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Donnerstag, 05. September 2019

„Es ist an der Zeit, falsche Idealisierungen abzubauen“

Angeregte Gespräche über das Priesterbild in den Medien, von links: Pressesprecher Markus Herr, Domvikar Tobias Heil, Ordinariatsdirektorin Christine Lambrich, Diakon Mathias Reitnauer, Dekan Steffen Kühn und Pfarrer Bernhard Spieß. 

Klerusverein befasste sich bei seiner Mitgliederversammlung mit dem Priesterbild in den Medien – Impulsreferat von Diözesan-Pressesprecher Markus Herr

Kaiserslautern. Das Bild des Priesters und Diakons in den Medien behandelte der Klerusverein bei seiner diesjährigen Mitgliederversammlung im Pfarrzentrum St. Theresia in Kaiserslautern. Der Pressesprecher des Bistums Markus Herr ging in einem Impulsreferat auf eine mediale Spurensuche zwischen Idealisierung und Demontage. Das volkskirchlich geprägte Priesterbild sei passé. Einerseits zolle die Gesellschaft dem Priester weiterhin Respekt für eine radikale und dauerhafte Lebensentscheidung, andererseits sei auch Skepsis hinsichtlich der persönlichen Motive für diesen Lebensweg spürbar. In der Diskussion um Reformen in der Kirche würden unterschiedliche Kirchen- und damit auch Priesterbilder verhandelt.

„Wir erleben aktuell die Geburtswehen einer neuen Gestalt von Kirche“, beschrieb Markus Herr die Situation. Dies bedeute auszuhalten, dass sich die Frage „Was ist der Priester?“ zurzeit einer eindeutigen Antwort verweigere. „Vielleicht muss auch sie erst unter Schmerzen geboren werden.“ Er forderte dazu auf, falsche Idealisierungen abzubauen: „Vielleicht käme dann mehr Wirklichkeit, mehr Leben zum Vorschein, priesterliche Lebenswirklichkeit, mit Anteilen von Erlöstem und Unerlöstem wie in jedem Leben.“ In der Diskussion wurden mehrfach die Auswirkungen des Missbrauchs angesprochen. „Die öffentliche Vertrauens- und Glaubwürdigkeit der Kirche ist heute stark an die Frage geknüpft, ob es uns gelingt, die Versäumnisse der Vergangenheit durch eine überzeugende Aufarbeitung und Präventionsarbeit in eine Stärke für die Zukunft umzuwandeln“, legte Markus Herr seinen Standpunkt dar. Die Chance dazu bestehe in seinen Augen.

Dekan Steffen Kühn, der Vorsitzende des Klerusvereins, berichtete über die Schwerpunkte des Klerusvereins im zurückliegenden Jahr, unter anderem die Rom-Wallfahrt mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann im März. Wichtige Themen für den Klerusverein waren außerdem die Gesundheitswoche für Priester und der Kelchfond. Seine neue Satzung will der Speyerer Klerusverein in Kürze im Schulterschluss mit den Klerusvereinen der bayerischen Bistümer in Kraft setzen. Derzeit laufen Vorbereitungen auf das Jubiläum des 200. Geburtstages des Seligen Paul Josef Nardini im Jahr 2021. Aktuell zählt der Speyerer Klerusverein 197 Mitglieder. Pfarrer Gerhard Kästel wurde als neues Mitglied in den Vorstand berufen. Herzlich willkommen geheißen wurde bei der Mitgliederversammlung in Kaiserslautern die neue Ordinariatsdirektorin Christine Lambrich, Leiterin der Hauptabteilung Personal des Bischöflichen Ordinariats. Der Vorstand des Klerusvereins wurde einstimmig entlastet.

Text und Bild: is

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