Die Feels like heaven-Manuskripte vom 13. bis 19. September 2020

Autor: Stefan Weinert, Trier


Thema: Fair ist mehr – fairsuchen Sie's mal!

Sonntag, 13. September 2020, ca. 6:20 Uhr + 10:47 Uhr

Bei Ihrem nächsten Einkauf, was steht da alles auf dem Einkaufszettel? Kaffee is’ bald alle; paar Bananen; ein, zwei Täfelchen Schokolade vielleicht ... Viele Sachen in Ihrem Einkaufskorb stammen aus Ländern auf der Südhalbkugel unserer Erde. Und für viele Produkte, die hier ganz normal dazugehören, schuften sich dort Menschen den Buckel krumm, für einen Hungerlohn. Es sei denn, sie verkaufen ihre Ernte an Partner aus dem fairen Handel. Die sorgen dafür, dass die Bauern und Landarbeiter bessere Preise für ihre Arbeit bekommen. Solche Produkte gibt’s in Eine-Welt- und Bioläden, aber auch in Supermärkten: Kaffee, Tee, Bananen, Schokolade; aber auch Orangensaft, Bio-Marmelade, Gummibärchen und Basmati-Reis – über 3.000 Produkte insgesamt. Jetzt, während der Fairen Woche, wird besonders Werbung dafür gemacht. Natürlich sind diese Sachen teurer – wegen des fairen Preises. Aber so können Sie beim Einkaufen mithelfen, dass es für die Leute im Süden etwas fairer zugeht. Machen Sie mit!


Thema: Solidarisch in der Corona-Krise

Montag, 14. September 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Was meinen Sie - wie haben wir das hinbekommen bisher in der Corona-Krise? Für Alena Buyx, die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, ist das „die größte solidarische Leistung“, die sie bisher erlebt hat. Solidarisch mit denen, für die das Corona-Virus besonders gefährlich ist. Solidarität - das hängt zusammen mit dem lateinischen Wort solidus - fest, massiv, solide eben. Solidarität ist also etwas, worauf andere bauen können. Genau das, was Menschen nötig haben, die Halt brauchen, denen der Boden unter den Füßen wankt. Das ist kein Kinderspiel, diese Solidarität. Mund-Nasen-Masken können lästig sein, für manche eine echte Herausforderung. Machen aber deutlich, worum es geht: Maske tragen, um andere zu schützen - nicht sich selbst. Wer braucht in der Corona-Krise noch Solidarität? Menschen, die einsam sind? Die ihren Job verloren haben? Kinder, die in der Schule überfordert sind? Mit wem können Sie solidarisch sein, für wen können Sie ein fester Halt sein? Und wer ist für Sie so ein fester Halt?


Thema: Hört und begreift!

Dienstag, 15. September 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Können Sie mich gut hören? Falls nicht: Die heilige Oranna ist die Schutzpatronin gegen Schwerhörigkeit, heute ist ihr Gedenktag. Im siebten Jahrhundert soll Oranna im Gebiet zwischen Mosel und Saar als Missionarin gewirkt haben. Einmal begegnete ihr ein tauber Mann; sie betete für ihn, und er wurde geheilt; deshalb ist Oranna eben die Schutzpatronin für gutes Hören. Als Missionarin war sie ja auch darauf angewiesen, dass die Menschen ihr zuhören. Denn miteinander reden, das ist die wichtigste Form der Kommunikation zwischen Menschen. Und das funktioniert nur, wenn Sie anderen zuhören und die anderen Ihnen; mit gespitzten Ohren. Schon der Prophet Jesaja im Alten Testament der Bibel fragt: „Wer von euch vernimmt diese Worte, wer merkt auf und hört künftig darauf?“ Und auch Jesus von Nazareth möchte gespitzte Ohren, wenn er die Botschaft vom Reich Gottes verkündet: „Wer Ohren hat, der höre“, sagt er, und: „Hört und begreift!“ Und Sie? Hören Sie? Begreifen Sie? Und was?


Thema: Lieb sein!

Mittwoch, 16. September 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Wenn’s nach dem Sänger Max Mutzke geht, können Sie in zwei Worten zusammenfassen, wie Menschen miteinander umgehen sollen: Lieb sein! Hat er so gesagt. Aber – reicht das wirklich, lieb sein? Max Mutzke erzählt in einem Interview von seinem Vater, einem Arzt. Der war immer da für Leute, die Hilfe brauchten. Mit „lieb sein“ meint Max Mutzke also wirklich liebevoll sein; wie sein Vater voll Liebe sein für andere, voll Mitgefühl. So ähnlich hat das auch der heilige Augustinus vor langer Zeit gesagt hat: Liebe, und dann tu, was Du willst. Eben: Sei voll Liebe für andere, dann kannst Du gar nichts mehr falsch machen. Natürlich dockt Augustinus da bei Jesus von Nazareth an: Nächstenliebe. Die ihren Grund darin hat, dass mir der andere genauso wichtig ist wie ich selbst, dass er dasselbe Recht auf ein gutes Leben hat wie ich. Max Mutzke hat das für sich in zwei Worte zusammengefasst: Lieb sein. Wie finden Sie das - voller Liebe sein für andere? Gute Sache? Ja dann - seien Sie so lieb, wie Sie nur können!


Thema: Freundlichkeit ist die kleine Schwester der Liebe

Donnerstag, 17. September 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Kennen Sie die kleine Schwester der Liebe? Die kleine Schwester der Liebe ist ... die Freundlichkeit. Von wem auch immer dieser Spruch stammt: Da ist viel Wahres dran, oder? Liebe ist schon eine große Aufgabe. Aber Freundlichkeit? Das ist einfacher: ein freundlicher Blick, auch über die Mund-Nasen-Maske hinweg; ein nettes „Guten Morgen“ für die Busfahrerin; die Tür aufhalten für den Kollegen, der voll bepackt ist; sowas halt. Klar: Liebe, Nächstenliebe wird in der Bibel ganz groß geschrieben. Aber auch, wenn Sie - in Anführungszeichen - nur freundlich sind, können Sie sich auf die Bibel berufen; denn in einem seiner Briefe schreibt der Apostel Paulus: „Lasst alle Menschen eure Freundlichkeit spüren“ - oder „eure Güte“, je nach Übersetzung; jedenfalls eine Nummer kleiner als „Liebe“. Und, wer weiß: Vielleicht nimmt die kleine Freundlichkeit ja ihre große Schwester, die Liebe an die Hand und bringt sie mit. Probieren Sie‘s aus, am besten gleich heute. Viel Erfolg dabei!


Thema: Meet'n'Greet – Jesus!

Freitag, 18. September 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Wie hat Jesus von Nazareth ausgesehen? Der niederländische Fotograf Bas Uterwijk hat auf Instagram ein Jesus-Porträt veröffentlich, computergeneriert. Grundlage waren unter anderem Mumienporträts und das Gesicht auf dem Turiner Grabtuch. Das Ergebnis: Ein freundlich blickender Mann mit dunklen Augen und kräftiger Nase; braune, mittellange Haare und Bart. Aber - vor ein paar Jahren haben Wissenschaftler ein Gesicht rekonstruiert, das wirkte deutlich rustikaler. Wie denn jetzt? Wie sah Jesus aus? Im Gegensatz zu den Menschen in Israel vor 2.000 Jahren können Sie ihm nicht Auge in Auge gegenübertreten. Aber Sie haben andere Möglichkeiten. Denn Jesus selbst sagt: Wer einen Kranken besucht, einem Hungrigen zu Essen gibt, einen Fremden oder einen Obdachlosen aufnimmt, wer einem Gefangenen beisteht – der begegnet mir, begegnet Jesus. Also: Wenn Sie wollen, können Sie Jesus immer noch treffen, sogar genau heute.


Thema: Sei gut, Mensch!

Samstag, 19. September 2020, ca. 6:20 Uhr + 10:47 Uhr

Wieso ist „Gutmensch“ eigentlich ein Schimpfwort? Was ist schlecht daran, ein guter Mensch zu sein? Die Caritas hält dagegen; also der Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche, der sich um Kranke kümmert und Flüchtlinge, um gestresste Mütter und psychisch kranke Väter, um Menschen ohne Wohnung. Die Caritas also hat eine Kampagne gestartet, die morgen ihren Höhepunkt hat, am Caritas-Sonntag: „Sei gut, Mensch!“ – das Wortspiel ist sofort klar. In dieser Kampagne stellt die Caritas Gutmenschen vor, Menschen die anderen Gutes tun: Ulrike, Suchtberaterin in Kaiserslautern; in ihrer Freizeit organisiert sie ein internationales Frauenfrühstück für 50 Frauen aus verschiedenen Kulturen. Klaus, von Beruf Busfahrer, kocht in Herxheim bei Landau Marmelade mit Menschen mit Behinderung. Und Franziska kümmert sich als Altenpflegerin um Menschen mit Demenz, spielt mit ihnen Kicker oder nimmt sie in den Arm. Drei von vielen „Gutmenschen“ – Menschen, die für andere gut sind. Für wen sind Sie ein Gutmensch? Wer ist Ihr Lieblings-Gutmensch?