Die Feels like heaven-Manuskripte vom 11. bis 17. Oktober 2020

Autorin: Maike Jakob, Mainz


Thema: Perle für Perle – Ein Gebet

Sonntag, 11. Oktober 2020, ca. 6:20 Uhr + 10:47 Uhr

Was sind das eigentlich für Perlenketten, die Sie am Rückspiegel von einigen Autos sehen können? Haben Sie auch schon beobachtet, wie - oft ältere - Menschen solche Ketten durch ihre Finger gleiten lassen? Das ist in vielen Religionen eine traditionelle Form zu beten. In der katholischen Kirche zum Beispiel hat das „Rosenkranzgebet“ eine lange Tradition. Das dauert 'ne gute halbe Stunde. Der Zeitaufwand könnte ein Grund dafür sein, warum der Rosenkranz aus der Mode gekommen ist. - Ein paar junge Leute haben’s trotzdem ausprobiert und an fünf aufeinander folgenden Tagen den Rosenkranz gebetet. Am Anfang fiel’s allen schwer, sich in die feste Gebetsform rein zu finden. Aber nach einer Weile hat’s geklappt. Und da haben einigen die festen Worte sogar geholfen. Nach dem Beten und am Ende der fünf Tage haben sich allesamt „viel mehr bei sich“ gefühlt. So ein Gebet ist natürlich nicht jedermanns Sache. Könnten Sie sich vorstellen, das auszuprobieren? Wenn Sie mögen finden Sie die Gebetskette und 'ne Anleitung in Ihrem App-Store.


Thema: Vorsicht geboten – Liebe Deinen Nächsten

Montag, 12. Oktober 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Endlich Herbstferien in Rheinland-Pfalz – was heißt das für Sie? Urlaub ist ja noch nicht so, wenigstens nicht im Ausland. Wie vieles andere auch: Feiern und Partys sind ja auch noch eingeschränkt. Wie erwischen Sie die „Corona-Maßnahmen“ momentan? Und wie stehen Sie dazu? Haben Sie auch die Nase voll, weil Sie endlich wieder „ganz normal“ leben wollen? Und denken: Wer an Corona gestorben ist, war wohl so schwach, dass er sonst auch nicht mehr lang gelebt hätte. Nehmen Sie die Einschränkungen lieber hin, um nicht jemanden anzustecken? Oder haben Sie wen durch Covid verloren, beziehungsweise bangen gerade jetzt um jemanden, den’s erwischt hat? Wer befürchten muss, dass ein lieber Mensch an Corona stirbt, würde wohl gern auf Auslandsurlaub und die nächsten Partys verzichten, wenn er ihm damit helfen könnte. Oder, wie würde es Ihnen gehen? – „Liebe Deinen nächsten, wie Dich selbst“ (Lev 19,18) heißt doch in dem Fall: Wenn Sie nicht wollen, dass Sie selbst oder liebe Menschen schwer krank werden: helfen Sie auch, die andern zu schützen. Also: Bleiben Sie vorsichtig, auch, wenn’s Sie einschränkt.


Thema: Nobody’s perfect

Dienstag, 13. Oktober 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Auf einer Skala von eins bis zehn: Wie gut finden Sie sich selbst? Und: Wo gibt’s was, das Sie an sich gerne verbessern würden? Zum Beispiel Ihre Ess- oder Trinkgewohnheiten oder könnten Sie ein bisschen mehr „öko“ sein, sich mehr bewegen,sich mehr bilden oder ähnliches? Es gibt so wahnsinnig viele Felder, auf denen Sie sich optimieren könnten. Aber: Warum eigentlich? Würden Sie gern was ändern, weil Sie überzeugt von einer Sache sind, oder eher, weil doch jeder das Beste aus sich und seinem Leben machen sollte? Der christliche Schöpfungsmythos erzählt, dass Gott erst den Kosmos, dann die Welt, die Tiere und den Menschen geschaffen hat. Jedes einzelne seiner Werke hat er am Ende angesehen und für „gut“ befunden. Für so gut, dass er sich danach ausruhen konnte. Er hat offenbar keinen Grund gesehen, noch irgendwas zu optimieren oder zu perfektionieren. Also: Gott hat nicht den Anspruch, dass Sie perfekt sein sollen. – Woher kommt’s, wenn Sie das von sich erwarten? Und: Brauchen Sie „perfektes“ Leben?


Thema: Beten ist nicht peinlich

Mittwoch, 14. Oktober 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Wann waren Sie zum letzten Mal in 'ner Kirche? Einfach so: Um sie zu betrachten, Ruhe zu finden oder 'ne Kerze anzuzünden oder um zu beten? Wenn ich in eine Stadt komme, schau ich meistens auch in der Kirche vorbei. In letzter Zeit begegne ich da vielen Leuten zwischen zwanzig und vierzig. Einige stecken eine Kerze an und beginnen verschämt aber innig zu beten. Sie wirken, als wäre es ihnen peinlich, dabei gesehen zu werden, machen aber trotzdem weiter. Sprechen Sie auch manchmal spontan ein Stoßgebet, oder kennen Sie das Bedürfnis, sich mit ihren Sorgen an Gott zu wenden? Isses Ihnen dann peinlich, zu beten? In 'ner Kirche sind Sie damit immer willkommen. Die Kirchengemeinden freuen sich, wenn „ganz normale Leute“, wie Sie dazu stoßen. Klar: Es ist 'ne riesen Hürde, mit - erstmal - fremden Menschen und Gott Ihre Sorgen und Nöte zu teilen. Aber peinlich sein muss Ihnen das nicht. Solche Gefühle gehören zum Menschsein dazu. Also: Wenn Sie heute das Gefühl haben, Gott was mitteilen zu wollen, tun Sie‘s. Und: Warum nicht in einer Kirche?


Thema: Theresa von Avila – Selbst ist die Frau

Donnerstag, 15. Oktober 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Emanzipation, Selbstverwirklichung und starke Frauen – denken Sie da an Frauenquote, Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder an das Klosterleben? Kann sich gerade da eine Frau selbst verwirklichen? Schon – hat sich wenigstens Theresa von Avila gedacht. Die hat vor knapp fünfhundert Jahren gelebt, als Frauen noch mit ungefähr zwölf verheiratet worden sind und quasi nichts zu melden hatten. Theresa wollte nicht heiraten sondern selbst über ihr Leben bestimmen. Deswegen ist sie mit Anfang zwanzig ins Kloster eingetreten, da hatte sie ihr eigenes Zimmer und ihre Ruhe. Das waren also ganz praktische Gründe. Mit der Religion hat Theresa gekämpft und ziemlich drunter gelitten, fromm sein zu müssen. Bis es sie mit knapp vierzig getroffen hat wie ein Blitz: Gott liebt sie, genau sie. Ab da war Beten für sie, wie reden mit einem Freund. Was sie von Gott gehört hat, fand sie viel besser als Geld, Sex oder Macht. Klingt schräg? Hätte die junge Theresa wohl auch gesagt. Können Sie sich vorstellen, welche Überraschung Gott für Sie bereithalten könnte? Womöglich heute, am Gedenktag der Heiligen Theresa?


Thema: Kirchliche Einrichtungen sind was Besonderes!

Freitag, 16. Oktober 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Wie unterscheiden sich ein katholisches Krankenhaus, eine katholische Schule oder Kita von staatlichen Einrichtungen? Denken Sie da vor allem an Auflagen, die den Angestellten vorschreiben, wie sie privat zu leben haben? Oder auch an die persönliche Betreuung, die Sie dort erfahren: Zum Beispiel durch Seelsorger; durch maßgeschneiderte Gottesdienste, - für Sie - oder durch ein Arbeitsklima, dem es um Gottes Botschaft und um die Liebe zum Menschen geht? Natürlich gelingt das nicht immer, leider. Aber die Orientierung an den christlichen Idealvorstellungen von Menschenwürde und Nächstenliebe gibt 'ne klare Richtung vor. Die finden Sie so in einer staatlichen Einrichtung nicht. So berichten Mitarbeiter von katholischen Einrichtungen, die verstaatlicht oder anders privatisiert wurden, dass es plötzlich eben nicht mehr vor allem um den Menschen geht, sondern um Wirtschaftlichkeit und Leistung. Gefällt Ihnen das? Oder möchten Sie die kirchlichen Einrichtungen unterstützen? Dann können Sie das ganz einfach dadurch tun, dass Sie in Ihrer Kirche bleiben!


Thema: Vertrauen – ein letzter Halt!

Samstag, 17. Oktober 2020, ca. 6:20 Uhr + 10:47 Uhr

Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser. Wenn’s um Ihre Sicherheit geht, bestimmt: Ihr Auto sollte schon gut geprüft sein, bevor Sie losfahren. Wie ist das bei Menschen? Wie fänden Sie’s, wenn Sie vor einer Freundschaft erst einen Vertrauenstest bestehen müssten? Oder umgekehrt: Was braucht’s, damit Sie jemandem Ihr Vertrauen schenken? Genau das ist Vertrauen ja: Ein Geschenk. Und wenn das enttäuscht wird, tut’s richtig weh. Könnte sein, dass Sie das schon erlebt haben: Sie bauen fest auf jemanden, schütten ihm Ihr Herz aus, machen sich verletzlich – und derjenige lässt Sie allein im Regen stehen. Die Bibel erzählt viele solche Geschichten: Als es Jesus an den Kragen geht, zum Beispiel, sagt sein bester Freund: Den Mann hab ich nie gesehen. Oder: Der schwerkranke Hiob. Der muss ausgerechnet von seinen Freunden schwere Vorwürfe ertragen, weil er krank ist. Tröstet’s Sie da, dass Gott den Enttäuschten beisteht? Sozusagen: Als letzter Halt? Für wen seid Ihr so ein „letzter Halt“ – und wie gehen Sie mit diesem geschenkten Vertrauen um?