Die Feels like heaven-Manuskripte vom 7. bis 13. Juni 2020

Autor: Uwe Burkert, Speyer


Thema: Dreifaltig - lebendig miteinander wie Gott!

Sonntag, 7. Juni 2020, ca. 6:20 Uhr + 10:47 Uhr

Was heute im kirchlichen Festkalender steht, gehört zum Kniffligsten überhaupt: die Dreifaltigkeit, also so wie Christen Gott denken und beschreiben. Denn der Hauptvorwurf ist klar: Ihr glaubt nicht an den einen Gott, sondern an drei. Ist da was dran? Über die Dreifaltigkeit haben sich Generationen von klugen Köpfen ihre Köpfe zerbrochen. Das liegt vor allem daran, dass Gott grundsätzlich unbeschreiblich ist. "Du sollst dir kein Bildnis machen" ist das entsprechende biblische Gebot dazu. Aber so ganz ohne Vorstellungen fällt uns schwer und können wir auch eigentlich nicht. Drum ist die Dreifaltigkeit der Versuch zu beschreiben, dass Gott nicht einfach ein statisches Gegenüber ist zum Menschen, zur Welt, zum Kosmos, zum Universum; sondern dass Gott schon in sich ein lebendiges Miteinander ist, aus Vater, Sohn und Heiligem Geist, das Welt und Mensch dazu nicht braucht, denn sonst hätte Gott ja was gefehlt ohne Welt und Mensch – und damit wäre dann Gott nicht Gott. Gott als lebendiges Miteinander, ein Vorbild, dem die Ebenbilder Gottes nacheifern sollen. Oder -kurz und knapp: Gott ist gesellig. Seien Sie es auch!


Thema: Dreifaltigkeit: Gottes interaktive Seite entdecken!

Montag, 8. Juni 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Das ist ein harter Brocken, an dem auch Christinnen und Christen schwer zu knabbern haben, wenn sie "Dreifaltigkeit" feiern – so wie gestern am Dreifaltigkeitssonntag oder Sonntag Trinitatis. Der drei-faltige Gott: ein Gott in drei Personen und doch einer. Ein Unding beispielsweise für Juden und Muslime. Denn nach jüdischem und muslimischem Glauben kann Gott nur einer sein, ungeteilt – da können Christen sich theologisch sonst wie ins Koma denken: ein Gott in drei Gestalten, Personen oder was auch immer – geht gar nicht, basta. Dabei ist so superfremd nicht, etwas als Ganzes zu bezeichnen, das doch aus Einzelnem besteht. Ein Auto etwa, was ist das? Tausende von Teilen in einer bestimmten Weise zusammenkombiniert. Eine Familie, was ist das? Einzelne Personen, je für sich – und doch nennen wir sie zusammen Familie. Und die Dreifaltigkeit? Weist hin auf die interaktive Seite Gottes: dass Gott Energie ist und in sich bewegt - und anderes bewegend. Wie sehr bewegend – entscheiden Sie mit. Je nach dem, wie sehr Sie sich auf Gottes Interaktivität einlassen. Und im Bild der Dreifaltigkeit - Gottes interaktive Seite entdecken können!


Thema: "Normal" – ist nicht mal Gott, oder?

Dienstag, 9. Juni 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Was ist für Sie normal - und was nicht? Seitdem das Corona-Virus über den Planeten fegt, ist Vieles "normal", was vorher unvorstellbar gewesen ist. Mit Mund-Nase-Schutz einkaufen gehen? Das neue Normal. Sich zu Restaurantbesuchen und Gottesdiensten schriftlich anmelden? Normal. Lieferservice vom Metzger? Normal. Das Wörtchen "Normal" kommt aus dem Lateinischen und bezeichnet im alten Rom das Winkelmaß der Zimmermänner. Dass Sie an jeder Ecke hier in Deutschland eine Pizza kaufen können - ist das normal? Heute schon, früher nicht. Was ist "normal": dass Männer mit Frauen zusammenleben oder Frauen mit Männern oder Männer mit Männern oder Frauen mit Frauen? "Normal" ist das alles nicht – aber auch nicht unnormal. Sondern – wie das richtige Leben, wie Leben überhaupt, das flexibel ist, abwechslungsreich, bunt, und nur zum Teil planbar und berechenbar. "Normal" – ist nicht mal Gott. Im Gegenteil – er/sie/es ist so unnormal, dass unsere Vorstellungskraft nicht ausreicht, um Gott zu erfassen, zu begreifen, irgendwo dingfest zu machen. Gott ist bunt und schillernd und alles Mögliche – nur nicht das, wofür wir ihn halten. Ist das noch - normal? Oder was ist für Sie – normal?


Thema: Wie sich selbst! Die Basis für Nächstenliebe

Mittwoch, 10. Juni 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Woran orientieren Sie sich bei dem, was Sie tun? Was steht als Motto auf Ihrem persönlichen Kompass, der Sie durch's Leben führt alle Tage? Liebe deinen Nächsten wie dich selbst? So wie die Bibel im ersten und im zweiten Teil, im Alten und im Neuen Testament, auf den Punkt bringt und zentral zusammenfasst, worauf's ankommt im Leben, im menschlichen Miteinander und Füreinander? Denn dabei sind ja beide Motto-Teile wichtig – auch "wie dich selbst"! Denn wenn Sie nicht auch für sich selber sorgen, fürsorglich umgehen mit Ihren Kräften und Möglichkeiten, wenn Sie sich und Ihre eigenen Grenzen nicht respektieren, sind Sie irgendwann am Ende – und können niemanden mehr lieben: keine Nächsten und auch sich selber nicht. Oder Sie sind so unbarmherzig, rücksichtslos, immer weiter und immer fordernd wie zu sich selbst – auch zu Ihren Nächsten. Wenn Sie zu oft am Limit laufen – verlangen Sie das irgendwann auch von anderen. Liebe deinen Nächsten – wie dich selbst. Beides ist wichtig: Selbst-Fürsorge und sich um andere zu kümmern. Oder – was glauben Sie?


Thema: "Vronlichnam": Quicklebendig und demonstrativ!

Donnerstag, 11. Mai 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Quicklebendig ist der Fron-Leichnam, der "lebendige Leib des Herrn”, wie das alte deutsche Wort "vronlichnam” etwa zu übersetzen ist. Den "lebendigen Leib" des Herrn stellen heute Christinnen und Christen in den Mittelpunkt – teils sogar in kostbaren Monstranzen. Um so anschaulich zu demonstrieren, was sie glauben: dass Jesus leibhaftig da ist im heiligen Brot. Quicklebendig zeigen sich Christinnen und Christen aber auch selber - genau dadurch: dass sie demonstrieren, das ist der Gott, an den wir glauben. Schon der Apostel Paulus schwärmt im Neuen Testament von der Kirche als lebendigem Leib Christi mit seinen vielen, vielen Gliedern und dass jedes Glied seine besondere Aufgabe hat wie Auge, Ohr, Fuß und Hand und dass nur alle zusammengenommen ein brauchbares Ganzes ergeben. Gott hat jedes einzelne Glied so in den Leib eingefügt, wie es seiner Absicht entsprach, schreibt Paulus an die Korinther (1 Kor 12,18). So ist jede Christin, ist jeder Christ von Gott besonders geadelt. Adel allerdings verpflichtet. Zum Beispiel zu zeigen, was und an wen man glaubt. An was und wen glauben Sie? Und wann und wem - zeigen Sie das?


Thema: Goldene Regel? Tun, was Sie von anderen erwarten!

Freitag, 12. Juni 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Woran orientieren Sie sich bei dem, was Sie tun? Was steht als Motto auf Ihrem persönlichen Kompass, der Sie durch's Leben führt alle Tage? Die Goldene Regel, im Volksmund zusammengefasst: Was du nicht willst, was man dir tu – das füg auch keinem andern zu? Dabei lautet das Original noch zupackender und aktiver: "Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihnen!" (Mt 7,12) So formuliert Jesus die sogenannte Goldene Regel in seiner weltberühmten Bergpredigt im Matthäusevangelium. Also vermeiden Sie nicht nur, etwas zu tun, was Sie selber auch nicht mögen würden. Sondern aktiv und positiv: Was Sie sich von anderen wünschen, wie Sie von anderen behandelt werden möchten – so machen Sie es umgekehrt auch mit den andern. Wenn Sie selber Probleme haben mit Kinderbetreuung und Home-Office und Home-Schooling – was würden Sie sich von anderen wünschen? Wenn Sie selber nicht mehr einkaufen könnten oder traurig wären – was würden Sie sich von anderen wünschen? Die Goldene Regel Jesu als Motto auf Ihrem Kompass, der Sie durch's Leben führt: wär' das was - oder warum eher nicht?