Der Heilige Franziskus

Aus der Fortbildung:

Der Wolf schaut böse und grimmig. Dabei hat er doch nur Hunger. Das müssen die Menschen doch verstehen, doch die haben Angst und zittern vor dem Wolf. Eindrücklich spielten die Teilnehmer der Fortbildung "Franz von Assisi" im Herz-Jesu-Kloster die Legende des Wolfes von Gubbio.

Zuvor hatten sie sich mit Lied und Tanz eingestimmt auf die Lebensgeschichte des heiligen Franziskus. Die begann im Tuchladen seines Vaters. Jede Teilnehmerin brachte ein Tuch in den Laden, verbunden mit eigenen Äußerungen zu Vorwissen über den heiligen Franz. Der erzählte dann selbst seine Lebensgeschichte. Als Sohnes eines der reichsten Männer von Assisi, lebte er ohne Sorgen und vergnügt in den Tag hinein. Dann aber kam der Städtekrieg mit Perugia. Als Held wollte er zurückkehren, stattdessen landete er in einem dunklen Gefängnisloch. Assisi hatte den Krieg verloren. Als er nach einem Jahr frei kam, hatte er sich verändert. Er sah die Armut um sich herum, kümmerte sich um die Ausgestoßenen. Als er eines Tages in der Kirche von San Damiano Halt machte, hörte er eine Stimme: "Franz, baue meine Kirche wieder auf!" Er wusste, hier hatte Jesus zu ihm gesprochen. Die Teilnehmerinnen nahmen "Tuchballen" aus dem Tuchladen des Vaters und bauten damit eine Kirche auf. So wie auch Franziskus mit dem Geld seines Vaters die Kirche wieder hergerichtet hatte.

 

 

Der ließ sich das nicht gefallen und zerrte Franziskus vor das Gericht. Dort kam es zur berühmten Szene, in der sich Franziskus auf dem Marktplatz auszog, die Kleider seinem Vater vor die Füße warf und rief: "Bisher habe ich dich Vater genannt. Ab heute will ich nur noch Gott im Himmel meinen Vater nennen."

 

Franziskus lebte ab dieser Zeit als Bettelmönch. Aber schnell fand er Gefährten und dann stieß mit Clara auch die erste Frau zu seiner Gemeinschaft.

Dann kam es zu Begegnung mit dem Wolf. Franziskus traf auf den Wolf, redete ihm ins Gewissen und brachte die Versöhnung zwischen Wolf und den Bürgern von Gubbio zustande.

 

Das szenische Spiel – angeleitet von Katharina Thies – zeigte eindrucksvoll, welch tiefe Menschlichkeit in dieser Legende steckt und zugleich die großartigen Möglichkeiten des szenischen Spiels.

Der Sonnengesang des Franz von Assisi gehört bestimmt zu den großen geistlichen Texten des Christentums. Der letzte Teil der Fortbildung war diesem Gesang gewidmet. Nach und nach entstand in der Mitte ein großes Bild des Sonnengesangs. Der Sonnengesang endet mit dem Lobpreis des Bruders Tod. Dass er zum Leben dazugehört, zeigten die Teelichter, die zum Abschluss in das Mittebild gestellt wurde. Im letzten Bild liegt Franziskus selbst inmitten seines Sonnengesangs zum Sterben bereit im Mittebild. Mit dem Lied "Vom Aufgang der Sonne" wurde deutlich, dass dies Sterben ein Übergang ist in das Licht Gottes.

 

So endete die Fortbildung mit dem Segen der heiligen Clara, den alle Teilnehmerinnen mit nach Hause nehmen konnten.

Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen zeigte, dass es für alle ein anregender und bereichernder Nachmittag war.

Schritte zum Erarbeiten des Sonnengesangs:

Sie brauchen den Text des Sonnengesangs (Gotteslob 19.2) oder ein entsprechendes Lied (z.B. "Höchster und großer lebendiger Herr" in: Franz Kett u.a., Jahrbuch 2011. Franz Kett Verlag 2011. 181)

Zuerst wird ein großes rundes Tuch als Unterlage gebraucht. Dann sind für jede Strophe kleine Körbe gepackt mit entsprechendem Legematerial. Die Strophe wird gesungen oder gelesen, kurz besprochen, was darin gelobt wird. Dann dürfen einige Schülerinnen und Schüler mit dem Legematerial für diese Strophe das Mittebild weitergestalten. So geht das mit jeder Strophe.

 

 

Der "Untergrund" wird ausgebreitet.

 

 

Schwester Sonne, Bruder Mond und die Vielzahl der Sterne.

 

 

Bruder Wind, Wolken, Regen, und Schwester Quelle.

 

 

Für die Menschen, Brüder und Schwestern

 

 

Gelobt sei auch der Bruder Tod.