Die Feels like heaven-Manuskripte vom 24. bis 30. Mai 2020

Autor: Stefan Weinert, Trier


Thema: Nicht vom Brot allein? Wovon leben Sie noch?

Sonntag, 24. Mai 2020, ca. 6:20 Uhr + 10:47 Uhr

Unser tägliches Brot gib uns heute“ - den kennen Sie, den Satz? Das ist eine Bitte aus dem wichtigsten Gebet der Christen, dem Vaterunser, das laut Bibel von Jesus selbst stammt. Beim „täglichen Brot“ geht’s um das, was wirklich lebensnotwendig ist. Auch ein Dach über dem Kopf gehört dazu und etwas zum Anziehen zum Beispiel. Aber da gibt’s noch einen anderen Satz von Jesus zum Thema Brot – den kennen Sie als Redewendung: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.“ Natürlich braucht der Mensch Brot, etwas zu essen, um leben zu können. Die Lebensgrundlagen müssen gesichert sein. Aber das genügt nicht zum Leben, denn: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“. Sondern, was noch? Jesus sagt: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.“ Nicht nur der Magen hat Hunger, sondern auch der Geist und die Seele brauchen sozusagen Nahrung. Wenn Sie nur vom Brot leben wollen, bleiben Sie hungrig – hungrig nach Sinn. Wie hungrig sind Sie? Und was macht Sie satt?


Thema: Viele verschiedene Wohnungen in der Kirche – welche gefällt Euch?

Montag, 25. Mai 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Aus verlassenen Fabrikhallen werden Kulturtreffs. In geräumten Kasernen kann man Büros einrichten. Aber was macht man eigentlich aus leerstehenden Kirchen? Einen Kulturraum zum Beispiel, wie bei einer Kapelle im Eifelort Hasborn. Und im holländischen Arnheim wurden in eine leerstehende Kirche 32 Wohnungen hineingebaut. "Im Hause meines Vaters gibt es viele Wohnungen“, hat schon Jesus gesagt. Und ein Zuhause hat jeder gerne. Wohlfühlen, geschützt sein vor Wind und Wetter, vielleicht gemeinsam mit Familie oder Freunden. Aber zu Hause in einer Kirche, in der Kirche? Warum eigentlich nicht: Denn die Hausordnung ist bewohnerfreundlich; und wenn der eine oder andere Hausmeister ein bisschen knurrig ist – na ja. Letztlich, wissen Sie auch, kommt's auf die Bewohner an. Ziehen Sie doch auch ein! Es muss ja nicht gleich die Dauerwohnung sein, wie in Arnheim. Aber mal so für ein Stündchen am Sonntagvormittag, ein Abend beim Pfarrfest oder beim Bibelkreis .... Wie gesagt: In der Kirche gibt's viele Wohnungen. Welche gefällt Ihnen?


Thema: Wie Sie sich’s von andern wünschsen – gehen Sie auch selber mit ihnen um!

Dienstag, 26. Mai 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

In Liverpool hielt es vor einiger Zeit ein Pfarrer für angebracht, mal wieder über das achte Gebot zu predigen: Du sollst nicht stehlen. Dabei forderte er die Gläubigen auch auf: Gebt zurück, was ihr gestohlen habt! Kurz darauf stapelten sich zwei Tonnen Diebesgut auf den Stufen der Kathedrale von Liverpool: Bücher aus öffentlichen Bibliotheken, Aschenbecher aus Gaststätten, Firmenkugelschreiber – und vor allem Handtücher und Bademäntel aus Hotels. Was man halt so mitnimmt. Wahrscheinlich hätte sich vorher keiner der reumütigen Sünder als Dieb bezeichnet. Doch jetzt meldete sich das Gewissen. Das ist gut so - denn wie oft ist unser Gewissen verschüttet unter Gewohnheiten und Ausreden - ‘Machen doch alle so'? Bei der Steuererklärung zum Beispiel … Jesus von Nazareth hat den Sinn aller Gebote so zusammengefasst: Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Also: Lassen Sie sich gerne die Handtücher klauen oder bei einer Abrechnung übers Ohr hauen? Mal Hand aufs Herz: Was müssten Sie denn alles zurückbringen nach so einer Predigt?


Thema: Machen Sie's wie Star Trek: Respekt für alle - als Ebenbilder Gottes!

Mittwoch, 27. Mai 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

27. Mai - ein kleiner Festtag für die deutschen „Star-Trek“-Fans. Denn am 27. Mai 1972 hat das ZDF die erste Folge der Ur-Serie „Raumschiff Enterprise“ ausgestrahlt. Typisch für „Stark Trek“ ist die Haltung, jedem Leben mit Respekt zu begegnen. In der neuesten Star-Trek-Serie aus diesem Jahr erzählt Commander Jean-Luc Picard von einer gigantischen Katastrophe, die die Romulaner bedrohte - den Erzfeind der Menschen. Picard kommt den Feinden zu Hilfe - denn, wie er sagt, „es standen Millionen von Leben auf dem Spiel.“ - „Romulanische Leben“, wirft jemand ein. Und Picard: „Nein - Leben!“. Für ihn sind alle Leben gleich viel wert. Übertragen für uns Erdbewohner heute also etwa syrische Leben, russische Leben, deutsche Leben. Denn „alle Menschen sind gleich an Würde und Rechten geboren“, so die Erklärung der Menschenrechte. Oder biblisch: Alle Menschen sind als Ebenbilder Gottes geschaffen. Wer sind denn sozusagen Ihre Romulaner? Wer hat Ihre Hilfe, Ihren Respekt verdient - obwohl es Ihnen schwer fällt?


Thema: Statt Aberglaube und Magie – Gott vertrauen!

Donnerstag, 28. Mai 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Haben Sie Angst vor Freitag, dem Dreizehnten oder vor schwarzen Katzen? Was halten Sie von vierblättrigen Kleeblättern? Aberglaube hat Konjunktur in Deutschland. Etwa jeder dritte Deutsche glaubt, dass schwarze Katzen, vierblättrige Kleeblätter und die Zahl 13 irgendwie bedeutsam sind für sein Leben. Aber wer das so richtig ernst nimmt, der steht doch dauernd unter Stress, oder? Irgendwo eine schwarze Katze? Wie sorge ich für Sicherheit am Freitag, dem Dreizehnten? Die Bibel macht ein anderes Angebot, sie erzählt: Die ganze Welt ist von Gott geschaffen. Sie ist schön, aber sie ist nicht magisch. Die Menschen dürfen in dieser Welt leben, dürfen sie sorgsam nutzen; ohne Angst vor irgendwelchen geheimen Kräften. Und der, der diese Welt geschaffen hat, Gott, der tritt den Menschen offen gegenüber. Die ganze Bibel erzählt davon, wie Menschen Gott begegnen: Abraham, Moses, die Propheten, Paulus. Keine Tricks mit schwarzen Katzen oder magischen Zahlen, sondern ein faszinierendes Angebot: Leben in Fülle, Leben satt. Klingt das nicht besser als Aberglaube und Magie?


Thema: Jesus treffen, Jesus sehen? Kein Problem – schauen Sie sich nur um!

Freitag, 29. Mai 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Wie hat Jesus ausgesehen? Lange Haare und Bart? So wird er oft dargestellt, das ist aber vermutlich falsch, sagt der Bibelwissenschaftler J. Andrew Doole – damals seien lange Haare und Bart eher unüblich gewesen. Jesus von Nazareth hat vor rund 2.000 Jahren in Israel gelebt. Er war ein ganz bestimmter Mensch, mit ganz persönlichen Gesichtszügen. Allerdings: Wie genau dieses Gesicht aussah, ob er groß war oder klein – das weiß heute niemand mehr. Im Gegensatz zu den Menschen in Israel vor 2.000 Jahren können Sie ihm nicht Auge in Auge gegenübertreten. Macht nichts. Sie haben andere Möglichkeiten, ihn zu sehen. Nämlich, wie Jesus selbst sagt, in den geringsten Brüdern und Schwestern. Die Jünger haben das zunächst auch nicht kapiert, doch Jesus erklärt es ihnen: Wer einen Kranken besucht, einem Hungrigen zu Essen gibt, einen Fremden oder einen Obdachlosen aufnimmt, wer einem Gefangenen beisteht – der ist Jesus begegnet. Das ist wichtiger, als über seine Augenfarbe nachzudenken. Also: Wenn Sie wollen, können Sie sozusagen heute Jesus treffen.