Die Feels like heaven-Manuskripte vom 10. bis 16. Mai 2020

Autor: Uwe Burkert, Speyer


Thema: Mamma mia - wie Gott? Danke, Mutter!

Sonntag, 10. Mai 2020, ca. 6:20 Uhr + 10:47 Uhr

"Wie eine Gebärende will ich nun schreien, ich schnaube und schnaufe!" (Jes 42,14b) Nanu, wer tobt denn da? Gott, laut Bibel. Der die Nase voll hat und sein Volk Israel in die Freiheit führen will aus dem Exil in Babylon. Gottes ausgesprochen mütterliche Züge zeichnet die Bibel auch ein paar Kapitel weiter. "Kann denn eine Frau ihr kleines Kind vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergessen würde: ich vergesse dich nicht. Sieh her: Ich habe dich eingezeichnet in meine Hände." (Jes 49,15f) Typisch Mutter. In der Regel jedenfalls. Mütter halten zu den eigenen Kindern bis zur Selbstaufgabe. Sind immer da und zur Stelle, selbst wenn die Kinder Bockmist bauen - oder werben sogar dann noch um Verständnis. Grenzenlose Solidarität: Mamma mia! Der Mensch ist ein Abbild Gottes als Mann und Frau - und Mütter sind es noch mal in ganz besonderer Weise. Lassen Sie sich das ruhig auf der Zunge zergehen zum Muttertag. Und ziehen Sie Ihre Konsequenzen: als Sohn, als Tochter. Ein kleiner, wenigstens innerer Kniefall heute: vor diesem Geschenk des Himmels – vor Ihrer Mutter?


Thema: Wann, wenn nicht in Corona-Zeiten? Auszeit!

Montag, 11. Mai 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Kennen Sie das Zeichen, die Geste für Auszeit? Time out? Im Handball, Volleyball oder Basketball? Auszeit nimmt der Trainer entweder, wenn's kritisch wird und das eigene Team aus dem Tritt gerät. Oder um das andere Team zu nerven, das gerade versucht 'ranzukommen. Nun jagen Sie ja keine Medaillen oder wollen Welt- oder Europameister werden. Aber 'ne Auszeit, die sollten Sie sich ab und zu schon nehmen und gönnen! 'Ne Auszeit, die entweder dafür sorgt, dass Sie gar nicht erst aus dem Tritt kommen, weiter auf Kurs bleiben, dahin unterwegs, wo Sie hin wollen. Oder 'ne Auszeit, die Sie wieder auf Kurs bringt; in den Rhythmus, der Ihnen gut tut und denen, mit denen Sie zusammen leben. Denn immer nur und immer weiter und pausenlos powern und sich verausgaben, das ist nicht das Erfolgsrezept, so seh'n Sieger nicht aus. Sogar Gott nimmt laut Bibel einen Tag Auszeit, nachdem er die Welt geschaffen hat. Natürlich braucht Gott keine Pause. Aber, will die Bibel sagen: Sie. Und deshalb das Vorbild: Gott. Damit Sie's genauso machen. Am besten gleich heute. Denn wann - wenn nicht in Corona-Zeiten?


Thema: Der Tod – als Ende oder Station wohin?

Dienstag, 12. Mai 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Was meinen Sie? Hat Epikur Recht, der griechische Philosoph, der vor über 2000 Jahren behauptet: „Das schauerlichste Übel …, der Tod, geht uns nichts an; denn solange wir existieren, ist der Tod nicht da, und wenn der Tod da ist, existieren wir nicht mehr.“ Schön wär’s, oder? Denn in Zeiten von Corona ist der Tod allgegenwärtig. Selten dürften so massenhaft und kollektiv alle Menschen zugleich erleben und erfahren, wie zerbrechlich jedes Leben ist, wie endlich unser Dasein. Der Tod ist ein ständiger Begleiter, das wird gerade überdeutlich, teils unerträglich deutlich. Wie gehen Sie damit um? Kopf in den Sand und lieber nix davon wissen wollen? Oder betont locker und gechillt: ach ja, der Tod - soll er doch? Ist der Tod für Sie das Ende – oder gehört er für Sie zum Leben: als eine Station? Auf einem Weg, von dem niemand weiß, wohin er führt? Von dem aber viele glauben und die Religionen erzählen: dass er wohin führt? Zu Gott, ins ewige Leben, ins immerwährende Aufgehobensein und Zuhausesein, ins Glück? Was glauben Sie?


Thema: Ewig/es Leben – oder nicht: Ihr Stand-Punkt?

Mittwoch, 13. Mai 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Wie vermessen finden Sie, an ein weiter Leben nach dem Tod zu glauben – sogar an ewiges und ewig leben? Alles eine Frage der Perspektive, oder? Wie das halb volle und das halb leere Glas. Denn natürlich sehen Sie Tag für Tag, Stunde um Stunde, wie Leben vergeht und zu Ende geht. Tausende sterben - an Krankheiten, Hunger, in Kriegen, Naturkatastrophen. Und auch die Natur vergeht: Bäume, Büsche, Blumen; Tiere werden gefressen, fressen andere, Eintagsfliegen haben nicht viel Zeit. Und sogar im Kosmos verglühen Sterne, schwarze Löcher fressen Materie – alles ein unendliches Sterben und Vergehen. Einerseits. Denn andererseits - dauernd wächst, blüht und gedeiht irgendwas irgendwo auf diesem Planeten. Dauernd wird irgendwas irgendwo neu geboren: Tiere, Menschen – Tausende in jeder Sekunde. Sogar das Universum dehnt sich noch aus. Drum - welche Perspektive nehmen Sie ein, welchen Stand-Punkt? Sehen Sie vor allem, dass alles vergänglich ist – oder sehen Sie vor allem, dass dauernd irgendwas und –wer geboren wird? Warum glauben Sie an ewiges Leben – oder warum nicht?


Thema: Was glauben und genießen Sie – vom Unendlichen?

Donnerstag, 14. Mai 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

„Worum geht’s im Leben?“ wird der Fotograf Christopher Klettermayer gefragt in der Süddeutschen Zeitung. Klettermayer ist 37 und seit 2014 HIV infiziert. Das hat in seinem Leben fast alles verändert. Und vor allem weiß er seitdem, wie sich das anfühlt: wenn körperliche Nähe und Berührung plötzlich zu einer Frage - von Leben und Tod werden können. „Worum geht’s im Leben?“ „Wieso glauben Sie, dass ich das weiß?“, antwortet Klettermayer. Ja, sicher, er hat jahrelang nachgedacht über Leben und Sterben. Aber die „Lebenskatastrophe“, wie er seine HIV-Infektion nennt, hat ihn erst mal in ein riesiges dunkles Loch fallen lassen für zwei Jahre. Fest steht für den Fotografen: „Wir sind auf jeden Fall hier, um das Leben auch zu genießen. Überleben allein ist nicht genug.“ Überleben alleine – ist noch kein Leben? Wo finden Sie Ihre Genuss-Nischen – auch und gerade auch in Corona-Zeiten? Und genießen Sie mit jedem Moment, den Sie genießen – nicht noch mehr als diesen Moment? Sondern einen Zipfel vom großen Glück, vom ewigen Leben, vom Unendlichen? Oder – was glauben und genießen Sie?


Thema: Kinder-Lärm und Lebensfreude – statt Totenstille?

Freitag, 15. Mai 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Leben ist laut, jedenfalls mit Geräuschen verbunden – das Gegenteil ist die schauerliche Totenstille. Und selbst die Stille, die entsteht, wenn alles schweigt und alle schweigen – fängt auf einmal an zu sprechen: das berühmte beredte Schweigen. Nada Brahma heißt es in den Veden, einer heiligen Schrift im Hinduismus – was ungefähr meint: Gott hat die Welt aus Klang erschaffen, der ursprünglichen Energie, die alles lebendig hält. Wie kann es dann in Corona-Zeiten sein, dass sich Nachbarinnen und Anwohner – über Kinder-Lärm beschweren? In Neustadt an der Weinstraße zum Beispiel. Ja, sicher, kann‘s einem mal zu viel werden und zu laut – je nach dem, wo die eigene, persönliche Lärm-Schwelle und Grenze liegt. Doch dann – wie wär’s mit Reden miteinander statt Kinder zu beschimpfen? Das würde dem eigenen inneren göttlichen Funken mehr entsprechen, der eigenen Gottebenbildlichkeit. Denn laut Bibel ist Gott ein „Freund des Lebens“ (Weish 11,26). Und Jesus sagt später klipp und klar: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder“ (Mt 18,3) – dann gute Nacht. Lebensfreude und Lebendigkeit – sind totenstill nicht zu haben. Oder – was meinen Sie?


Thema: Im täglichen Corona-Modus: Ihr Lieblingsmantra?

Samstag, 16. Mai 2020, ca. 6:20 Uhr + 10:47 Uhr

Was ist Ihr Rezept gegen schlechte Laune und den Corona-Kollaps? Michel Lejoyeux, Psychologieprofessor in Paris, nennt Meditation einen regelrechten Schlechte-Laune-Killer. In der Kundenzeitschrift "alverde" schreibt der Professor: "Durch Meditation verändere ich meine mentale Einstellung und komme weg von dunklen Grübeleien. So hat man mehr Freude an der Gegenwart." Der Professor meditiert mit Mozart und trinkt dann ganz, ganz langsam eine Tasse Tee. Aber auch ein einfaches Mantra eignet sich, findet Lejoyeux, ein Wort mit fünf Silben wie Ta-ka-Tu-ka-Land. Wenn Sie das oft genug wiederholen, gleichmäßig und ruhig, verspricht der Professor: "Wie ein Metronom gelangen Geist und Gehirn so in einen ruhigeren Rhythmus." Meditation spielt deshalb auch in allen Religionen eine wichtige Rolle. Und noch geeigneter als Ta-ka-Tu-ka-Land sind vermutlich bewährte Mantras wie OM, Jesus oder Kyrie eleison. Damit Sie sich ruhig dem widmen können, was Ihnen zentral wichtig ist, und nicht im Corona-Krisen-Modus zappeln jeden Tag. Damit Geist und Seele, Leib, Herz und Verstand in eine gute Balance kommen und ausgeglichen sind. Was ist Ihr – Lieblingsmantra?