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Donnerstag, 13. Februar 2020

„Zusammengehörigkeit von Caritas und Kirche hervorheben“

Austausch beim Besuch von Weihbischof Otto Georgens im Caritas-Zentrum Landau 

Weihbischof Otto Georgens besuchte das Caritas-Zentrum Landau, um sich über die Arbeit der Einrichtung zu informieren. Zwei Stunden dauerte der angeregte Austausch, bei dem viele Themen angesprochen wurden

Landau. Die Arbeit des Landauer Caritas-Zentrums, aber auch das Verständnis dessen, wofür die Caritas steht und welche Bedeutung ihr im kirchlichen Gemeindeleben zukommt, standen im Mittelpunkt des Besuchs von Weihbischof Otto Georgens am 6. Februar 2020. Der Weihbischof war im Rahmen der Visitation der Pfarrei Mariä Himmelfahrt Landau vor Ort. 

Gastgeber waren die Leiterin Elisabeth Traunmüller sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Caritas-Zentrums. Gekommen waren neben dem Weihbischof auch der Landauer Dekan Axel Brecht und weitere Mitglieder des Pastoralteams der Gemeinde Mariä Himmelfahrt, der Dekan des protestantischen Kirchenbezirks Landau Volker Janke sowie Vertreterinnen und Vertreter mit dem Caritas-Zentrum kooperierender Einrichtungen.

Zu Beginn des Austauschs stand die gegenseitige Vorstellung. Für Elisabeth Traunmüller, die seit August 2018 Leiterin des Caritas-Zentrums ist, war der Visitationstermin eine Premiere. Bischöfliche Visitationen werden in der Regel in fünfjährigem Turnus in den Pfarreien durchgeführt.

Weihbischof Georgens berichtete in seiner Vorstellung von seinen engen Beziehungen zur Caritas - er war von 1995 bis 2009 Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes - und von persönlichen Erfahrungen in der Begleitung von Menschen mit Behinderung, die ja auch zu den Arbeitsbereichen der Caritas gehöre. Mitgearbeitet habe er auch am Wort der Deutschen Bischöfe zur Situation der Menschen mit Behinderungen „unBehindert Leben und Glauben teilen“ von 2003. Im Gegenzug stellten ihm die Gastgeber die Arbeitsfelder des Caritas-Zentrums mit seinen 21 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor: die Gemeindecaritas, die allgemeine Sozialberatung, die Erziehungs-, Ehe- und Lebensberatung, die Katholische Schwangerschaftsberatung und die Migrationsberatung.

Der Weihbischof konnte sich dabei ein Bild machen von der speziellen Situation in Landau, von den Schwierigkeiten und Wünschen für die Zukunft in der Arbeit und von besonderen Projekten des Caritas-Zentrums, etwa „Vergiss-mein-nicht“, das sich der Beratung und Unterstützung von Strafgefangenen annimmt. Auch die Ambulante Wohnraumhilfe und die Angebote, die jungen Müttern zu einem Schulabschluss verhelfen können, wurden thematisiert.

Vorgestellt wurde ihm zudem das Ökumenische Sozialzentrum Landau (ÖSZ) - eine Einrichtung, die von beiden Konfessionen getragen christliche Sozialarbeit leistet und bereits vor über 40 Jahren in damaligen sozialen Brennpunkten die Arbeit aufnahm. Das ÖSZ betreibt mit Unterstützung und in Abstimmung mit der Stadt Landau drei Tageseinrichtungen für Kinder und ein Stadtteilbüro im Landauer Süden, berichtete der hier tätige Andreas Karl dem Gast.

Zur Sprache kam neben der Caritas-Arbeit auch deren Außenwahrnehmung. So berichtete Elisabeth Traunmüller von ihren Bemühungen, die Zusammengehörigkeit von Caritas und Kirche besser sichtbar werden zu lassen. „Das Gemeindeleben und unsere Arbeit werden oft getrennt wahrgenommen“, sei ihre Erfahrung.  „Caritas ist Kirche“, pflichtete ihr Georgens bei. Die von der Caritas übernommenen Aufgaben in der tätigen Nächstenliebe seien ein untrennbarer Bestandteil des christlichen Gemeindelebens. „Es sind zwei Seiten derselben Medaille“, sagte der protestantische Dekan Janke, der für das Verhältnis von Diakonie und Gemeinde bei vielen Menschen eine ähnlich getrennte Sichtweise bestätigte. 

Begrüßt worden war der Gast aus Speyer mit einem besinnlichen Blick auf das Geben und Nehmen im Dienst am Mitmenschen - dem Gedicht „Mein Traum von Nächstenliebe“ von Esther Nufer, das Manuela Erben vorgetragen hatte. Zum Abschied setzte er selbst einen entsprechenden Impuls mit einem sinnbildlichen Vergleich der Liebe mit dem Wasser des Jordan: Dieses Wasser speise den See Genezareth wie auch das Tote Meer. Der See Genezareth gebe dieses Wasser an das umliegende Land weiter, lasse es blühen und gedeihen, und in ihm selbst herrsche ebenfalls vielfältiges Leben. Das Tote Meer hingegen nehme das Wasser nur auf, es gebe keine Abflüsse. In ihm und um ihn herum könne nichts gedeihen. Nur die Weitergabe der empfangenen Liebe also - so der übertragene Sinn - lasse Leben wachsen. „Also seid See Genezareth!“, rief Weihbischof Otto Georgens den Anwesenden zu.

Text/Foto: Henning Wiechers

 

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