Die Angedacht!-Manuskripte vom 2. bis 8. August 2020

Autor: Stefan Weinert, Trier


Thema: Im Urlaub zuhause – Gott er-fahren on tour?

Sonntag, 2. August 2020, 6:40 Uhr

Ferienzeit unter Corona-Bedingungen - da sind Ausflüge mit dem Fahrrad eine Idee, oder vielleicht sogar eine ausgewachsene Radtour. Also - Räder rausholen und bei einer großen oder kleinen Tour die Sonne genießen, die Natur – und vielleicht mal haltmachen, wo’s was zu sehen gibt. An einer schönen Kapelle zum Beispiel, einer Kirche oder einem alten Wegkreuz. Die findet Ihr überall in Rheinland-Pfalz. Sie machen sichtbar, wie der Glaube an Gott die Kultur und das Leben hier geprägt hat und bis heute prägt. Und diese Kirchen, Kapellen und Kreuze, auf die Ihr unterwegs immer wieder stoßt, die erinnern Euch daran: Gott ist bei Euch, wo immer Ihr seid. Er geht oder fährt sozusagen mit Euch. Das haben auch schon andere er-fahren. In der Bibel könnt Ihr von den Israeliten lesen, die aus Ägypten fliehen und dann die Wüste durchqueren. Gott bleibt bei uns, spüren sie, auch unterwegs. Gott geht mit. Die Pilger im Mittelalter, die durch ganz Europa nach Santiago de Compostela in Spanien ziehen: Gott geht mit. Auswanderer, die Europa hinter sich lassen und in die Neue Welt aufbrechen: Gott geht mit. Auch heute, auch mit Euch. Ihr könnt ihm begegnen, zum Beispiel beim Stopp an einer Kirche während einer Radtour. Und nicht nur da. Wo seid Ihr schon Gott begegnet, wo habt Ihr ihn er-fahren?


Thema: Religion – Keil oder Kitt fürs Miteinander?

Montag, 3. August 2020, 5:40 Uhr

Religionen führen zu Streit und Zank oder sogar zu Hass - oder? Die Kämpfe zwischen Katholiken und Protestanten in Nordirland; der Bürgerkrieg im früheren Jugoslawien, wo sich orthodoxe Christen, katholische Christen und Muslime gegenseitig töteten. Islamistische Terrorgruppen wie IS, Taliban oder Boko Haram. Religion führt zu Gewalt. Einerseits. Andererseits führt Religion aber auch dazu, dass Menschen zusammenhalten, sich als Gemeinschaft verstehen, andere unterstützen. Carolin Hillenbrand aus Heppenheim an der Bergstraße geht diesen Fragen nach. Die junge Theologin und Politikwissenschaftlerin schreibt gerade an ihrer Doktorarbeit. Wenn Menschen glauben, ihre Religion sei die einzig wahre - dann drohen Konflikte, sagt sie. Klar. Wenn aber Gläubige zwar in ihrer Religion gut zu Hause sind, gleichzeitig aber tolerant und offen mit Menschen umgehen, die andere Überzeugungen haben; wenn sie diese Menschen auch als Geschöpfe Gottes sehen - dann entsteht daraus Gemeinschaft; dann sei Religion auch „Kitt der Gesellschaft“, sagt Carolin Hillenbrand. Wie ist das für Euch? Steht Religion eher als Mauer zwischen Euch und anderen, ist vielleicht sogar Anlass für Streit? Oder ist Religion, ist Glaube etwas, was Euch mit anderen Menschen verbindet?


Thema: Auf Benediktinermönch Dom Perignon – und Euer Wohl!

Dienstag, 4. August 2020, 5:40 Uhr

Heute könnt Ihr guten Gewissens anstoßen - mit Champagner bitte! Denn heute ist der Tag des Champagners. Und – wer hat's erfunden? Ein Benediktinermönch. Na ja, nicht ganz – aber wichtige Impulse hat der fromme Ordensmann dem Champagner gegeben vor gut 300 Jahren; und seine Ideen werden bis heute angewandt. Sogar eine Champagnermarke ist nach ihm benannt - Dom Perignon. Dieser Mönch hieß nämlich Pierre Perignon, genannt eben Dom Perignon. Mönche und Wein - klar, da gibt’s diese eher kitschigen Gemälde von rotbackigen Mönchen, ein Glas Wein in der Hand. Das ist zwar ein Klischee. Aber andererseits - die Bibel hat nichts gegen Wein. „Trink vergnügt deinen Wein“, heißt es im Buch Kohelet, auch Prediger genannt. Na ja, und Jesus hat bei der Hochzeit zu Kana Wasser in Wein verwandelt - ausgerechnet bei seinem ersten Wunder laut Bibel. Wein gehört dazu in der Bibel, wenn gefeiert wird; gehört zu einem guten, frohen Leben. Und all das Schlimme - Krankheit, Hass, Unglück? Ja, das gehört auch zum Leben. „Es gibt eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen“, heißt es bei Kohelet, „eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz“ - also auch eine Zeit für Wasser und eine Zeit für Wein und Champagner. Was ist bei Euch gerade dran - Klage oder Lachen? Weinen oder Wein?