Die Feels like heaven-Manuskripte vom 28. Juni bis 4. Juli 2026
Autorin: Maike Jakob, Mainz
Thema: Ungewöhnlich – aber wichtig
Sonntag, 28. Juni 2026, ca. 6:26 Uhr + 15:26 Uhr
„Wie, Du arbeitest für die Kirche?! Echt jetzt?!“ Ja, wer für die katholische Kirche arbeitet, erlebt häufig kritische Fragen, Zweifel und Kopfschütteln. Scheinbar denken viele, dass Kirche weit weg wäre vom „normalen“ Leben. Das täuscht: Gerade gestern hat der Mainzer Bischof Kohlgraf in einem Gottesdienst acht Frauen und drei Männer gesendet, in ihren Dienst als Pastoralreferentinnen und Gemeindereferenten im Bistum Mainz. Menschen mit völlig unterschiedlichen Lebensgeschichten: Mit Familie, in Partnerschaft und Singles. Vorher haben sie studiert, manche haben auch schon in anderen Berufen gearbeitet. Und ab heute sind sie als Seelsorger da unterwegs, wo Menschen sie brauchen: In Schulen, Krankenhäusern, Gefängnissen oder Pfarrgemeinden. Da hören sie zu, begleiten und teilen die Hoffnung, die sie trägt. In einer Zeit voller Unsicherheit, wo es an vielen Orten kracht, dann doch ein wichtiger Job. Oder?
Thema: Mit andern zusammenleben – Ihr entscheidet
Montag, 29. Juni 2026, ca. 6:26 Uhr + 15:26 Uhr
Habt Ihr auch das Gefühl, dass unsere Gesellschaft auseinanderdriftet? Jeder bleibt in seiner Bubbel. Da wird blitzschnell sortiert: Wer gehört wohin? Wen kontakte ich – wen lieber nicht? Über das Problem gab’s gefühlt schon immer Streit. Bestes Beispiel: zwei Apostel Jesu: Der eine, Petrus, lebt ganz selbstverständlich mit Menschen von überall her zusammen. Bis plötzlich Leute auftauchen, denen das missfällt. Da macht er einen Rückzieher und passt sich an. Sein Kollege Paulus hält dagegen: Wie kannst du von Gemeinschaft und Gott reden und Menschen ausschließen, sobald Gegenwind kommt?! (vgl. Gal 2,11-14) Die Frage könntet Ihr heute auch stellen – oder? Ob und wie Zusammenleben funktioniert, entscheidet Ihr ja zum großen Teil selbst: Bleibt Ihr in Eurer Komfortzone oder macht Ihr auf? Vielleicht beim Kaffee in der Pause oder bei der Nachbarin, die anders lebt als Ihr: Wie wär’s, heute mal zu reden?
Thema: Keiner spielt alleine
Dienstag, 30. Juni 2026, ca. 6:26 Uhr + 15:26 Uhr
Wenn Ihr die Fußball-WM verfolgt, habt Ihr vielleicht bemerkt, dass manche Spieler Rituale haben: Sie bekreuzigen sich oder küssen den Torpfosten. Die Deutschen stoßen noch im Bus mit Energydrinks an – immer in derselben Reihenfolge. Warum eigentlich? Menschen brauchen Sicherheit. Besonders, wenn viel auf dem Spiel steht und sie nicht kontrollieren können, wie es ausgeht. In so Situationen entsteht Aberglaube: Da entwickeln Menschen Rituale, die ihnen das Gefühl geben, was bewirken zu können. Dem widerspricht der christliche Glaube: Gott ist weder ein Maskottchen noch ein Verhandlungspartner, den Ihr mit Ritualen auf Eure Seite ziehen könnt. Es gibt auch Gemeinsamkeiten: Glaube kann stärken und manches leichter machen. Doch das alles überragt ein riesiger Unterschied: Im christlichen Glauben zählt nicht, dass Ihr gewinnt. Sondern, dass Ihr wisst: Ihr spielt nie allein. Egal, wie es ausgeht: Gott steht bei Euch.
Thema: Wer fragt, versteht
Mittwoch, 1. Juli 2026, ca. 6:26 Uhr + 15:26 Uhr
Kinder können Euch ja Löcher in den Bauch fragen: Warum sind die Sommerferien so lang? Wieso gibt es Feiertage? Könntet Ihr die Fragen spontan beantworten? Viele Bräuche kennt Ihr ja einfach, wenn Ihr damit aufgewachsen seid. Wenn Ihr die „nur“ übernehmt ohne drüber nachzudenken, wieso und wo sie herkommen, können sie schnell leer werden. Besonders viele Traditionen und Feiertage gibt’s im Bereich von Religion und Glauben, vor allem um Weihnachten und Ostern, aber auch jetzt im Sommer. Dahinter steckt meistens viel mehr, als Ihr auf den ersten Blick seht. Die wollen Euch zeigen, dass Gott Euch durchs Leben begleitet und wollen Euch Orientierung geben, dass Ihr 'nen guten Weg findet durchs Leben für Euch und für andere. Wenn Ihr mal nicht so genau wisst, was hinter 'nem Fest steckt, dürft auch Ihr als Erwachsene fragen: Die Seelsorgerinnen am Ort, praktizierende Christen oder sucht im Netz. Hattet Ihr schon ein Fest, wo Ihr Euch gefragt habt, was dahinter steckt?
Thema: Urlaub: Erholen statt kontrollieren
Donnerstag, 2. Juli 2026, ca. 6:26 Uhr + 15:26 Uhr
Sommerzeit ist Urlaubszeit. Verrückt ist ja, wie die Tage vor dem Urlaub oft verbunden sind mit Stress. Der Urlaub soll die beste Zeit im Jahr sein: Super Wetter, Harmonie, Entspannen - ohne Diskussion übers Navi, die Matratze oder das Essen. Urlaubsseelsorgerin Natalia Löster empfiehlt: Startet „neugierig, faul und gelassen“ in den Urlaub. Neugierig, um Euch überraschen zu lassen. Faul, weil sich vieles ergibt, ohne dass jede Minute durchgeplant ist. Und gelassen, weil es sowieso kommt, wie es kommt. Für alle Fälle gibt’s Urlaubsseelsorger. Die sind da für Euch. Zum Reden, für Freude und Frust, und für einen Moment Ruhe zwischen Strand und Kirche. Vielleicht hat Natalia Löster Recht damit, dass Erholung da beginnt, wo Ihr aufhört, kontrollieren zu wollen. Das geht in 'ner kurzen Pause vom Alltag: Weg vom Perfektseinwollen. Mensch bleiben.
Thema: Leo XIV – ausgezeichnet
Freitag, 3. Juli 2026, ca. 6:26 Uhr + 15:26 Uhr
Wenn der Papst eine amerikanische Freiheitsmedaille bekommt, ist das mehr als 'ne nette Geste. Das National Constitution Center in Philadelphia ehrt heute Papst Leo für seinen Einsatz für Religionsfreiheit, Gewissensfreiheit und die Freiheit, seine Meinung sagen zu dürfen. Das ist auch eine klare Botschaft an eine Welt, in der die Freiheit mehr und mehr unter Druck gerät: Wo Kriege toben, demokratische Institutionen in Frage stehen und Menschen verfolgt werden wegen ihrer Religion. Genau dagegen macht sich Papst Leo stark. Denn Freiheit ist kein Privileg für wenige und außerdem viel mehr als: Ich darf sagen und tun, was ich denke. Freiheit heißt auch: Ich halte aus, dass andere anders denken. Auf der Internationalen Bühne genauso wie bei Euch im Büro, in der Familie oder im Gruppenchat. Ein Unterschied ist ja nicht gleich eine Bedrohung. Freiheit leben bedeutet: Freiheit teilen. Wie leicht fällt Euch das?
Thema: Gemeinsam statt einsam
Samstag, 4. Juli 2026, ca. 6:26 Uhr + 15:26 Uhr
Wie viel Zeit braucht Ihr für Euch selbst? Und Wann wird aus wohltuender Ruhe Einsamkeit? Eine aktuelle Studie zeigt: Etwa die Hälfte der jungen Menschen fühlt sich einsam, von den bis Fünfzigjährigen jeder Fünfte. Viele haben Kontakte über Social Media. Aber im Alltag fehlt doch wer, der wirklich da ist. Das kann schnell passieren: Wenn Ihr wegzieht oder Freunde mit Familie und Partnern beschäftigt sind. Deswegen gibt es immer mehr Angebote speziell für einsame Menschen. Da ist auch die Kirche drin: Die katholischen Hochschulgemeinden und die „Jungen Erwachsenen“ im Bistum Mainz zum Beispiel machen solche Angebote für junge Leute, die Quartiers- und Cityseelsorgerinnen für die Ü-Vierzig. Da geht es nicht um Glaubensfragen oder Dating. Sondern um Spieleabende, gemeinsam was unternehmen und unkompliziert Leute kennenlernen. Also: Wenn Ihr Euch allein fühlt, seid Ihr nicht allein: Schaut, was es bei Euch gibt und probiert‘s mal aus.
