Die Angedacht!-Manuskripte vom 6. bis 12. November 2022

Autor: Stefan Weinert, Trier


Thema: Eure kleine Kraft – die Frieden schafft?

Sonntag, 6. November 2022, 6:40 Uhr

Heute ist – Sonntag. Klar. Heute ist aber auch der – „Internationale Welttag für die Verhütung der Ausbeutung der Umwelt in Kriegen und bewaffneten Konflikten“. Der ist immer am 6. November, offiziell von der UNO verkündet vor gut zwanzig Jahren. „Internationaler Welttag für die Verhütung der Ausbeutung der Umwelt in Kriegen und bewaffneten Konflikten.“ Denn: Im Krieg leiden natürlich die Menschen. Aber auch die Natur, die Umwelt, die ganze Schöpfung Gottes. Im ersten Weltkrieg hat der Einsatz von chemischen Waffen in Frankreich und Belgien die Natur auf Jahrzehnte geschädigt; genauso wie der Einsatz von Agent Orange durch die USA im Vietnamkrieg. Und auch im Ukrainekrieg werden Felder zerstört; der Beschuss von Industrieanlagen setzt giftige Stoffe frei; von einer drohenden Atomkatastrophe ganz zu schweigen. Und wenn die Natur leidet, leiden auch die Menschen. Darauf soll dieser Welttag aufmerksam machen. Und jetzt? Was könnt Ihr da tun? „Lass‘ uns mit unsrer kleinen Kraft suchen, was den Frieden schafft“, heißt es in einem Kirchenlied. Was könnte Eure kleine Friedenskraft sein? Euren Namen auf eine Unterschriftenliste setzen? Auf eine Demo gehen, zu einer Mahnwache, in einen Friedensgottesdienst? Oder – was noch?


Thema: Tag der Zartbitterschokolade mit Mandeln

Montag, 7. November 2022, 5:40 Uhr

Mögt Ihr Schokolade? Dann ist das heute Euer Tag: der Tag der Zartbitterschokolade mit Mandeln! What? Doch, ja, zumindest in den USA. Der US-amerikanische Verband der Süßwarenhersteller führt diesen Tag in seinem Kalender. Also, wenn Ihr mögt, könnt Ihr heute ganz offiziell naschen – Zartbitterschokolade mit Mandeln. Klassische Vollmilch-Nuss ist sicher auch okay, oder Nuss-Nougat, White Crisp – die Auswahl ist groß. Lasst’s Euch gut gehen mit Eurer Lieblingsschokolade, feiert ein kleines Schokoladenfest, ruhig auch mit Euch allein, wenn gerade niemand zum mitfeiern da ist. Heute ist es Zeit für Schokolade. Denn – „alles hat seine Stunde“, steht in der Bibel im Buch Kohelet, auch Prediger Salomos genannt. „Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben, eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz.“ Und dann steht da: „Immer, wenn ein Mensch isst und trinkt und dadurch das Glück kennenlernt, ist das ein Geschenk Gottes.“ So gesehen ist heute - eine Zeit zum Schokolade essen. Also - ran an die Zartbittere oder die Vollmilch - oder welche Schokolade auch immer Ihr am liebsten mögt!


Thema: Welt-Schenk-Tag

Dienstag, 8. November 2022, 5:40 Uhr

Ja, ist denn schon Weihnachten? Nein, natürlich nicht; das ist noch gut sechs Wochen hin, für orthodoxe Christ*innen sogar noch ein paar Tage mehr. Und warum ist dann heute Welt-Schenk-Tag? Ist eine Marketing-Erfindung, von einer Event-Geschenk-Firma, die meint, wir sollten uns viel häufiger mal etwas schenken. Klar, das kurbelt das Geschäft an. Also, den können wir uns eigentlich schenken, den Welt-Schenk-Tag, oder? Andererseits – auch wenn das jetzt ein bisschen abgedroschen klingt: Manchmal sind’s ja die kleinen Geschenke, die von Herzen kommen und zu Herzen gehen. Hat Euch heute am frühen Morgen schon jemand ein Lächeln geschenkt? Wie seid Ihr überhaupt aufgewacht – einigermaßen gesund und munter? Mit Aussicht auf ein Frühstück und ein paar weitere Mahlzeiten? Is‘ ja nicht selbstverständlich auf der Welt. Ist also so gesehen nicht jeder Tag ein Geschenk? Klingt auch wieder nach Phrase – aber ist es nicht so? Jeder Tag ein Geschenk – von Mutter Natur, vom Leben, von Gott? Also sozusagen jeder Tag ein Welt-Schenk-Tag? Drum - wem schenkt Ihr heute etwas – ein Lächeln? Eure Aufmerksamkeit? Oder was sonst könntet Ihr wem heute schenken?


Thema: Mit meinem Gott überspringe ich Mauern

Mittwoch, 9. November 2022, 5:40 Uhr

Heute ist der 9. November, und der 9. November ist ja ein ganz besonderes Datum in der jüngeren deutschen Geschichte: 1918 ruft Philipp Scheidemann an diesen Datum die deutsche Republik aus; die Reichspogromnacht am 9. November 1938; und dann der Fall der Mauer am 9. November 1989. Der Mauerfall wird sogar schon in der Bibel erwähnt, in Psalm 18: „Mit meinem Gott überspringe ich Mauern.“ Na ja, natürlich ist das keine Vorhersage des Mauerfalls, aber passt schon. Denn im November 89 haben auch Christinnen und Christen eine wichtige Rolle gespielt, bewegt von Gottes Geist. „Mit meinem Gott überspringe ich Mauern.“ Dass Gott eingreift zugunsten von Menschen, die unfrei sind, unterdrückt – davon erzählt die Bibel mehr als einmal. Vor allem beim Exodus, der Flucht der israelitischen Sklaven aus Ägypten, der Flucht vor der ägyptischen Armee durchs Rote Meer – angeführt von Mose und mit Gottes Hilfe, wie die Bibel erzählt. „Mit meinem Gott überspringe ich Mauern.“ Wie ist das bei Euch - fühlt Ihr Euch auch manchmal wie eingemauert? Wer kann Euch dann helfen, wer hat Euch schon geholfen? Und - wem könnt Ihr helfen, Mauern zu überspringen?


Thema: Vergissmeinnicht-Tag

Donnerstag, 10. November 2022, 5:40 Uhr

Bitte vergesst nicht: Heute ist der Vergissmeinnicht-Tag. Der wurde 1922 zum ersten Mal in den USA begangen. Er sollte an die Soldaten erinnern, die im Ersten Weltkrieg schwer verwundet wurden – die nach dem Krieg aber schnell vergessen waren. Sich vergessen fühlen – das ist bitter. Habt Ihr das schon erlebt? Dass jemand eine Verabredung vergessen hat; einen versprochenen Anruf? Oder Bekannte von früher, die anscheinend völlig vergessen haben, dass es Euch gibt? Aus den Augen, aus dem Sinn? In der Bibel geht es oft darum, sich an Menschen zu erinnern, sie nicht zu vergessen. Der Apostel Paulus zum Beispiel, der ja mit vielen seiner Gemeinden per Brief in Kontakt stand, der schickte immer Grüße mit an Menschen in den Gemeinden, die ihm besonders wichtig waren – um ihnen zu zeigen: Ich, Paulus, ich habe euch nicht vergessen, ich denke an euch – auch wenn wir viele hundert Kilometer getrennt sind voneinander. Und von Gott heißt es sogar, dass er nicht einmal einen Spatzen vergisst – umso weniger also einen Menschen. Welchem Menschen könntet Ihr heute, am Vergissmeinnicht-Tag, wieder einmal zeigen, vielleicht nach langer Zeit: Ich habe Dich nicht vergessen?


Thema: Der heilige Martin: Macht's genauso!

Freitag, 11. November 2022, 5:40 Uhr

11. November, heute ist Martinstag. Vielleicht noch ein wenig eingeschränkt wegen Corona. Aber wie jedes Jahr werden Kitas und Pfarreien den heiligen Martin feiern und erinnern an die Geschichte mit der Mantelteilung. Die passierte schon vor über 1.600 Jahren, am Stadttor von Amiens. 18 Jahre war Martin damals alt, Offizier der römischen Legion. Es ist Winter, die Eiseskälte fordert Opfer. Und da sitzt dieser Bettler am Stadttor. Andere gehen vorbei - Martin nicht. Er hält an, und weil er sonst nichts dabei hat, zertrennt er seinen Militärumhang, obwohl das sicher Ärger bringt, und er gibt die Hälfte dem Bettler. Rettet ihn so vor dem Erfrieren. In der Bibel gibt’s eine ähnliche Geschichte, die vom barmherzigen Samariter: Da liegt einer, von Räubern ausgeplündert und zusammengeschlagen. Andere gehen vorbei. Ein Mann aus Samaria, ein Samariter, der hält an, leistet erste Hilfe und sorgt für die weitere Pflege. Jesus von Nazareth hat das Gleichnis vom barmherzigen Samariter erzählt, um klarzumachen, was er unter Nächstenliebe versteht: Not sehen – und handeln. Und wie sagt Jesus? - „Geh und handle genauso“. Wer denn? Der heilige Martin zum Beispiel. Und - Ihr!


Thema: Hühnersuppe-für-die-Seele-Tag

Samstag, 12. November 2022, 6:20 h

Klingt schräg, is‘ aber so: Heute ist der Hühnersuppe-für-die-Seele-Tag. Bei uns wird der nicht wirklich gefeiert, er kommt aus den USA – National Chicken Soup for the Soul Day; Nationaler Hühnersuppe-für-die-Seele-Tag. Eigentlich ist das ein Marketinggag. Chicken Soup für the Soul ist ein Verlag in den USA, der eine gleichnamige Buchreihe herausbringt – Motivationstraining und so was. So weit, so nett – aber warum ausgerechnet Chicken Soup for the Soul, Hühnersuppe für die Seele? Hühnersuppe ist ein altes Hausrezept, wenn Ihr erkältet seid, wenn die Nase läuft und der Hals kratzt. Die heiße Suppe macht warm; sie enthält Stoffe, die Entzündungen entgegenwirken und die Abwehrkräfte stärken; und es tut einfach gut, wenn Euch jemand mit heißer Suppe umsorgt. Und schon kommt die Seele ins Spiel. Denn eine heiße Hühnersuppe oder heiße Milch mit Honig oder ein Kräutertee, die tun dem Körper gut und der Seele. Auch die kann Hilfe gebrauchen, wenn sie verschnupft ist und kränkelt. Was hilft Eurer Seele dann? Die Nähe lieber Menschen? Gute Musik? Ein Gebet? Ein Spaziergang in der Natur, in Gottes guter Schöpfung? Eine Folge Eurer Lieblingsserie? Was ist wie Hühnersuppe für Eure Seele?