Die Feels like heaven-Manuskripte vom 21. bis 27. Juni 2020

Autorin: Maike Jakob, Mainz


Thema: Geborgen - bei Gott?

Sonntag, 21. Juni 2020, ca. 6:20 Uhr + 10:47 Uhr

Stellt Sie sich mal vor: Sie sind in einer fremden Umgebung, und Ihnen geht’s körperlich schlecht. Da sind viele Menschen, die Ihnen helfen wollen, nur: es ist kein bekanntes Gesicht dabei. - So etwa geht’s den Patienten, die in den letzten Wochen in den Krankenhäusern liegen: Sie sind krank oder haben irgendein Gebrechen und obwohl die meisten mit irgendwem ein Zimmer teilen, fühlen sie sich oft einsam. Besuch dürfen sie ja nicht empfangen - wegen Corona. An wen könnten Sie sich wenden in so einer Lage? Wohin mit Ihren Gefühlen und Ihren Ängsten? - In einem christlichen Lied heißt es „Geborgen bei Dir Gott, ruhe ich aus, bin ich zufrieden“ und „Gehalten in Dir, Gott, wache ich auf, wage ich tastend den Tageslauf.“ - Rückhalt zu finden in Gott, das hilft Milliarden von Menschen durch’s Leben. Besonders dann, wenn’s eng wird. Können Sie sich vorstellen, Halt zu finden bei Gott, wenn alle Stricke reißen? Oder wer gibt Ihnen Halt - wenn Sie welchen brauchen?


Thema: Sagen Sie mal Danke

Montag, 22. Juni 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Wann hat Ihnen zum letzten Mal jemand „Danke“ gesagt? Zum Beispiel, weil Sie demjenigen einen kleinen Gefallen getan haben, wie ein Paket anzunehmen. Oder Sie haben sogar was Größeres übernommen um jemandem aus der Patsche zu helfen. Gab’s da ein „Dankeschön“? Mir kommt‘s so vor, als wäre ein ehrliches, ernst gemeines „Danke“ sagen selten geworden. Dabei ist es gar nicht selbstverständlich, dass andere helfen. Und dem Helfer tut ein „Dankeschön“ als Anerkennung für seine Mühe gut. So geht’s auch Jesus: Unterwegs kommen zehn Schwerkranke zu ihm und bitten ihn, dass er sie heilt. Er verspricht, dass sie auf ihrem Heimweg gesund werden und sie gehen. Genau einer von ihnen kommt zurück um „Danke“ zu sagen. Kein Wunder, dass Jesus enttäuscht ist. „Wieso kommst nur Du? Sind die anderen nicht gesund geworden?“ fragt er. Sind sie. Nur, sie sind nicht gekommen um „Danke“ zu sagen. Dabei tut das nicht weh. Wem und wofür können Sie heute - oder morgen - „Danke“ sagen?


Thema: Werden Sie Lebensretter!

Dienstag, 23. Juni 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Wie stehen Sie denn zum Thema Blutspenden? Gehen Sie seit Jahren selbstverständlich hin oder haben Sie eher Respekt davor? Gerade jetzt befürchten ja viele, sie könnten sich mit Covid-19 infizieren, wenn sie zur Spende gehen. Das hat schwere Folgen: Ärzte berichten, dass die Blutreserven in vielen Krankenhäusern zur Neige gehen. Diese Reserven werden aber gebraucht, um Menschen zu helfen, die viel Blut verloren haben; zum Beispiel bei 'ner OP oder durch 'nen Unfall. Mit dem Blut aus den Blutspenden kann ihr Leben gerettet werden. - Umgekehrt schadet’s Ihnen nicht, was von Ihrem Blut abzugeben, wenn Sie gesund sind. Auch die Kirchen empfehlen, Blut zu spenden. Nach dem Motto: „Was ihr wollt, dass euch die anderen tun, das tut genauso auch ihnen!“ (Mt 7,12) Deswegen gibt’s auch kirchliche Organisationen, die Blutspenden sammeln, wie die Malteser. Die kommen dazu auch in kleine Orte, sicher auch in Ihrer Nähe. Also: Was spricht dagegen, das Spenden mal zu probieren? Und damit - womöglich - Leben zu retten?


Thema: Machen Sie‘s mehr wie Johannes!

Mittwoch, 24. Juni 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Irgendwie fehlen die großen Volksfeste in diesem Sommer, oder? Gerade heute wäre ja Anlass zum Feiern: Am Feiertag von Johannes dem Täufer. Auf den gehen die vielen Johannisfeste zurück, die - normaler Weise - Ende Juni gefeiert werden. Johannes der Täufer war ein echt markanter Mensch mit viel Mut und felsenfester Überzeugung. Obwohl seine Eltern angesehene Leute waren, ist Johannes ausgewandert um Gottes Botschaft zu verbreiten. Und hat Erwachsene getauft, mitten in der Wüste am Fluss Jordan. Dabei war’s ihm piepegal, wie sie ausgesehen haben. Ihm ging’s um die Entscheidung ihres Herzens, um den ehrlichen Wunsch, ihr Leben zu ändern und Gott zu folgen. Da hat er keine Kompromisse gemacht und das hat ihn schließlich den Kopf gekostet: Weil er sogar den König öffentlich kritisiert hat. Kein schönes Schicksal, aber Johannes war im Reinen mit sich. Heute steht auf Kritik nicht mehr die Todesstrafe. Auf was können Sie hinweisen, mit dem Sie nicht einverstanden sind?


Thema: Lernt von den Mönchen und Nonnen

Donnerstag, 25. Juni 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

„Jeden Tag zuhause zu sein ist ein seltsames Gefühl, weil man immer dasselbe sieht und das Zeitgefühl verschwindet.“ – So beschreibt eine Schülerin, wie es ihr in der „Corona-Pause“ geht. Einige von Ihnen haben es wohl ähnlich erlebt: Aufstehen, an den Computer setzen, immer umgeben von denselben Leuten, schlafen und wieder von vorn. Egal ob Werktag, Sonntag oder Feiertag. Als Seelsorgerin hab ich in dieser Zeit oft gehört, wie sehr es vielen an den Nerven zehrt, wenn jeder Tag dem andern gleicht. Besonders gut wissen das die Mönche und Nonnen im Kloster. Sie leben immer in derselben Umgebung und mit denselben Leuten. Trotzdem strahlen die meisten von ihnen einen ganz besonderen Frieden aus. Dazu haben sie ein uraltes „Rezept“: Sie leben nach einem bestimmten Rhythmus, jeden Tag gleich, nur Sonn- und Feiertage sind anders. Sie können das für sich ja auch mal testen: Wenn Sie sich feste Zeiten zum Arbeiten setzen, aber auch einen freien Tag. – Den Sonntag zum Beispiel.


Thema: Was Du nicht willst, das erspare auch andern!

Freitag, 26. Juni 2020, ca. 4:47 Uhr + 6:20 Uhr

Seit letzter Woche sind Facebook, What’s-App, Inst und Co. gesetzlich verpflichtet zu melden, wenn auf ihren Seiten über bestimmte Gruppen gehetzt oder andere bedroht werden. Wie sehen Sie das? Finden Sie, da mischt sich der Staat zu viel ein? Oder halten Sie‘s für richtig, so 'nem Verhalten den Garaus zu machen, egal wie? Am besten wär’s ja, wenn wir so ein Gesetz gar nicht erst brauchen würden. Weil wir alle in Ruhe und Frieden leben könnten – ohne Angst zu haben. „Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem andern zu.“ Diese uralte Regel kennen so oder ähnlich alle Kulturen und Religionen. Und die ist doch eine gute Ausgangsbasis dafür, dass wir friedlich zusammen leben können. Egal, zu welchem Volk wir gehören oder, von welchem Glauben wir überzeugt sind: Was Sie nicht über sich hören oder lesen wollen, das erzählen Sie auch nicht über andere. Klingt machbar, oder? Je mehr sich daran halten, umso weniger haben Grund zu hetzen und zu drohen. Probiern Sie‘s doch heute mal aus – im echten Leben und im Netz.


Thema: Let’s Dance

Samstag, 27. Juni 2020, ca. 6:20 Uhr + 10:47 Uhr

Wann und wo haben Sie zum letzten Mal so richtig abgetanzt? – Heimlichh zuhause, zu Ihrem Lieblingssong im Radio? Oder auf 'ner Party, als das noch ging, vor Corona? Tanzen ist ganz natürlich, eine ursprüngliche Bewegung, mit der Menschen ihre Gefühle ausdrücken. Vielleicht haben Sie schon beobachtet, dass Kleinkinder spontan anfangen zu tanzen, wenn sie sich freuen. Auch Erwachsene tanzen, überall: Zum Beispiel beim „Abzappeln“ im Club, Kreistänzen wie dem Sirtaki oder den urtümlichen Tänzen indigener Stämme. Die meisten tanzen, feiern und sich freuen. Davon erzählt auch die Bibel: Die Prophetin Mirjam tanzt als sie erfolgreich aus Ägypten geflohen ist. Jesus tanzt auf der Hochzeit zu Kanaan. Miteinander ausgelassen zu sein, das Leben feiern – so hat Gott sich das wohl für alle Menschen vorgestellt. Schade nur, dass sich viele oft nicht trauen, ganz ausgelassen zu sein, sich zu freuen und zu tanzen. Ist Ihnen so was peinlich? Oder hätten Sie richtig Lust drauf und trauen sich nicht? Probiern Sie’s mal aus.