Die Feels like heaven-Manuskripte

vom 27. September bis 3. Oktober 2020

Autor: Uwe Burkert, Speyer


Thema: Von Staats wegen – sonntags etwas ruhiger?

Sonntag, 27. September 2020, ca. 6:20 Uhr + 10:47 Uhr

Was halten Sie vom Sonntagswaschverbot in manchen Bundesländern? Also dass Sie Ihr Auto sonntags nicht an die Tanke bringen können und durch die Waschstraße laufen lassen? Kirchen und Gewerkschaften sind eher dafür, dass Sonntagswaschverbot aufrecht zu erhalten – und denken dabei zum Beispiel an diejenigen, die dafür arbeiten müssen, damit auch sonntags was läuft. Oder an die Anwohnerinnen und Anwohner in Tankstellennähe, die dann noch mehr Traffic auch sonntags noch nerven würde. Der Tankstellen-Interessenverband findet dagegen, jeder soll überall selbst entscheiden können, wann er oder sie das Auto in die Waschstraße fährt. Nun ist das ja so eine Sache mit der eigenen Entscheidung – immer dann spätestens, wenn andere davon mit betroffen sind, was naturgemäß bei vielen Entscheidungen der Fall ist. Ist es da womöglich nicht doch eine gute Idee, wenn von Staats wegen, vom Gemeinwesen, von der Mehrheit beschlossen ist, den Sonntag etwas ruhiger angehen zu lassen? Zumal dann auch im Sinne der Religionsfreiheit Christinnen und Christen noch unbeschwerter ihren Sonntag feiern können. Was meinen Sie?


Thema: Entdecken und feiern Sie – die stillen Wunder!

Montag, 28. September 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Wann haben Sie zuletzt ein stilles Wunder gefeiert? So wie es Ihnen ein irischer Segenswunsch ans Herz legt? Die stillen Wunder, die in der lauten Welt keine Bewunderer haben und Bewunderinnen, wie der Segenswunsch weiter ausführt. Oder ist es etwa kein stilles Wunder, dass jeden Morgen die Sonne aufgeht und diesen Teil des Planeten Erde taghell macht? Ist es etwa kein stilles Wunder, wenn Sie einen herbstroten Apfel anschauen und dem Geschmack nachspüren? Wann haben Sie zuletzt ein stilles Wunder gefeiert? Dass Sie Ihre Partnerin, Ihren Partner fürs Leben unter Milliarden Menschen gefunden haben? Ihre Kinder, die Sie jeden Tag mit etwas überraschen; Ihre Eltern, ohne die Sie nicht da wären; den frischen Tau auf grünem Gras an Ihren nackten Füßen? Nehmen Sie sich die Zeit heute, das kann auch mal nur 'ne Minute sein, nehmen Sie sich die Zeit, die stillen Wunder zu entdecken, die in der lauten Welt sonst schnell übersehen werden und die Ihren Alltag für Augenblicke zum Feiertag machen – wenn Sie sie feiern, die stillen Wunder.


Thema: Mehr weibliche, göttliche Energie – für diese Welt?

Dienstag, 29. September 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Ob Sie entgeistert sind oder begeistert – Geist spielt in beiden Fällen eine wichtige Rolle: Sind Sie entgeistert – fehlt Ihnen der Geist, verstehen Sie nicht, fehlt Ihnen der Sinn. Geist ist eine Energie, eine Kraft, die Sie antreiben kann, erfüllen und bewegen – wenn sie begeistert sind von etwas - und ohne die Sie eher matt sind und antriebslos. Der Mannschaftsgeist zum Beispiel kann ein Team zu Höhenflügen antreiben – aber ohne: geht nix. "Der" Geist ist im Griechischen weiblich, auch im Hebräischen – in den beiden Original-Sprachen der Bibel. Ja, auch der Atem des Lebens, der Geisthauch am Anfang der Bibel, mit dem Gott den Menschen belebt – ist weiblich. Der Heilige Geist, der Pfingsten den engsten Freundeskreist Jesu aufmischt und ihm neue Lebendigkeit einhaucht - ist weiblich. Hildegard von Bingen nennt das, was alles Lebendige lebendig macht - die "Grünkraft", auch die ist weiblich. Könnte es deshalb eine gute Idee sein, mitzuhelfen dabei, dass noch viel mehr weibliche Gestaltungskraft und Energie – die Welt gestalten und prägen können: unser Zusammenleben und Miteinander? Und wie - helfen Sie dabei mit?


Thema: Ist Fragen und Suchen danach – der Sinn des Lebens?

Mittwoch, 30. September 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Sind Sie sich auch manchmal – ein Rätsel? Und fragen sich: warum bin ich und warum bin ich wie ich bin? Geht's Ihnen wie vielen anderen auch: so viele Fragen, so wenige Antworten – auf die großen Fragen wie: Warum leben wir überhaupt? Was ist der Sinn des Lebens? Gibt es überhaupt einen Sinn im Leben? Denn es gibt viele gute Gründe, daran zu zweifeln: Tod, Leid, Schmerz, Gewalt, Niederträchtigkeit. Zum Glück gibt's auch gute Gründe, daran zu glauben: Liebe, Teilen, Zuwendung, wunderbares Füreinander und Miteinander. Würden Sie so weit gehen wie Rahel Varnhagen, die meint: "was ist am Ende der Mensch anders, als eine Frage!" Wie leben Sie mit so vielen, offenen Fragen? Werden Sie müde – vor lauter fragen? Oder können Sie sich die kindliche unbändige Neugier bewahren – und fragen und fragen und fragen: Warum, wozu, wieso, weshalb? Und ist gerade das Ihre gottebenbildliche Bestimmung und Aufgabe – sich beharrlich vorzutasten auf der Suche nach dem Geheimnis Ihres Lebens, nach dem Quell und Urgrund von allem, das die Religionen – Gott nennen? Was glauben Sie?


Thema: Alles so lecker - Erntedankadresse Gott?

Donnerstag, 1. Oktober 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Kennen Sie die kleine Schwester der Liebe? Die kleine Schwester der Liebe ist ... die Freundlichkeit. Von wem auch immer dieser Spruch stammt: Da ist viel Wahres dran, oder? Liebe ist schon eine große Aufgabe. Aber Freundlichkeit? Das ist einfacher: ein freundlicher Blick, auch über die Mund-Nasen-Maske hinweg; ein nettes „Guten Morgen“ für die Busfahrerin; die Tür aufhalten für den Kollegen, der voll bepackt ist; sowas halt. Klar: Liebe, Nächstenliebe wird in der Bibel ganz groß geschrieben. Aber auch, wenn Sie - in Anführungszeichen - nur freundlich sind, können Sie sich auf die Bibel berufen; denn in einem seiner Briefe schreibt der Apostel Paulus: „Lasst alle Menschen eure Freundlichkeit spüren“ - oder „eure Güte“, je nach Übersetzung; jedenfalls eine Nummer kleiner als „Liebe“. Und, wer weiß: Vielleicht nimmt die kleine Freundlichkeit ja ihre große Schwester, die Liebe an die Hand und bringt sie mit. Probieren Sie‘s aus, am besten gleich heute. Viel Erfolg dabei!


Thema: (Ernte-)Dank - wem und wofür?

Freitag, 2. Oktober 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Feiern Sie am Sonntag auch Erntedank? Sogar mit einem kleinen Erntedank-Brot? Das erinnert an die Bitte aus dem Vaterunser: "Unser tägliches Brot gib uns heute". Beim "täglichen Brot" haben Sie hierzulande fast immer die Qual der Wahl in der Bäckerei – auch zwischen unzähligen Sorten Brötchen. Sagen Sie genau deshalb manchmal still für sich: danke? Danke für all die leckeren Sachen, die Sie so selbstverständlich kaufen können im Supermarkt oder Naturkostladen? Sagen Sie auch sonst manchmal still für sich: danke? In besonderen Momenten? Wenn Sie sich richtig rundum wohl fühlen - alles ist gut? Beim Sonnenuntergang, der unter die Haut geht? Wenn Sie auf einer satt-grünen Wiese in der warmen Sonne stehen? Sagen Sie auch sonst manchmal still für sich: danke? Für besondere Menschen, denen Sie begegnen, die Sie begleiten, die Sie begeistern? Danke, weil – so richtig was dafür können Sie ja nicht: für besondere Menschen oder für besondere Momente. Das sind Geschenke, die fallen wie vom Himmel. Weshalb manche sogar beten: "Gott sei Dank!" Oder wem - danken Sie – und wofür?


Thema: Frei Ikonen Gottes sein dürfen – das feiern wir!

Samstag, 3. Oktober 2020, ca. 6:20 Uhr + 10:47 Uhr

Dreißig Jahre Deutsche Einheit – feiern Sie mit? Denn es gibt ja was zu feiern! Nein, nicht die Verwerfungen, nicht was schief gelaufen ist und dass die Bundesländer im Osten immer noch ein bisschen hinterher hinken hier und da - in puncto Einkommensniveau zum Beispiel. Aber dass die Menschen im Osten Berlins, in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen frei sind und in einer Demokratie selbst mitbestimmen können über ihre Regierung – das feiern wir heute. Dass alle in Freiheit ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen können in unserem Staat und wir das Volk sind – das feiern wir. Dass alle frei ihre Meinung sagen dürfen, Pläne machen können und sie mit anderen zusammen wirklich werden lassen – das feiern wir. Und dass wir so Ikonen Gottes sind, sein können, Bilder von Gott – in denen sich das Urbild zeigt: Gott, die urgründige Kreatorin und der Schöpfer von allem, was ist. Das feiern wir – dass wir diese große Würde haben und so auch leben dürfen: seit der deutschen Einheit auch wieder im Osten der Bundesrepublik. Das feiern wir. Feiern Sie mit!