Druckversion: [ www.bistum-speyer.de/ ]



Montag, 02. Dezember 2019

Schicht um Schicht durch frühere Jahrhunderte

 

Landesarchäologie informierte über Grabungen rund um das Bischöfliche Ordinariat

Speyer. Auf großes Interesse stieß ein Vortrag der Generaldirektion Kulturelles Erbe über die archäologischen Grabungen rund um das Bischöfliche Ordinariat. Dr. Ulrich Himmelmann, der Leiter der Landesarchäologie in Speyer, und zwei seiner Mitarbeiterinnen berichteten im Friedrich-Spee-Haus vor rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bischöflichen Ordinariats über die Grabungen und die dabei gewonnenen Erkenntnisse.

Die archäologische Untersuchung in der Engelsgasse und auf dem Parkplatz hinter dem Ordinariatsgebäude in der Kleinen Pfaffengasse führte in eine Tiefe von bis zu vier Metern und damit bis in die römische Vorgeschichte der Stadt Speyer. Zum Vorschein kamen unter anderem die Fundamente und Überreste römischer Häuser, die teilweise schon mit Fußbodenheizung versehen waren, mehrere Mauern sowie Hinweise auf einen Kuppelofen und einen Brunnen. „Vieles lag bei dieser Grabung im Original vor, was in Speyer sehr selten ist“, betonte Ulrich Himmelmann. Die Grabung führte Schicht für Schicht durch 2000 Jahre Stadtgeschichte. So waren zum Beispiel mittelalterliche Straßen erkennbar, selbst Spurrillen auf den Straßen ließen sich rekonstruieren. Auch eine Häufung von Bränden in der Spätantike konnten die Archäologen anhand der Schichten des Bodenprofils nachweisen. Ein weiterer Fund deutet auf ein frühmittelalterliches Grubenhaus hin.

„Archäologische Forschung erfordert ähnliche Sorgfalt wie die Spurensicherung an einem Tatort“, gab Himmelmann Hinweise auch auf die Methoden der Forschung. Zur zeitlichen Einordnung dienen beispielsweise Gegenstände, die in früheren Jahrhunderten als Müll entsorgt wurden. Zu den Funden zählen nicht nur zahlreiche Keramikscherben, sondern auch Münzen. „Sie lassen eine klare geschichtliche Einordnung zu“, erläuterte Himmelmann. Auch im Boden entdeckte Holzreste geben wertvolle Hinweise. So hat die Analyse einer Holzprobe beispielsweise ergeben, dass der Baum, der in einem römischen Haus als Balken verbaut wurde, bereits im ersten nachchristlichen Jahrhundert gefällt wurde. Eine detaillierte wissenschaftliche Auswertung der Funde folgt im kommenden Jahr. Generalvikar Andreas Sturm dankte der Landesarchäologie für die gute Zusammenarbeit. „Die bei den Grabungen gemachten Entdeckungen stellen das eigene Wirken an diesem Ort nochmal in einen größeren zeitlichen Zusammenhang.“ Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sagte er Dank für die Geduld angesichts der mit den Bauarbeiten verbundenen Beeinträchtigungen.

Fotos: is und GDKE, Landesarchäologie Speyer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Opens internal link in current windowzu den aktuellen News

Opens internal link in current windowzum News-Archiv

Bistum Speyer
Bischöfliches Ordinariat Speyer
Kleine Pfaffengasse 16
67346 Speyer

Telefon: 06232 102 0
E-Mail: info@bistum-speyer.de

Top