Die Angedacht!-Manuskripte vom 2. bis 8. Januar 2022

Autor: Uwe Burkert, Speyer


Thema: 2022: Noch ist alles drin - worauf kommt's Euch an?

Sonntag, 2. Januar 2022, 6:40 Uhr

Gerade mal ein paar Stunden alt ist das neue Jahr - und noch ist alles drin: beruflich, privat. Neuen Job suchen? Im alten noch mal richtig Gas geben? Endlich heiraten oder sich scheiden lassen? Schule wechseln? Kinder kriegen? Vieles anders machen im neuen Jahr? Manches genauso? Dem Chef endlich mal die Meinung sagen? In Urlaub, wo die Sonne scheint? Oder lieber dahin, wo's 'n bisschen kühler ist? Sich mit der "Ex" endlich aussöhnen? Mal wieder in die Kirche gehen oder austreten? Sich in 'ner Partei engagieren oder lieber nicht? Erstkommunion und Konfirmation der Kinder durchziehen? Mehr Sport, dafür weniger Fernsehen? Mainz 05 die Treue halten, dem FCK - oder lieber dem Freund und der Freundin? Oder beides? Dem Pfarrer den Marsch blasen, dass seine Predigten und Gottesdienste stinke langweilig sind? Mehr Zeit für die Kinder? Alles eine Frage der Akzente, der Schwerpunkte, was Euch wert und wichtig ist, am wichtigsten. "Was ein Mensch sät, das wird er auch ernten" (Gal 6,7), heißt es dazu lapidar in der Bibel, und dass es darauf ankommt, sich an den Maßstäben Gottes zu orientieren. Die stehen in der Bibel seitenweise und fromme Frauen und Männer haben vorgelebt, worauf es ankommt. Noch ist alles drin im neuen Jahr. Entscheidet mit, was hinten 'rauskommt. Worauf kommt's Euch an - im neuen Jahr?


Thema: Weihnachtslektion: Ihr müsst nicht die Größten sein!

Montag, 3. Januar 2022, 5:40 Uhr

Hat Euch der Alltag endgültig wieder? Die Christbäume weg, Krippen wieder eingepackt, außerdem fängt heute wieder die Schule an: Weihnachten - war gestern, aus und vorbei. Dabei ist das doch erst der Anfang! Einer ganz großen Geschichte. So groß, dass die größte aller Weltreligionen draus wird. Dabei stehen die Chancen des Kindes von Bethlehem denkbar schlecht. Zur Welt gekommen irgendwo in der Provinz in einem Stall, den keiner kennt, den Vater kennt auch keiner, ein paar lausige Hirten kommen zu Besuch, später dann, immerhin, vornehme Herren aus dem Osten. Müssen aber auf einem Umweg zurück nach Hause. Denn König Herodes lauert schon und will dem Christkind an den Kragen. Du hast keine Chance, nutze sie – wär' nicht übertrieben als Motto über dem jungen Leben des Jesus von Nazareth. Also schon hier, gleich am Anfang, wird Gott deutlich: Meine Kategorien sind so anders und nicht von dieser Welt. Was klein, macht Gott groß, was machtlos mächtig, die am Rand stellt er ins Zentrum. Fortsetzung folgt. In Eurem Alltag, wenn Ihr wollt. Denn das ist die Lektion von Weihnachten: Ihr müsst nicht um jeden Preis die Größten sein. Um was zu gelten und zu bewegen. Gerade das nicht!


Thema: Sternsinger 2022: Helft mit!

Dienstag, 4. Januar 2022, 5:40 Uhr

Die Sternsinger geh'n zwar auch dieses Jahr nicht überall auf Tour - verkleidet als Caspar, Melchior und Balthasar, um an den Türsturz zu schreiben "Christus segne dieses Haus 2022", "Christus mansionem benedicat” lateinisch, abgekürzt "C+M+B". Doch überall engagieren sich die Sternsinger auch dieses Jahr wieder Corona konform für Kinder in aller Welt und anderer Kontinente. Diesmal steht beispielhaft im Mittelpunkt: die Gesundheitsversorgung von Kindern in Afrika. Unter dem Motto: "Gesund werden – gesund bleiben". Wie sehr sich helfen lohnt zeigt zum Beispiel, dass sich die Kindersterblichkeit halbiert hat in Afrika von 1990 bis 2015. Die Projektpartner der Sternsinger begleiten Frauen während der Schwangerschaft - für einen gesunden Start mit ihren Neugeborenen. Sie impfen Babys, behandeln Kinder und stärken sie mit Ernährungshilfen. In schulischen Gesundheitsclubs lernen die Kinder, dass schon einfache Hygienemaßnahmen wie Händewaschen dazu beitragen, ihre Gesundheit zu schützen. Weltweit helfen die Sternsinger. Die weltweit größte Aktion Kinder helfen Kindern. Kleine Könige ganz groß. Wenn sie bei Euch klingeln oder wenn Sie Euch einladen, kontaktlos zu spenden: Helft mit!


Thema: Soviel 2022 noch übrig - teilt die geschenkte Zeit!

Mittwoch, 5. Januar 2022, 5:40 Uhr

Wisst Ihr schon, was Ihr mit dem neuen Jahr anfangt – von dem noch 360 Tage übrig sind? 360 Tage, die dieses Jahr Euch schenkt! Oder findet Ihr schenken zu poetisch, zu schwülstig? Schenken – weil niemand Herrin oder Herr ist der eigenen Zeit; niemand kann sich Zeit einfach nehmen und horten; niemand kann sich seine Zeit garantieren: am nächsten Morgen wieder aufzuwachen, den nächsten Tag zu erleben, die nächste Stunde, nicht mal die nächste Minute oder Sekunde. "Plötzlich und unerwartet” heißt es dann, jemanden trifft der Schlag, ein Unfall, das kann alles ganz schnell gehen. Klar, dass für die biblischen Autoren Gott der Herr der Zeit ist. Gott weist den Menschen "gezählte Tage und eine bestimmte Zeit zu”, heißt es entsprechend bei Jesus Sirach (17,2). Ein schönes Geschenk, die Zeit, Eure Zeit. Freut Euch drüber – und teilt sie mit anderen! Ob Ihr mit Euren Kindern spielt oder ihnen was vorlest, ob Ihr mal wieder Eure alte Tante besucht oder die kranke Nachbarin, ob Ihr für jemanden einen Einkauf übernehmt oder was anderes erledigt, ob Ihr mit Eurer Liebsten oder Eurem Liebsten eine ganz besondere Stunde verbringt: bei einer Tasse Kaffee, lecker Essen, was auch immer. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst - heißt übersetzt auch: schenkt Eure Zeit weiter - und teilt sie mit anderen!


Thema: Euer Weihnachten heute – Epiphanie!

Donnerstag, 6. Januar 2022, 6:40 Uhr

Jo, is' denn scho' wieder Weihnachten, heute, an Dreikönige? Ja, isses. Drum feiern orthodoxe Christen*innen heute erst: "Weihnachten", am sogenannten Dreikönigstag, am "Fest der Erscheinung des Herrn", wie's offiziell heißt, griechisch "Epiphanie". Denn am Dreikönigstag sind die Magier, die Sterndeuter aus dem Osten, endlich am Ziel ihrer Träume, wenn der Stern halt macht über der Krippe von Bethlehem und sie den neugeborenen König der Juden finden, den Heilsbringer, den Erlöser, den Messias. Dabei stehen die Magier für uns, für Euch und mich, für die Heiden, die Ungläubigen - nach damaliger jüdischer Auffassung. So meinen es auch die Evangelien-Schreiber, allesamt von Geburt Juden. Deshalb lässt Lukas erst Hirten zur Krippe kommen, die stehen für das Volk Israel. Denn ursprünglich sollte der Messias nur das auserwählte Volk Gottes retten. Die Magier aus dem Osten dagegen stehen für die übrigen Völker, ringsum, weltweit, die keine Juden sind. Sensationell, so das Evangelium, die frohe Botschaft: der Erlöser der Welt erlöst alle, das Licht der Welt leuchtet für alle. Multikulti vor 2000 Jahren, Schluss mit schwarz-weiß-Malerei. Gott gibt jedem seine Chance und ihre Chance und ist für alle da. Das könnt Ihr feiern heute, an Dreikönige. Denn: ja, es is' scho' wieder - Weihnachten!


Thema: Respektvoll streiten nach der Goldenen Regel Jesu

Freitag, 7. Januar 2022, 5:40 Uhr

Seid Ihr für oder gegen eine allgemeine Corona-Impfpflicht? In einem freien Land wie bei uns in Deutschland entscheidet zunächst mal jede und jeder selbst, sich impfen zu lassen oder nicht. Allerdings sind wir nicht nur eine lose Ansammlung von einzelnen, die nix miteinander zu tun haben. Sondern wir leben alle auch miteinander und versuchen, vieles gemeinsam auf die Reihe zu bekommen, was die Einzelne und den Einzelnen alleine überfordern würde: Krankheit und Arbeitslosigkeit sind dafür nur zwei Beispiele. Oder – eine Pandemie. Und wenn die Mehrheit der begründeten Ansicht ist, die uneingeschränkte persönliche Freiheit des einzelnen könne das Zusammenleben zu sehr beeinträchtigen oder sogar gefährden, wird die persönliche Freiheit sogar eingeschränkt: durch rote Ampeln im Straßenverkehr, durch Nachbarschaftsrecht, Bauvorschriften oder eine Masern-Impflicht für Kinder – die gibt's ja schon. So ist das in unserer freiheitlichen Gesellschaftsordnung, in unserer Demokratie. Darüber zu streiten gehört dazu. Darüber den Respekt voreinander zu bewahren gehört ebenfalls dazu. Oder um es schlicht mit der Goldenen Regel Jesu aus der Bibel zu sagen: Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen. Eine Goldene Regel überhaupt – fürs Zusammenleben. Oder – was meint Ihr?


Thema: Mutter Teresa: Verändern – fängt bei Euch an!

Samstag, 8. Januar 2022, 6:25 h

Was meint Ihr, was sollte sich ändern bei Euch zuhause in der Familie zum Beispiel oder in der Partnerschaft? Und wie geht Ihr das an? Oder was sollte sich ändern bei Euch auf der Arbeit, im Betrieb, im Team – und wie geht Ihr das an? Oder was sollte sich bei Euch im Verein ändern – und wie am besten? Oder bei Euch im Dorf, bei Euch in der Schule, an der Uni – und wie geht Ihr das an? Mutter Teresa soll mal von einer Journalistin gefragt worden sein: "Was meinen Sie, Mutter Teresa, was sich in der Kirche ändern sollte?" Und sie soll darauf lapidar geantwortet haben: "Sie und ich!" Will sagen: Wenn sich was ändern soll, wenn Ihr was verändern wollt – fangt bei Euch an. Denn dann fängt's an: dann verändert sich schon mal was. Und sei's zunächst nur mal, dass Ihr nicht länger das Mantra runterbetet: ändert sich eh' nix, kannste nix machen. Und dass Ihr selber anfangt zu glauben: doch, da geht was. Auch Jesus rät sehr klar, sich erst mal um den Balken im eigenen Auge zu kümmern – statt um den Splitter im Auge Eures Gegenübers. Bei Euch zuhause, mit den Kindern, in Eurer Paarbeziehung, auf der Arbeit, in der Schule, in Eurem Verein, in der Politik – was immer sich wo ändern soll und anders werden soll, damit's bestenfalls besser wird: Fangt bei Euch an!