserer eigenen Körperzellen erneuern. Was isses, was bleibt? Ist es die Seele, wie viele Religionen meinen, die jeden Menschen Teil sein lässt des großen Ganzen, ein Manifest göttlicher Schöpfungskraft, die jeden Menschen teilhaben lässt an Gottes Ewigkeit? Was glauben Sie?


Thema: Sie sind Gott – zum Verwechseln ähnlich!

Mittwoch, 19. Februar 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Mit welchen Augen betrachten Sie die Welt – und auch sich selber? Mit Ihren eigenen Augen? Versuchen Sie's doch mal mit – Gottes Augen! Geht nicht? Geht doch – meint jedenfalls Meister Eckhart, einer der großen Mystiker des Mittelalters. Meister Eckhart geht sogar so weit zu behaupten: "Das Auge, mit dem ich Gott sehe, ist das Auge, mit dem Gott auch mich sieht. Mein Auge und das Auge Gottes - sind eins." Wie bitte? Ihr Auge und Gottes Auge – sind eins? Sie sehen mit Gottes Augen? Meister Eckhart spitzt die Verwandtschaft zu zwischen Gott und Mensch. Der Mensch ist nicht nur Ebenbild Gottes, Abbild Gottes, Gott ähnlich – wie's gleich im ersten Kapitel der Bibel behauptet wird. Sondern jeder Mensch ist ein Kind Gottes, Tochter, Sohn – und der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm. Wie viele Söhne und Töchter kennen Sie, die ihren Eltern unglaublich ähneln, manchmal schon rein äußerlich, oft in Bewegungen, Körperhaltungen, im Sprechausdruck? Warum sollte das ausgerechnet bei Gott anders sein, mit dem Sie verwandt sind und dem Sie, nach Meister Eckhart, zum Verwechseln ähnlich sind?


Thema: Bibel warnt an Weiberfastnacht: Liefere dich nicht einer Frau aus! (Sir 9,1-9)

Donnerstag, 20. Februar 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Achtung, Männer, aufgepasst, es ist Weiberfastnacht! Vor allem im Rheinland ist man als Mann nirgends sicher heute. Hat ja schon nicht gut angefangen, ganz vorn in der Bibel, als Eva Adam zu essen gab und aus war's mit dem Paradies. Mann soll aufpassen mit den Frauen laut Bibel: "Liefere dich nicht einer Frau aus, damit sie nicht Gewalt bekommt über dich." Am gefährlichsten sind - die unbekannten Schönen: "Nah dich nicht einer fremden Frau, damit du nicht in ihre Netze fällst." Besonders gefährlich: Musikerinnen. "Verkehr nicht mit einer Saitenspielerin, damit du nicht durch ihre Töne gefangen wirst." Am besten weder hinhören noch hinschauen: "Verhüll dein Auge vor einer reizvollen Frau, blick nicht auf eine Schönheit, die dir nicht gehört." Denn, so die Bibel: "Wegen einer Frau kamen schon viele ins Verderben, sie versengt ihre Liebhaber wie Feuer." Fairerweise muss man hinzufügen: Die Bibel ist auch voll Frauen-Lob. Kostproben? "Wer eine Frau gewinnt, macht den besten Gewinn." (Sir 36,29a) Oder: "Eine gute Frau - wohl ihrem Mann! Die Zahl seiner Jahre verdoppelt sich." (Sir 26,1) Na dann: langes Leben!


Thema: Notorische Narren: Christen

Freitag, 21. Februar 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Geben Sie auch so richtig Gas in der Fastnachts- und Karnevalszeit? Sind so richtig närrisch, jeck und lassen fünfe grade sein? Die Welt steht Kopf. Für ein paar Tage wenigstens, weil nicht mehr Macht und Einfluss zählen, Geld und Grips. Die Welt steht Kopf, oben, unten, alles egal. Drum gehen Christentum und Karneval so prächtig zusammen. Denn hier wie da gibt es keine mehr da oben und keine mehr da unten. "Nicht Juden und Griechen, nicht Skla¬ven und Freie", heißt es in der Bibel. Die sogar noch einen Schritt weiter geht: "nicht Mann und Frau". Zum Teufel mit den Unterschieden! Den närrischen Aus¬nahmezustand rufen Christen das ganze Jahr über aus. Schon der Apostel Paulus nennt es eine Torheit, eine Narretei sozusagen, daran zu glauben, der am Kreuz elend umkommt, solle ausgerechnet Gottes Sohn sein und die Welt erlösen. Ins Himmelreich kommen nach diesem jecken Programm am ehesten die Armen, Kranken, die keiner fragt, die kleinen Leute - und nicht die Big Bosse dieser Welt. Fi¬scher, Witwen, Hirtenjungen spielen Hauptrollen im Heilsplan Gottes. Jeck und verrückt, oder? Was glauben Sie?


Thema: Jecke Fairsuchung: Fairsuchen Sie mit!

Samstag, 22. Februar 2020, ca. 6:20 Uhr + 10:47 Uhr

Geht das? Sich austoben, närrisch sein, jeck und verrückt, an Fasching, Fasnacht und Karneval - und gleichzeitig noch was tun für eine gerechtere Welt? Klar geht das! Wenn engagierte Narren faire Kamelle schmeißen: Schoko-Erdnüsse oder Mango-Äffchen, Bio-Fruchtgummi aus Paraguay oder bio-faire Sesamriegel, fair gehandelte Schoko-Täfelchen oder leckere Karamell-Kekse. Der Clou an dem fair gehandelten Karnevals- und Fastnachtswurfmaterial: die Kakaobauern und Zuckerbauern und Imker werden so ordentlich bezahlt für ihre Kakaobohnen, Zuckerrohr und Honig, ein bisschen über dem Weltmarktpreis, dass sie davon ihre Familien ernähren können und die Kinder solide ausbilden, zur Schule schicken. Kinder, die sonst selber mitarbeiten müssten, um die Familie durchzubringen; Kinder, die sonst schlimmstenfalls auf der Straße landen würden, Opfer von Sextouristen und drogensüchtig. Falls bei Ihnen zu Hause schon faire Kamelle geschmissen werden: klasse! Falls nicht: Wie wär's nächstes Jahr? Sprechen Sie die zuständigen Jecken und Narren einfach mal drauf an! Und schauen Sie mal auf jeckefairsuchung, Punkt net! Damit die Stimmung - weltweit steigt!