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Freitag, 27. September 2019

Friedenskreuz des Handwerks errichtet

Segnung des Friedenskreuzes in Münchweiler 

Einsegnung in Münchweiler an der Rodalb - Eine Initiative der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Handwerkskammer der Pfalz – Kolpingwerk ist Kooperationspartner

Münchweiler / Kaiserslautern. „Frieden ist nicht selbstverständlich. Man muss für ihn kämpfen und be-ten“, sagte Michael Lehnert, der Vizepräsident der Handwerkskammer der Pfalz, bei der Segnung des Friedenskreuzes des Handwerks vor der Kirche St. Georg in Münchweiler an der Rodalb. „Der Frieden, den der Bauhandwerker Jesus von Nazareth verheißen hat, ist ein Frieden, wie ihn sich die Welt nicht selbst geben kann, der Frieden aus Gottes Hand. Wir müssen uns aber diesem Frieden öffnen, ihn mit unseren Händen empfangen und mit Herz und Hand weitergeben. Handwerkerinnen und Handwerker tun das. Weltweit“, führte der Vizepräsident der Gesellen in der Vollversammlung der Handwerkskam-mer weiter aus. Die pfälzischen Handwerker sähen sich eng verbunden mit ihrem Handwerkskollegen aus Nazareth. Auch unter den Aposteln seien Handwerker gewesen, und seit 2000 Jahren seien immer wieder Handwerker – und Handwerkerinnen! – Jesus Christus gefolgt.

Kooperation von Handwerkskammer und Kolping

Das Friedenskreuz aus Cortonstahl, das pfälzische Handwerker in über 100 Arbeitsstunden schufen, geht auf eine Initiative der Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmer in der Handwerkskammer der Pfalz zurück. Vizepräsident Lehnert trieb das Projekt voran. Als Kooperationspartner konnte er das Kolpingwerk in der Diözese Speyer gewinnen. Kolping ist Arbeitnehmerorganisation und in Vollversammlung und Vorstand der Kammer mit mehreren Mitgliedern vertreten. Das hat seine lange Tradition, denn der Ver-band, den der Handwerker und Priester Adolph Kolping im 19. Jahrhundert als Katholischen Gesellen-verein gründete, förderte schon früh Selbstorganisation und Bildungsarbeit im Handwerk.

Ökumenische Andacht
In einer ökumenischen Andacht vor der Kirche, direkt am neuerrichteten Friedenskreuz, wurde unter Leitung von Pfarrer Michael Stabel und Pfarrerin Susanne Dietrich in Wort und Gebet auf die Bedeutung des Friedenskreuzes hingewiesen. Am Kreuz Christi zerbreche jegliche Gewalt und von Ostern her entfal-te sich unumkehrbar der Frieden unter den Menschen. Pfarrer Stabel segnete das Kreuz, Diakon Andreas W. Stellmann, Diözesanvorsitzender des Kolpingwerkes, besprengte es mit Weihwasser.

Symbol für den Frieden
Mit der Errichtung des Friedenskreuzes haben die Handwerker – 80 Jahre nach dem Beginn des II. Welt-krieges – Hand angelegt für den Frieden in Deutschland, in Europa und auf der ganzen Welt. In verschiedenen Sprachen steht das Wort „Frieden“ auf dem Kreuz. Sie symbolisieren die ständige weltweite Friedensaufgabe, aber auch das Friedensengagement in einem Land, in dem Menschen aus allen Völ-kern wohnen und arbeiten. Viele kommen neu hier her. Für sie ist Deutschland ein Land der Hoffnung, der Zukunft und des Friedens.

Immer mehr von ihnen arbeiten im Handwerk. Sehr wichtig, so Vizepräsident Lehnert, sei ein freies, demokratisches Europa, dessen Grundlage Menschenwürde und Menschenrechte sind. Frieden sei nur im Zusammenhang von Freiheit, Solidarität und Menschenwürde möglich. Diese Werte seien heute in Europa bedroht. Kirche und Handwerk müssten gemeinsam mit anderen Partnern wie den Gewerkschaften und den Arbeitgebervertretern auf dieser Ebene für den Frieden eintreten.

Gleichsam als Basis am unteren Ende des Kreuzes steht das Wort Frieden in hebräischer Sprache: „Wenn Menschen hier beten, erbitten sie den umfassenden Schalom Gottes unter den Menschen.“ Dieser Schalom bedeutet mehr als nur die Abwesenheit von Krieg und Gewalt. Es bedeutet Unversehrtheit und Heil. Schalom meint nicht nur Befreiung von jedem Unheil und Unglück, sondern auch Gesundheit, Wohlfahrt, Sicherheit, Frieden und Ruhe. Schalom ist der Friede, der allein versöhnt und stärkt, der uns von der Knechtung durch hasserfüllte Emotionen freimacht und uns befähigt, im Feind den Menschen zu sehen, der unter dem Angesicht Gottes lebt und nach Glück strebt. Schalom fordert uns auf, dass jeder Mensch in der Welt etwas anders machen, schöner machen soll. Handwerkinnen und Handwerker tun dies. Das Friedenskreuz ist dafür ein sprechendes Sinnbild.

Unter den Ehrengästen befanden sich Brigitte Mannert, die Präsidentin der Handwerkskammer der Pfalz, und Dr. Till Mischler, der Hauptgeschäftsführer der Kammer. Beide haben das Projekt tatkräftig unterstützt. Bürgermeister Ganz freute sich über das Kreuz, mitten in seiner Gemeinde. Wolfgang Breitwieser, Mitglied im Vorstand der Handwerkskammer und selbst Vorsitzender einer Kolpingsfamilie, informierte über die Herstellung und die Errichtung des Kreuzes. Mit seiner Band Sacro Pep umrahmte er die Feier musikalisch. Worte des Dankes an alle Mitwirkenden im Gottesdienst sowie an Helfer und Unterstützer des Kreuzes sprach Harald Reisel, Stellv. Vorsitzender des Kolpingwerkes und Vorsitzender der Kolpingsfamilie Dahn. Er brachte den Wunsch zum Ausdruck, dass in Münchweiler in naher Zukunft wieder eine Kolpingsfamilie gegründet werde. Symbol dafür sei das alte Banner der Kolpingsfamilie Münchweiler, das heute aus Anlass des Friedenskreuzes zurückgekehrt sei.

Vor dem Friedenskreuz wollen Kolping und Handwerk künftig regelmäßig für den Frieden beten.

Informationen zum Kolpingwerk
Das Kolpingwerk zählt in der Diözese Speyer 5.400 Mitglieder in 50 örtlichen Gemeinschaften, den Kol-pingsfamilien. 900 Mitglieder sind unter 30 Jahre alt und gehören der Kolpingjugend an. In Deutschland hat der Verband, der sich auf den Seligen Adolph Kolping und seine Katholischen Gesellenvereine zu-rückführt, 230.000 Mitglieder in 2.400 Kolpingsfamilien. Weltweit zählt das Kolpingwerk in 61 Ländern über 400.000 Mitglieder in 8.400 Kolpingsfamilien. Sein Wahlspruch lautet: „Verantwortlich leben – Solidarisch handeln.“

Text/Foto: Kolping

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