Die bigMESSAGE-Manuskripte vom 5. bis 14. Mai 2020

Autor: Uwe Burkert, Speyer


Thema: Der Tod – als Ende oder Station wohin?

Dienstag, 5. Mai 2020, 20:45 Uhr

Was meinst Du? Hat Epikur Recht, der griechische Philosoph, der vor über 2000 Jahren behauptet: „Das schauerlichste Übel …, der Tod, geht uns nichts an; denn solange wir existieren, ist der Tod nicht da, und wenn der Tod da ist, existieren wir nicht mehr.“ Schön wär’s, oder? Denn in Zeiten von Corona ist der Tod allgegenwärtig: jeden Tag neue Zahlen aus der ganzen Welt. Selten dürften so massenhaft und kollektiv alle Menschen zugleich erleben und erfahren, wie zerbrechlich jedes Leben ist, wie endlich unser Dasein. Der Tod ist ein ständiger Begleiter, das wird gerade überdeutlich, teils unerträglich deutlich. Wie gehst Du damit um? Kopf in den Sand und lieber nix davon wissen wollen? Oder betont locker und gechillt: ach ja, der Tod - soll er doch? Ist der Tod für Dich das Ende – oder gehört er für Dich zum Leben: als eine Station? Auf einem Weg, von dem niemand weiß, wohin er führt? Von dem aber viele glauben und die Religionen erzählen: dass er wohin führt? Zu Gott, ins ewige Leben, ins immerwährende Aufgehobensein und Zuhausesein, ins Glück? Was glaubst Du?


Thema: Mamma mia - wie Gott? Danke, Mutter!

Donnerstag, 7. Mai 2020, 20:45 Uhr

"Wie eine Gebärende will ich nun schreien, ich schnaube und schnaufe!" (Jes 42,14b) Nanu, wer tobt denn da? Gott, laut Bibel. Der die Nase voll hat und sein Volk Israel in die Freiheit führen will aus dem Exil in Babylon. Gottes ausgesprochen mütterliche Züge zeichnet die Bibel auch ein paar Kapitel weiter. "Kann denn eine Frau ihr kleines Kind vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergessen würde: ich vergesse dich nicht. Sieh her: Ich habe dich eingezeichnet in meine Hände." (Jes 49,15f) Typisch Mutter. In der Regel jedenfalls. Mütter halten zu den eigenen Kindern bis zur Selbstaufgabe. Sind immer da und zur Stelle, selbst wenn die Kinder Bockmist bauen - oder werben sogar dann noch um Verständnis. Grenzenlose Solidarität: Mamma mia! Der Mensch ist ein Abbild Gottes als Mann und Frau - und Mütter sind es noch mal in ganz besonderer Weise. Lass Dir das ruhig auf der Zunge zergehen zum Muttertag jetzt am Sonntag. Und zieh Deine Konsequenzen: als Sohn, als Tochter. Ein kleiner, wenigstens innerer Kniefall am Sonntag: vor diesem Geschenk des Himmels – vor Deiner Mutter!


Thema: Was glaubst und genießt Du – vom Unendlichen?

Dienstag, 12. Mai 2020, 20:45 Uhr

„Worum geht’s im Leben?“ wird der Fotograf Christopher Klettermayer gefragt in der Süddeutschen Zeitung. Klettermayer ist 37 und seit 2014 HIV infiziert. Das hat in seinem Leben fast alles verändert. Und vor allem weiß er seitdem, wie sich das anfühlt: wenn körperliche Nähe und Berührung plötzlich zu einer Frage - von Leben und Tod werden können. „Worum geht’s im Leben“, wird er gefragt – und Klettermayer antwortet: „Wieso glauben Sie, dass ich das weiß?“ Ja, sicher, er hat jahrelang nachgedacht über Leben und Sterben. Aber die „Lebenskatastrophe“, wie er seine HIV-Infektion nennt, hat ihn erst mal in ein riesiges dunkles Loch fallen lassen für zwei Jahre. „Worum geht’s im Leben?“, wird der Fotograf gefragt – und antwortet: „… keine Ahnung. Fest steht: Wir sind auf jeden Fall hier, um das Leben auch zu genießen. Überleben allein ist nicht genug.“ Überleben alleine – ist noch kein Leben? Wo findest Du Deine Genuss-Nischen – auch und gerade auch in Corona-Zeiten? Und genießt Du mit jedem Moment, den Du genießt – nicht noch mehr als diesen Moment? Sondern einen Zipfel vom großen Glück, vom ewigen Leben, vom Unendlichen? Oder – was glaubst und genießt Du?


Thema: Kinder-Lärm und Lebensfreude – statt Totenstille?

Donnerstag, 14. Mai 2020, 20:45 Uhr

Leben ist laut, jedenfalls mit Geräuschen verbunden – das Gegenteil ist die schauerliche Totenstille. Und selbst die Stille, die entsteht, wenn alles schweigt und alle schweigen – fängt auf einmal an zu sprechen: das berühmte beredte Schweigen. Nada Brahma heißt es in den Veden, einer heiligen Schrift im Hinduismus – was ungefähr meint: Gott hat die Welt aus Klang erschaffen, der ursprünglichen Energie, die alles lebendig hält. Wie kann es dann in Corona-Zeiten sein, dass sich Nachbarinnen und Anwohner – über Kinder-Lärm beschweren? In Neustadt an der Weinstraße zum Beispiel. Ja, sicher, kann‘s einem mal zu viel werden und zu laut – je nach dem, wo die eigene, persönliche Lärm-Schwelle und Grenze liegt. Doch dann – wie wär’s mit Reden miteinander statt Kinder zu beschimpfen? Das würde dem eigenen inneren göttlichen Funken mehr entsprechen, der eigenen Gottebenbildlichkeit. Denn laut Bibel ist Gott ein „Freund des Lebens“ (Weish 11,26). Und Jesus sagt später klipp und klar: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder“ (Mt 18,3) – dann gute Nacht. Lebensfreude und Lebendigkeit – sind totenstill nicht zu haben. Oder – was meinst Du?