Die Angedacht!-Manuskripte vom 10. bis 15. August 2026

Autor: Uwe Burkert, Speyer


Thema: Schulanfang: Wuchert mit Euren Talenten!

Montag, 10. August 2026, 5:40 Uhr

Müsst Ihr jetzt auch wieder jeden Morgen früh 'raus? Und fiebert Ihr mit, welche Lehrerinnen und Lehrer Eure Kinder bekommen? Ihr habt sogar richtige ABC-Schützlinge? Na, dann kann der "Ernst des Lebens" ja beginnen! Wie viele verschiedene Jungen und Mädchen jetzt wieder zusammenkommen und fast ein ganzes Jahr ackern dafür, dass am Ende das Zeugnis ordentlich wird! Gehören Eure Kinder eher zu den Überfliegern, Abos auf Einsen, egal welches Fach? Beneidenswert. Oder sind Eure Kinder gesundes Mittelfeld: manche Fächer klasse, andere geht so? Eure Kinder müssen sich eher durchbeißen, viel arbeiten, büffeln, um überhaupt auf einen grünen Zweig zu kommen? Ja, die Talente sind ungleich verteilt. Das ist schon in der Bibel so. Worauf's dabei aber vor allem ankommt? Sich nicht zu verstecken, sich und seine Talente. Egal wie viele und welche. Denn im Gleichnis von den Talenten erzählt Jesus, dass der Herr diejenigen lobt, die mit ihren Talenten klug und mutig gewirtschaftet haben, egal ob mit fünf oder mit zwei Talenten. Und derjenige bekommt eins auf die Mütze, der vor lauter Angst sein Talent versteckt und vergraben hat. Ob in der Schule oder sonst wo: Den Ritterschlag von ganz oben bekommt Ihr dann, wenn Ihr mit Euren Talenten wuchert. Wie viele Ihr habt, ist schnurzpiepegal. Macht am besten - das Beste aus dem, was Ihr habt! Auf geht's ins neue Schuljahr!


Thema: Lachkraft – ein Geschenk Gottes

Dienstag, 11. August 2026, 5:40 Uhr

Habt Ihr heute schon – gelacht? Und kennt Ihr die befreiende Kraft des Lachens? Denn jeder Heiterkeitsanfall stärkt Euer Immunsystem, Euer Körper setzt Morphine frei, Glückshormone. Kinder lachen ja angeblich ein paar hundert Mal am Tag, Erwachsene nur noch ab und zu – wenn überhaupt. Dabei ist Humor doch – wenn man trotzdem lacht, wie es heißt. Denn Lachen schafft Frei-Raum, schafft Abstand und Distanz – zu dem, was Ihr als bedrückend empfindet, beängstigend, was Euch Sorgen macht: finanzielle Sorgen, Paar-Probleme, gesundheitliche Probleme, Stress auf der Arbeit, was wird wohl aus den Kindern, was aus mir? Die Narren im Karneval treiben das auf die Spitze, Kabarettist*innen und Comedians. Denn sie bringen zum Lachen, gerade weil sie sehen, was los ist in der Welt und woran man verzweifeln könnte und was einen sonst irre machen kann. Um nicht zu verzweifeln darüber – lachen sie, machen Witze – und gewinnen so wieder Gestaltungsraum und Gestaltungskraft: anzupacken und zu verändern. Lachen wird in der Bibel sogar als Geschenk Gottes gefeiert – wenn es im Buch Hiob (8,21) heißt: "Mit Lachen wird Gott deinen Mund noch füllen". Wäre doch gelacht, oder – wenn Ihr heute gar nix zu lachen hättet … oder anderen zu lachen geben könntet?


Thema: À la Ambrosius: Seid, macht's - wie der Fisch!

Mittwoch, 12. August 2026, 5:40 Uhr

Wie isses? Urlaub und Ferien sind rum – und Ihr könnt Euch schon wieder kaum retten vor lauter Verpflichtungen und Terminen und Aufgaben? Dann macht's - wie der Fisch! Tipp aus Trier, von Bischof Ambrosius. Okay – das ist jetzt rund eintausend siebenhundert Jahre her. Aber Ambrosius nimmt bewusst den unscheinbaren Fisch – als Vorbild dafür, wie wir uns im Alltag bewegen, versuchen vorwärts zu kommen, ohne unter zu gehen. "Der Fisch ist im Meer und er ist auf den Wellen", predigt Ambrosius, "er schwimmt mit den Wogen des Wassers. Der Sturm wütet auf der See, die Winde brüllen, doch der Fisch schwimmt; er wird nicht verschlungen. Für dich ist die Welt das Meer", so Ambrosius weiter, "ihre Strömungen sind ungewiss, ihre Wasser sind tief, die Stürme heftig. Und du musst dieser Fisch sein, damit dich die Wellen der Welt nicht verschlingen." Der Fisch als Vorbild. Der Fisch, der nicht weiß, was morgen ist, der auf Unvorhersehbares reagiert, der auch mal in ruhigerem Wasser treibt, aber auch gegen den Strom schwimmt. Unterwegs mit einem inneren Navigationssystem. Der in seinem Element ist – im Wasser. Und der nicht untergeht in den wilden Wassern dieser Welt, in den Anforderungen des Alltags. Denn der Fisch kommt - von Gott; er hat, was er braucht. Wie Ihr. Ja – wie Ihr! Seid, macht's – wie der Fisch!


Thema: Jesus(-Echse): Nichts ist unmöglich?!

Donnerstag, 13. August 2026, 5:40 Uhr

Ist Euch schon mal 'ne Jesus-Echse über den Weg gelaufen? Dann muss das in Costa Rica, Nicaragua oder Panama gewesen sein. Denn dort huschen die leuchtend grünen Eidechsen blitzschnell übers Wasser, über Bäche und Seen. Oder Ihr besucht mal das Dynamikum in Pirmasens! Denn auch dort findet Ihr die Jesus-Echse - allerdings nur auf Schautafeln und im Kurzfilm. Die Jesus-Echse heißt hochoffiziell "Stirnlappenbasilisk", ihren Spitznamen Jesus-Echse trägt sie, klar, weil sie wie Jesus übers Wasser flitzen kann. Aber konnte Jesus wirklich übers Wasser laufen? Oder hat er nur gewusst, wo die Steine liegen, wie Spötter behaupten? Konnte Jesus wirklich übers Wasser laufen? Konnte Jesus wirklich Kranke gesund machen: Taube, Blinde, Lahme, Aussätzige? Konnte Jesus sogar Tote wieder ins Leben zurückholen, Tote wie seinen Freund Lazarus, der schon anfing zu riechen und dann plötzlich auf Zuruf munter aus seinem Grab herausspaziert kam? Für die Bibel und die biblischen Geschichten ist das nicht das Entscheidende. Entscheidend ist, was Ihr Jesus zutraut. Ob Ihr ihm überhaupt traut und vertraut, ob Ihr ihm glaubt und an ihn glaubt. Dann allerdings, so die Bibel, ist nichts mehr unmöglich; dann, so das geflügelte Wort, kann Euer Glaube, könnt Ihr - sogar Berge versetzen! Und vielleicht sogar – übers Wasser laufen! Oder - was meint Ihr? Was glaubt Ihr?


Thema: Was seid Ihr bereit zu tun für Eure Welt – in der Lachen welche Rolle spielt?

Freitag, 14. August 2026, 5:40 Uhr

Wie sieht sie aus, die Welt – in der Ihr leben wollt? Und wie leben die Menschen dort miteinander? Spielt Lachen dort eine wichtige Rolle – und welche? Haben dort alle was zu lachen - oder nur die mit viel Geld? Haben dort alle was zu lachen – oder nur die Schönen, Starken, Fitten, Sportlichen? Wie sieht sie aus, die Welt – in der Ihr leben wollt? Haben dort alle was zu lachen - oder nur die, die am Ruder sind: in Politik, Wirtschaft, Kirche, Sport, Gesellschaft, die Mächtigen? Haben dort nur diejenigen was zu lachen, die sowieso schon auf der Sonnenseite des Lebens zuhause sind? Dürfen dort Frauen genauso laut lachen wie Männer, Fremde wie Einheimische, Muslime wie Juden, Christ*innen, Hindus und egal, was jemand glaubt oder nicht? Wie sieht sie aus, die Welt – in der Ihr leben wollt? Planen dort möglichst alle miteinander lange genug und so gründlich wie möglich – dass möglichst alle möglichst viel und genug zu lachen haben? Wie das gehen könnte? Die sogenannte Goldene Regel Jesu wäre dafür zum Beispiel eine gute Idee aus dem Matthäusevangelium: "Alles, was ihr wollt, das euch die Menschen tun, das tut auch ihnen!" (Mt 7,12a) Wie sieht sie aus, die Welt – in der Ihr leben wollt? Und was seid Ihr bereit – dafür zu tun: dass es dort möglichst viel zu lachen gibt?!


Thema: Beispiel Maria: Der ganze Mensch zu Gott

Samstag, 15. August 2026, 6:20 h

Habt Ihr schon mal jemanden "Zur Hölle!" gewünscht? "Zur Hölle!", das ist ungefähr da, wo der Pfeffer wächst oder noch schlimmer, will jedenfalls keiner gerne hin, schon gar nicht freiwillig. Ganz anders der Himmel: da will jeder gerne hin. Maria ist schon da. Mit Leib und Seele. Behauptet jedenfalls die katholische Kirche an Mariä Himmelfahrt, heute, am "Fest der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel" wie es kirchenamtlich offiziell heißt. Gemeint ist: Maria, die Mutter Jesu, ist schon auferstanden, bei Gott im Paradies, als ganzer Mensch, mit Leib und Seele. Mit was für einem Leib? Wer weiß - einem irgendwie verklärten Leib. Aber dass der Mensch nicht ein geteiltes Wesen ist, hier Geist und Seele, da Leib und Fleisch, sondern eine Einheit, ist damit klar definiert. Der Körper ist nicht nur ein irdisches Gefäß für die ewige Seele, aus dem die dann aussteigt und entschwebt in höhere Sphären, wenn's soweit ist, am Ende dieses Lebens. Nein, alles das gehört zu Euch – und nichts davon ist wertlos, sinnlos, egal: kein Fingerglied, kein Auge, kein Haar – nichts. Alles das seid Ihr – wo immer Ihr hingeht. Beispiel Maria. Oder - was glaubt Ihr?