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Dekanate

In dieser Übersicht finden Sie alle Dekanate im Bistum Speyer.

Dekanat 1 Bad Dürkheim


Dekanat 2 Donnersberg


Dekanat 3 Germersheim


Dekanat 4 Kaiserslautern


Dekanat 5 Kusel

Dekanat 6 Landau


Dekanat 7 Speyer


Dekanat 8 Pirmasens


Dekanat 9 Saarpfalz


Dekanat 10 Ludwigshafen

Drei Sternsinger mit Kronen und Turban
Gruppe von Menschen mit einem Hungertuch von Misereor

Eindrücke vom Klimapilgern

Vom 9.9. – 9.12.2018 pilgerte eine wechselnde, ökumenische Gruppe von Bonn (COP23) nach Katowice (COP24), siehe auch www.klimapilgern.de. Primož Lorenčak, Mitglied im Ausschuss Globale Verantwortung des Katholikenrats, war eine Woche dabei. Hier seine Eindrücke und Erlebnisse.

5.11.2018 Mannheim - Schleife

Heute habe ich fast den ganzen Tag im Zug gesessen. Es ging über Berlin und Cottbus nach Schleife, ein kleines Dorf in der Lausitz. Da die Bahn wieder einmal Verspätung hatte, kam ich eine Stunde später an als geplant und habe leider den Großteil vom sorbischen Kulturabend verpasst.

Sorbische Trachten im Heimatmuseum in Schleife

6.11.2018 Schleife - Spremberg

Der Weg führte uns heute zuerst nach Trebendorf, wo wir den offenen Tagebau sehen konnten. Danach ging es durch einen wunderschönen Wald bis zur Spreebrücke bei Zerre. Von dort hatten wir einen guten Blick auf das Braunkohlekraftwerk Schwarze Pumpe und hörten die Geschichte der Pilotanlage zur CO2-Abscheidung. Leider ließ sie sich nicht wirtschaftlich betreiben.

Nach 28 km sind wir in Spremberg angekommen, wo die Übernachtung in dem Gemeindesaal der katholischen Ortsgemeinde angesagt war. Abends fand eine Podiumsveranstaltung mit Tagebaubetroffenen statt.

Tagebau bei Trebendorf

7.11.2018 Spremberg - Cottbus

Der heutige Weg führte uns zuerst entlang der Spree zur Talsperre Spremberg. Die Spree ist hier sehr braun, weil aus dem stillgelegtem Tagebau Sulfat und Eisen aus den Böden ausgewaschen werden. Das Eisen oxidiert und wird zu Eisenhydroxid. Dieses setzt sich als Schlamm am Grund der Spree ab und färbt sie braun. Durch diesen Schlamm wachsen keine Wasserpflanzen und Krebstiere sowie Insektenlarven finden keine Nahrung mehr. Dadurch haben auch Fische keine Nahrung. Man versucht durch Zugabe von Kalk Eisenhydroxid zu flocken und zu fällen. Sulfat dagegen kann man nur verdünnen, was in diesem trockenen Sommer aber nicht möglich war.

Abends erreichten wir Cottbus, wo uns in der Klosterkirche eine Posaunenkapelle begrüßte. Wir wurden für zwei Nächte auf Gastfamilien verteilt.

Begrüßung der Pilger in der Klosterkirche Cottbus

8.11.2018 Cottbus

Am Donnerstag blieben wir in Cottbus. Den ganzen Vormittag verbrachten wir im Menschenrechtszentrum, welches in einem ehemaligen Gefängnis unterbracht ist. Nach dem Morgengebet hatten wir zuerst eine Führung durch das Gefängnis. Einige Zellen sind noch so geblieben, wie sie in der Zeit der DDR-Diktatur waren. Danach gab es eine interessante Podiumsdiskussion mit den Vertretern der Forschung und dem Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrats von LEAG. LEAG (Lausitz Energie Aktiengesellschaft) betreibt sowohl den Tagebau als auch die Kraftwerke in der Lausitz.

Nachmittags besuchten wir die Synagoge. Die jüdische Gemeinde in Cottbus besteht aus ca. 440 Mitglieder, die alle aus der ehemaligen Sowjetunion stammen. Die Synagoge ist eine ehemalige protestantische Kirche, die nicht mehr benutzt und der jüdischen Gemeinde zur Verfügung gestellt wurde.

Eine Gefängniszelle aus den 1970-er Jahren

9.11.2018 Cottbus - Jänschwalde

Der Weg führte uns zuerst nach Lacoma, einen kleinen Dorf, welches 2006 dem Tagebau weichen musste. Dort hörten wir den Bericht eines ehemaligen Bewohners. Sein Elternhaus existiert nicht mehr, die Nachbarhäuser auch nicht. Er sagte, dass ein Teil seiner Kindheit und Jugend mit dem Dorf ausgelöscht wurde. LEAG will jetzt die vorhandenen Gruben in der Hoffnung fluten, dass so entstandene Seen Touristen anlocken werden. Für die ehemaligen Dorfbewohner ist das aber kein Trost.

Nachmittags erreichten wir Jänschwalde, bis September 2018 das drittgrößte Kraftwerk Deutschlands. Es besteht aus sechs 500 MW Blöcken, von denen zur Zeit zwei abgeschaltet sind. Jeweils zwei Blöcke werden an drei Kühltürme angeschlossen. Im Kraftwerk Jänschwalde wird überwiegend Rohbraunkohle aus dem nahe gelegenen Tagebau Jänschwalde verstromt. Der Kraftwerk hat den dritthöchsten CO2 Ausstoß in der EU und außerdem hohe Emissionen an Stickstoffoxiden, Schwefeloxiden, Quecksilber und Feinstaub.

Pilger vor dem Kohlekraftwerk Jänschwalde

10.11.2018 Jänschwalde - Kerkwitz

An meinem letzten Tag bin ich nur bis zur Mittagpause mit gelaufen. Danach ging es mit der Bahn wieder nach Hause. Zusammenfassend bin ich sehr froh, dass ich eine Woche dabei war. Ich habe viele gute Menschen getroffen und sowohl mit den Pilgern als auch mit den Gastfamilien interessante Gespräche geführt.

Es ist mir klar, dass die größten Klimaverschmutzer in der USA und China sind und es denen ganz egal ist, ob eine kleine Gruppe von 20-30 Personen durch Deutschland und Polen lauft. Anderseits glaube ich, dass jeder von uns seinen kleinen Anteil dafür machen soll, dass die Politik vielleicht doch erkennt, dass sich in unserem Umgang mit der Schöpfung einiges radikal ändern muss.

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