Die Feels like heaven-Manuskripte vom 15. bis 21. Januar 2023

Autor: Stefan Weinert, Trier


Thema: "Befiehl dem Herrn deinen Weg"

Sonntag, 15. Januar 2023, ca. 6:20 Uhr + 10:47 Uhr

Das neue Jahr ist noch jung. Haben Sie schon alle Termine in Ihren Kalender eingetragen? Geburtstage, Ferien, Prüfungen, … manches ist ja vorhersehbar. Anderes nicht. Macht Ihnen das Sorgen? Sorgen, weil jemand in Ihrer Familie ernsthaft krank geworden ist? Oder weil es Gerüchte gibt um die Zukunft Ihrer Firma? Von der Schriftstellerin Selma Lagerlöf soll der Satz stammen: „Man soll nicht ängstlich fragen: Was wird und was kann noch kommen? Sondern sagen: Ich bin gespannt, was Gott jetzt noch mit mir vorhat!“ Klingt gut, ist aber auch ganz schön anspruchsvoll, oder? „Ich bin gespannt, was Gott jetzt noch mit mir vorhat!“ Das geht ja nur, wenn Sie darauf vertrauen, dass Gott überhaupt etwas mit Ihnen vorhat. Und dass das, was er mit Ihnen vorhat, gut für Sie ist. So wie der Beter im Psalm 37 in der Bibel. Da heißt es: „Freu dich am Herrn! Dann gibt er dir, was dein Herz begehrt. Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertrau ihm; er wird es fügen.“ Wem vertrauen Sie Ihren Weg, Ihr Leben an? Gott? Jemand anderem?


Thema: Martin Luther King - I have a dream

Montag, 16. Januar 2023, ca. 6:20 Uhr + 10:47 Uhr

Die USA feiern heute den Martin-Luther-King-Day. Der Baptistenpfarrer Martin Luther King war und ist bis heute DER Vordenker und Vorkämpfer der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA. Mit seinen Anhängern hat er gewaltfrei dafür gekämpft, dass Schwarze sich im Bus hinsetzen dürfen, wo sie wollen; dass sie gute Jobs bekommen und das volle Wahlrecht haben. In seiner berühmtesten Rede, „I have a dream“, sagt er 1963: „Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden.“ Ein Traum auch für Deutschland 2023, oder? Wo Studierende aus Afrika Probleme haben, ein Zimmer zu finden. Wo türkische Dönerläden beliebt sind - aber wie beliebt sind die Türkinnen und Türken selbst? Pfarrer King und seine Mitstreiter haben damals einiges getan für diesen Traum. Und Sie? Ist das auch Ihr Traum? Und wenn ja - was tun Sie dafür, dass Ihr Traum immer mehr Wirklichkeit wird?


Thema: Guter Vorsatz: Was ihr von anderen erwartet, tut auch ihnen

Dienstag, 17. Januar 2023, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Gerade mal gut zwei Wochen alt, das neue Jahr - was machen Ihre guten Vorsätze für 2023? Gehören Sie zu den Leuten, die sich etwas vornehmen fürs neue Jahr?  Oder lassen Sie’s gleich bleiben, weil meistens sowieso nichts draus wird? Heute wäre die Möglichkeit, auszusteigen - denn heute ist der “Wirf-deine-Jahresvorsätze-über-Bord-Tag”. Keine Ahnung, wer den wann eingeführt hat - aber in den USA scheint’s ihn zu geben. Oder Sie werfen nicht gleich alles über Bord, aber reduzieren Ihre Vorsätze auf einen ganz zentralen. Wie wär’s damit: "Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen” - die sogenannte “Goldene Regel”. Laut Bibel stammt sie von Jesus von Nazareth. An die „Goldene Regel“ können Sie sich aber auch halten, wenn Bibel und Jesus nicht Ihr Ding sind. Denn die Grundlage für die “Goldene Regel” ist der Respekt vor anderen Menschen. Weil die mir genauso wertvoll sind, wie ich selbst, behandele ich sie so, wie ich behandelt werden möchte. Wie wär’s - Ihr Vorsatz für dieses Jahr?


Thema: Was tun gegen die Angst vor der Klimakrise

Mittwoch, 18. Januar 2023, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Die Besetzungen in Lützerath, die Klebeaktionen der „Letzten Generation“ und die Schulstreiks von „Fridays for Future“: Junge Leute fordern massiv, dass endlich wirksam etwas getan wird gegen die Klimakrise. Vivian Lion ist Pastoralreferentin, Seelsorgerin und hat im Raum Koblenz viel mit jungen Erwachsenen zu tun. Immer, wenn es um die Klimakrise geht, sagt sie, dann schwingt Angst mit. Und wenn die Zwanzig-, Dreißigjährigen Angst haben um ihre Zukunft, dann haben sie ja auch allen Grund dazu. Aber auch Ältere wollen, dass endlich was getan wird, Papst Franziskus zum Beispiel. Den Klimawandel abzustreiten, sagt er, gleichgültig zu sein, zu wenig zu tun oder zu resignieren, das können wir uns nicht leisten. Besser also, gemeinsam etwas tun gegen die Ursache der Angst, gegen die Klimakrise. Mitgehen bei einer Freitagsdemo. Ausprobieren, ob’s auch mit weniger Auto geht, mit weniger Fleisch. Oder was können Sie tun? Damit junge Leute spüren: Wir werden nicht allein gelassen mit unserer Angst?


Thema: Aus den Augen, aus dem Sinn?

Donnerstag, 19. Januar 2023, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Aus den Augen, aus dem Sinn. An den Krieg in der Ukraine werden Sie jeden Tag erinnert durch die Medien. Und können so auch überlegen, ob Sie irgendwie helfen können, vielleicht mit einer Spende. Aber da ist ja nicht nur die Ukraine. Die Hilfsorganisation CARE wertet jedes Jahr aus, welche humanitären Krisen in den Medien hinten runter fallen - aus den Augen, aus dem Sinn. Im vergangenen Jahr hatte CARE Sambia ganz oben auf der Liste. Wissen Sie, was in Sambia los ist? In diesem Jahr führt Angola die traurige Liste der vergessenen Krisen an. Dort herrscht die schlimmste Dürre seit 40 Jahren, sagen die Fachleute von CARE. Vier Millionen Menschen leiden Hunger, über 100.000 Kinder sind unterernährt in Angola. Sie können nicht alle Krisen und Katastrophen im Blick behalten und können auch nicht überall helfen. Aber Millionen von Menschen, die leiden, die sterben an Hunger, an Krankheiten, in Kriegen – wollen Sie die lieber vergessen? Oder finden Sie es wichtig, hin und wieder doch daran erinnert zu werden?


Thema: Sebastian: Überzeugter Glaubenszeuge

Freitag, 20. Januar 2023, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Allen, die Sebastian heißen oder Bastian, herzlichen Glückwunsch zum Namenstag. Denn heute ist das Fest des heiligen Sebastian. Der war ein Märtyrer zur Zeit der römischen Christenverfolgungen. Bogenschützen haben ihn mit Pfeilen gespickt, heißt es in der Legende. Manche römischen Kaiser ließen eben Christinnen und Christen grausam hinrichten, weil die sich weigerten, den Kaiser als Gott anzubeten. Denn Gott steht über dem Kaiser, und im Zweifelsfall haben Gottes Gebote Vorrang vor allem anderen. So wird es auch von Sebastian erzählt. Und auch heute noch werden Menschen diskriminiert, verfolgt, sogar getötet, weil sie Christen sind. Sie werden zu Märtyrern, zu Zeugen für ihren Glauben - weil sie für eine andere Sicht der Welt eintreten als die Herrschenden; weil sie Ungerechtigkeit beim Namen nennen; weil sie in einem Land leben, wo Christen unerwünscht sind. Sie sind so überzeugt von ihrem Glauben, dass sie dafür manches Risiko eingehen. Und Sie? Was ist Ihnen so wichtig, dass Sie dafür richtig was aufs Spiel setzen würden?


Thema: Christen - manchmal quer

Samstag, 21. Januar 2023, ca. 6:20 Uhr + 10:47 Uhr

In Deutschland spuckt Sie niemand an oder verprügelt Sie, weil Sie Christ sind. In anderen Ländern kann das passieren, und Schlimmeres. Siebzehn Tote bei einem islamistischen Anschlag auf eine Kirche, am Sonntag im Kongo. Angriffe auf Christen in Indien Mitte Dezember. Und in Nicaragua wurde gerade ein Priester zu acht Jahren Gefängnis verurteilt, er hatte kritisiert, dass die Regierung Menschenrechte verletzt. In vielen Ländern leiden Christinnen und Christen unter Repressionen: Weil sie einfach unerwünscht sind; oder weil sie sich quer stellen: sich für die Menschenrechte einsetzen oder nicht akzeptieren, dass ganze Gruppen als „unberührbar“ ausgegrenzt werden. Wie sehen Sie das: Gibt’s auch in Deutschland Anlässe, sich quer zu stellen? Wie christliche Gemeinden, die Flüchtlinge vor Abschiebung schützen? Wie christliche Gruppen, die sich mit Abtreibungen nicht abfinden, sich deshalb stark machen für die Lebensperspektiven der ungeborenen Kinder und der Schwangeren? Oder - bei was stellen Sie sich quer?