Der „Klenkes“ lässt grüßen

Multiplikatorinnenkurs „Schöpfungsfreundliche Kita“ besucht Aachen

In zwei weiteren Fortbildungstagen hatten die Teilnehmerinnen des Kurses „Schöpfungsfreundliche Kita“ begleitet von Christoph Fuhrbach und Ulla Janson die Chance, eine globale nachhaltige Entwicklungsarbeit für Kinder und ihre Familien kennen zu lernen und neue Impulse für die lokale Arbeit mitzunehmen.  Aachen als Sitz der Hilfswerke „Kindermissionswerk. Die Sternsinger“ und „MISEREOR“ bot sich dazu ganz besonders an, zumal über das Referat Weltkirche eine langjährige Zusammenarbeit besteht. In beiden Begegnungen mit den Referentinnen und Referenten der Hilfswerke sprang der Funke schnell über und die Gruppe kam in einen intensiven Austausch. Die Fachkräfte aus den Kitas konnten neue Blickwinkel, Informationen über den Themenschwerpunkt „Gesundheit“ der nächste Sternsingeraktion und der Soli-Brotaktion von MISEREOR mitnehmen. Die Referent:innen profitierten von den vielen Beispielen aus der Praxis und den fachlichen Rückmeldungen der Teilnehmerinnen. 

Am Abend spannte eine ganz besondere Stadtführung den Bogen zwischen den Fortbildungseinheiten: „Der Klenkes lässt grüßen – Weltmarktprodukte aus Kinderhand“. Es ist bis heute der „Öcher“-Gruß, wenn sich der erhobene kleine Finger, der Klenkes, gezeigt wird und Menschen ihre Verbundenheit mit ihrer Aachener Herkunft sehen lassen. Doch der Hintergrund ist ernst. In der Zeit der Industrialisierung mussten Kinder in den Nähnadelfabriken Aachens die krummen Nadeln „ausklinken“, was mit dem kleinen Finger geschah. Verkrümmte Finger und Hände waren die Folge, daran konnten sich die Aachener erkennen. Die Stadtführerin stellte auf ihrem Rundgang immer wieder Orte vor mit Bezügen zur Kinderarbeit im 19. Jahrhundert und in unserer Zeit. Entscheidet ein Stadtrat z.B. ob Steine für die neue Rathaustreppe in Indien von Kindern im Steinbruch geschlagen oder zum höheren Preis in einem regionalen Steinbruch gekauft werden? Mit welchen Bällen kickt die Bundesliga? Der Weg durch Aachen zeigte, dass Notlagen immer auch Menschen ins Handeln bringen. Menschen, die diese Not angehen und Kindern ein besseres Leben ermöglichen. Ob es um die Projektpartner der Hilfswerke geht oder um Situationen in den Kitas, immer sind Menschen gefragt, die einen wachen Blick haben für Missstände und tun, was in ihren Kräften steht. Die Multiplikatorinnen des Fortbildungskurses nehmen dazu viel Motivation und Sachkenntnis mit in ihre Kitas.

Nach einem weiteren Fortbildungsnachmittag  am 28. Oktober erhalten die 10 Teilnehmerinnen aus Kitas des Bistums und eine Gemeindereferentin, die zusammen mit der Kita-Leitung teilgenommen hat, in einem gemeinsam gestalteten Gottesdienst ihre Fortbildungszertifikate von Weihbischof Otto Georgens.

Foto: Pathena Maxidou-Gottschalk – Klenkes Denkmal Aachen, Text: Ulla Janson