„Segensorte“ gestalten – mit mehr Klimaschutz und Ökumene

Diözesanversammlung im Bistum Speyer: Große Mehrheit für „Strategische Ziele“

Speyer. Das Bistum Speyer will „Segensorte“ gestalten und sich als Kirche in der Welt mit seiner christlichen Position in aktuelle, gesellschaftspolitische Diskussionen einbringen. Ziel dabei ist, an einer Gesellschaft mitzuwirken, „die die Würde des Menschen in allen Lebenssituationen und Lebensphasen in den Mittelpunt stellt“. Dies geht aus strategischen Zielen hervor, die bei einer Sitzung der Diözesanversammlung (DV) am Samstag (1.10.) in Speyer mit großer Mehrheit (65 Ja-Stimmen, drei Nein-Stimmen, 12 Enthaltungen) befürwortet wurden. Zudem will sich das Bistum stärker im Bereich von Klimaschutz und Nachhaltigkeit engagieren - Klimaneutralität wird angestrebt: „Wir erarbeiten einen Zeitplan und einen Maßnahmenkatalog, wie diese Ziele in Einrichtungen und Pfarreien der Diözese möglichst schnell erreicht werden können.“

Strategische Ziele des Bistums Speyer bis 2030

Wir, das Bistum Speyer, lassen uns in unserem Handeln vom Evangelium leiten und nehmen unseren Auftrag wahr, am Reich Gottes mitzubauen. In der „Vision der Diözese Speyer für die zukünftige Gestalt der Kirche in Pfalz und Saar-Pfalz“ haben wir die Sendung der Kirche von Speyer beschrieben: Wir gestalten Segensorte. Aus unserer gemeinsamen Vision leiten wir die folgenden strategischen Ziele ab. Alle Handelnden auf Bistumsebene beziehen sich bei Entscheidungen auf diese strategischen Ziele unter Beachtung der zur Verfügung stehenden Ressourcen und finanziellen Mittel. Die strategischen Ziele dienen als Richtlinie für die Weiterentwicklung der pastoralen Ausrichtung der Diözese.

Das Bistum Speyer gestaltet Segensorte, …

  1.    indem wir das Evangelium verständlich und zielgruppenorientiert verkünden und bezeugen. Wir verstehen Glaubensweitergabe als ein wechselseitiges, gleichberechtigtes und dynamisches Kommunikationsgeschehen.
  2.     indem wir unser Kirche-seins weiterentwickeln und dabei qualitativ hochwertig und effektiv handeln. Wir richten uns an den Lebenswelten und Sozialräumen der Menschen, besonders der Benachteiligten, aus und gestalten Orte und Zeiten so, dass wir als Glaubensgemeinschaft zusammen mit möglichst vielen Menschen unseren Glauben leben, vertiefen und feiern.
  3.    indem wir unseren Auftrag als Kirche in der Welt wahrnehmen. Deshalb bringen wir uns mit unserer christlichen Position in die aktuelle, gesellschaftspolitische Diskussion ein und wirken mit an einer Gesellschaft, die die Würde des Menschen in allen Lebenssituationen und Lebensphasen in den Mittelpunt stellt.
  4.    indem wir Gottes Schöpfung bewahren. Deshalb engagieren wir uns nach Kräften im Bereich von Klimaschutz und Nachhaltigkeit und wollen Klimaneutralität erreichen.  Wir erarbeiten einen Zeitplan und einen Maßnahmenkatalog wie diese Ziele in Einrichtungen und Pfarreien der Diözese möglichst schnell erreicht werden können. 
  5.    indem wir uns für die Einheit der christlichen Kirchen einsetzen und den interreligiösen Dialog pflegen. Deshalb vertiefen wir unsere Zusammenarbeit mit den Kirchen der ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland e. V.), insbesondere mit der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) und suchen das Gespräch mit den verschiedenen in der Region ansässigen Religionsgemeinschaften.
  6.    indem wir allen Getauften die aktive Teilhabe am Handeln der Kirche ermöglichen. Deshalb nehmen wir alle Chancen wahr, Mitwirkung, Gleichberechtigung und Gewaltenteilung auf allen Ebenen zu fördern. Dabei orientiert sich unser Handeln insbesondere an synodalen und demokratischen Verfahrenswegen.
  7.    indem wir ein sicherer Ort sind. Deshalb arbeiten wir präventiv, sorgen für Interventionsmöglichkeiten und kümmern uns um die Aufarbeitung im Hinblick auf Machtmissbrauch, spirituelle und sexualisierte Gewalt.
  8.    indem wir unsere Anliegen angemessen vermitteln und die Kommunikation des Bistums transparent und verständlich, wertschätzend und ebenbürtig gestalten. Dies gilt sowohl für die Kommunikation nach außen als auch nach innen. In dieser Weise wollen wir auch unsere Vision zur Gestaltung von Segensorten bekannt machen.

Strategieprozess

Der Strategieprozess im Bistum Speyer kommt im Herbst 2022 in eine Phase wichtiger Weichenstellungen. Bei diesem Strategieprozess geht es nach den Worten von Generalvikar Markus Magin darum, auf der Basis der bereits erarbeiteten Zukunftsvision ("Segensort in der Welt sein", vgl.: https://segensorte.bistum-speyer.de/vision) nun eine konkrete Handlungsstrategie zu entwickeln: "Das Handeln der Kirche in der Pfalz und der Saarpfalz soll hoffnungsvoll, wertschätzend, verantwortungsvoll und solidarisch sein - also zum Beispiel auch geprägt durch einen nachhaltigen Lebensstil. So muss entschieden werden, wie diese Segensorte gestaltet und bis 2030 mit einem nachhaltig ausgeglichenen Haushalt finanziert werden können. Dazu müssen historisch gewachsene Einzeletats neu justiert werden, um den Haushalt des Bistums mit der Entwicklung der Mitgliederzahlen und Einnahmen in Einklang zu bringen." Ziel im Bistum Speyer ist, bei diesem Strategieprozess möglichst viele Gremien, Organisationen, Beschäftigte, Gläubige und Kooperationspartner (Beispiel: Ökumene) zu beteiligen.

Weitere Informationen dazu: https://segensorte.bistum-speyer.de/strategie.

Begleitet wird der Strategieprozess vom Beratungsinstitut „2denare“ (Sitz: Essen) unter Leitung von Professor Thomas de Nocker. „Entscheidungen müssen unausweichlich getroffen werden. Das kann Ihnen niemand abnehmen. Aber mein Team und ich werden Erfahrungen einbringen, wie man die Herausforderungen gut bewältigen kann“, erläutert de Nocker, der selbst Betriebswirt und Theologe ist und mehrere Bistümer und Landeskirchen in Deutschland berät.

Ihre Ansprechpartner/innen

Verantwortlich für den Strategieprozess:

Generalvikar Markus Magin

Kontaktstelle

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E-Mail: strategieprozess@bistum-speyer.de