Die Feels like heaven-Manuskripte

vom 29. März bis 4. April 2020

Autor: Stefan Weinert, Trier


Thema: Misereor-Sonntag: Trotz(t) Corona - und denken Sie an die Armen weltweit!

Sonntag, 29. März 2020, ca. 6:20 Uhr + 10:47 Uhr

Immer noch etwas sehr eigenartig, das Leben in Zeiten von Corona, oder? Nix Kino, Kneipe und Besuch bei Oma. Dafür Sorgen, ob das Geld reicht und Angst vor Ansteckung. Jeder und jede hat mit sich selbst zu tun. Und trotzdem gibt’s 'ne Menge Leute, die haben offene Augen für die Menschen um sie herum. Organisieren Einkaufshilfen oder spenden für das Kulturzentrum, dem die Einnahmen wegbrechen. Oder für Gesundheitsprojekte in Mali, für Flüchtlinge im Libanon. Denn die Probleme dort sind ja durch Corona nicht weggefegt, im Gegenteil. Wenn Corona schon die Gesundheitssysteme hier bei uns stresst - was ist dann dort? In solchen Ländern hilft Misereor, das katholische Werk für Entwicklungszusammenarbeit. In den katholischen Gottesdiensten heute würden eigentlich Spenden gesammelt für diese Arbeit von Misereor. Aber - keine Gottesdienste, keine Kollekte. Deshalb bittet Misereor um Ihre Spende. Infos finden Sie im Netz auf misereor de. Helfen Sie mit!


Thema: Social Distancing - aber bitte nicht sozialen Abstand!

Montag, 30. März 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Sie wissen ja - Abstand halten!  Oder - soziale Distanz wahren. Soziale Distanz? Jetzt kommt ein bisschen Wortklauberei, aber - wollen Sie wirklich auf soziale Distanz gehen? Sozial meint ja eher das große Ganze. Der soziale Zusammenhalt, das ist der Zusammenhalt in der ganzen Gesellschaft - wir alle. Und wenn Sie sich sozial verhalten, dann heißt das, dass Sie auf die Menschen um Sie herum achten, fair sind, Schwächeren helfen, nicht nur an sich selbst denken. Die Bibel ist voll von diesem Thema, Stichwort: Nächstenliebe. Aber das ist ja nicht nur ein Thema in der Bibel. Und so gesehen gehen Sie besser nicht auf ‚soziale Distanz‘. Räumliche Trennung, natürlich, körperlicher Abstand. Aber bleiben Sie sozial. Schreiben Sie, chatten, mailen, telefonieren Sie, kaufen Sie für andere ein, beten Sie mit anderen im Internet, singen Sie von Balkon zu Balkon - halten Sie Abstand, aber bleiben Sie beieinander. Gerade jetzt.


Thema: Nicht nur in Corona-Zeiten: Wann hilft Angst - wann hemmt sie?

Dienstag, 31. März 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Corona krempelt unser Leben um. Völlig. Wieviel Angst macht Ihnen das? Die richtige Dosis Angst macht Sie besonnen, vorsichtig. Zuviel Angst aber frisst Sie auf. Papst Franziskus hat mal gesagt: „Angst blockiert uns und bringt einen oft dazu, falsche Entscheidungen zu treffen.“ Damit hat der Papst nicht die vernünftige Angst gemeint, die Sie davor schützt, Kopf und Kragen zu riskieren. Aber eben jene übertriebene Ängstlichkeit. Oder hören Sie auf Meister Yoda aus Star Wars. Der warnt: „Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite. Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unsäglichem Leid.“ Zum Beispiel, wenn Menschen zu Sündenböcken gemacht werden. Oder wenn Leute aus Angst Desinfektionsmittel klauen. Deshalb: Seien Sie vorsichtig – aber lassen Sie sich nicht in Angst und Schrecken versetzen. Leichter gesagt als getan? Ja, das stimmt. Aber denken Sie an Yoda und an den Papst: Falsche, übertriebene Angst ist der Pfad zur dunklen Seite und blockiert Sie.


Thema: Hoffnung gegen alle Hoffung

Mittwoch, 1. April 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Kein Ende der Corona-Krise in Sicht. Mehr Menschen, die sich infiziert haben; mehr Menschen, die gestorben sind. Da taucht schon die Frage auf: Warum lässt Gott das zu? Schon in der Bibel stellt Ijob genau diese Frage: Warum müssen unschuldige Menschen leiden? Warum lässt Gott das zu? Und die Antwort, die Ijob findet, ist bis heute gültig: Nämlich, dass es auf diese Frage letztlich keine Antwort gibt. Dass der Mensch einsehen muss, dass er Gott nicht vollständig begreifen kann, dass Fragen offen bleiben. Ijob entscheidet sich dafür, das zu akzeptieren und trotzdem weiter auf Gott zu vertrauen. Der Apostel Paulus nennt das später „Hoffnung gegen alle Hoffnung“. Die Hoffnung, dass Gott am Ende der Tage alle Tränen abwischen wird, wie es in der Bibel heißt. Einen Beweis oder Garantie dafür gibt’s nicht. Nur: Wer den Glauben an Gott aufgibt, der gibt auch diese Hoffnung auf – aber es werden trotzdem weiter unschuldige Menschen leiden. Was hoffen Sie? Auf wen setzen Sie?


Thema: Leid? Nicht wegschauen!

Donnerstag, 2. April 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Heute vor genau 15 Jahren ist Papst Johannes Paul der Zweite gestorben, nach langer und schwerer Krankheit. Erinnern Sie sich noch? Viele Jahre lang er ganz anders gewirkt: Zupackend. Seine vielen Reisen. Bergwanderer, Skifahrer. Und dann: Die Parkinson-Krankheit hat ihn im Griff, die Stimme versagt, schmerzverzerrtes Gesicht. Den fitten Reisepapst, den haben viele bewundert. Als er dann aber immer kränker wurde, fiel es schwerer, hinzusehen. Aber genau darum hat Johannes Paul der Zweite das damals auf sich genommen. Weil Krankheit, Schmerzen und Leiden dazugehören zum Leben. Daran wollte er erinnern. Dass es eben Menschen gibt, die so etwas durchmachen müssen. Dass sich der kranke Papst nicht zurückgezogen hat, war auch ein Appell, das Leid und die Leidenden nicht auszublenden. Sondern hinzuschauen – und natürlich zu helfen, wo immer es geht. Ein Appell an Jeden und Jede, auch an Sie; auch noch 15 Jahre nach seinem Tod.


Thema: Die Bibel: viele Sprachen, viele Töne

Freitag, 3. April 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Kleine Schätzfrage: In wie viele Sprachen ist die Bibel bisher übersetzt worden? 100? 1000? In fast 3.400 Sprachen wurden die Bibel oder Teile daraus übersetzt, darunter auch – Klingonisch. Die komplette Bibel gibt’s jetzt immerhin in fast 700 Sprachen. Aber: Spricht die Bibel auch Ihre Sprache? Ein Text kann ja in Ihrer Muttersprache geschrieben sein – und trotzdem fremd klingen. Unverständlich. Es kann sein, dass er nicht Ihren Ton trifft. Gut, dass die Bibel viele Töne anschlägt. Poetisch: „Schön bist du, meine Freundin. Zwei Tauben sind deine Augen.“ Oder praktisch: „Sechs Jahre kannst du in deinem Land säen und ernten, im siebten Jahr sollst du es brach liegen lassen.“ Oder spannend: „Man brachte einen Gelähmten zu Jesus. Weil sie aber wegen der vielen Leute nicht durchkamen, deckten sie dort, wo Jesus war, das Dach ab und ließen den Gelähmten auf seiner Tragbahre durch die Öffnung hinab.“ Wie’s weitergeht? Lesen Sie selbst nach. Denn so viele Sprachen spricht die Bibel, so viele Töne schlägt sie an – da ist auch Ihr Ton dabei.


Thema: Palmsonntag - Jubel für den Hoffnungsträger

Samstag, 4. April 2020, ca. 6:20 Uhr + 10:47 Uhr

Fußballstadion, Endspiel - also, nach Corona -, jedenfalls: Die Heimmannschaft läuft ein – können Sie sich den Jubel vorstellen? Oder: Parteitag. Der neue Parteichef, Hoffnungsträger, geht durch die Reihen, der Saal jubelt. Von sowas erzählt auch die Bibel, und daran erinnert morgen der Palmsonntag. Jesus kommt mit seinen Jüngern nach Jerusalem, als Pilger, wie viele andere. Und da bricht Jubel los. Die Jünger und andere Pilger legen für Jesus ihre Kleider auf den Weg, streuen Zweige, jubeln ihm zu. Sie sehen in Jesus den Befreier Israels von den römischen Besatzern. So war es immer wieder: Wo Jesus hinkommt, bricht in den Menschen Hoffnung auf. Ein Blinder, eine kranke Frau, ein Gelähmter und viele andere. Sie alle trauen Jesus zu, dass er sie retten kann aus ihren ausweglosen Situationen, aus Unterdrückung, Armut, Krankheit. Und Jesus hilft und heilt. Nicht auf Bestellung, oft überraschend, aber immer so, dass hoffnungslose Situationen aufgebrochen werden. Gibt’s so was auch in Ihrem Leben? Wenn ja: Auf wen hoffen Sie?