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Freitag, 15. Juli 2016

Mit „LiLi“ mittendrin im Leben

Andreas Bosch probiert die neue Werkbank unter Anleitung von Mitarbeiter Michael Zimmer aus 

Das Caritas-Förderzentrum St. Laurentius und Paulus eröffnet in Landau eine neue Tagesförderstätte mit Sozialraumbüro

Landau. „LiLi“ heißt das Zauberwort, das von einem engagierten Team des Caritas-Förderzentrums St. Laurentius und Paulus nicht nur inhaltlich mit Leben gefüllt, sondern praktisch in die Tat umgesetzt wurde. „Leben in Landau inklusiv“ - das steckt dahinter und kann nun dank der Einrichtung der neuen Tagesförderstätte mit integriertem Sozialraumbüro in der Waffenstraße praktiziert werden. Am Mittwoch wurde beides offiziell eingeweiht. 13 Menschen mit Behinderung werden dort in zwei Gruppen betreut.

Dadurch ist ein maßgeschneidertes Angebot entstanden. Zielgerichtet war es der Wunsch der Verantwortlichen, denjenigen eine spezielle Betreuung angedeihen zu lassen, die erst spät eine Behinderung erworben haben. Thomas Moser, Leiter des Caritas-Förderzentrums, verwies bei der Eröffnung auf das Schädel-Hirn-Trauma hin, das nach einem schweren Schlaganfall, als Folge eines Badeunfalls oder durch eine degenerative Erkrankung entstehen und Menschen in ihrem Leben plötzlich aus der Bahn werfen kann.

„Diese Menschen haben ein anderes Selbstverständnis als diejenigen, die von Geburt an mit einer Behinderung leben“, betonte Moser. Selbstbestimmt und aktiv sei deren Alltag zuvor gewesen, Beruf und Familie seien eigeninitiativ organisiert worden. Daran anknüpfen will die Tagesförderstätte im Herzen der Stadt. „Unser Ziel ist eine bessere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“, stellte Moser hinsichtlich der Standortwahl inmitten des Sozialraums von Landau heraus.

Sinnstiftende Tagesstrukturen sollen den Menschen mit Behinderung dort angeboten werden. Dabei nannte Moser als wichtiges Element den Kontakt zu den Bürgern im nahen Umfeld außerhalb der Tagesförderstätte und gleichsam zu ansässigen Unternehmen  - und genau das strukturierte Suchen und Finden von Ehrenamtlichen soll das neue Sozialraumbüro organisieren. LiLi soll Menschen mit und ohne Behinderung zusammenbringen.

„Vielleicht gibt es eine Firma, die zu Weihnachten Grußkarten braucht, die wir herstellen können. Oder vielleicht braucht ein Wellensittich in der Nachbarschaft während des Urlaubs mal Betreuung", nannte er zwei Beispiele, wie die Menschen mit Behinderung sich im täglichen Leben einbringen können. Singen, kochen, werkeln - für alles seien sie zu begeistern.

Froh sind Moser und sein Team, im TV Queichheim und in der Ehrenamtsbörse bereits zwei feste Kooperationspartner gefunden zu haben. Entsprechende Verträge wurden bei der Einweihungsfeier unterzeichnet. Zum Selbstverständnis des TV Queichheims zählte das Engagement für die Vorsitzende Sylvia Dahlinger. Auch Christine Baumann von der Ehrenamtsbörse stellte heraus: „Ich bin glücklich, dass die Gespräche so fruchtbar waren.“ Für die freiwilligen Helfer seien eigens Fortbildungspakete geschnürt worden.

Oberbürgermeister Thomas Hirsch lobte den Mut der Macher des Caritas-Förderzentrums für das Projekt „LiLi“. Als gesamtgesellschaftliche Aufgabe bezeichnete er die Teilhabe von Menschen mit Behinderung. „Wir müssen eine lernende Gesellschaft beim Thema Inklusion sein“, hob er hervor.

Als treibende Kraft im Sozialraumbüro nannte Moser den pädagogischen Mitarbeiter Alexander Hahn. „Er hat viel Herzblut hinein gesteckt“, betonte Moser. Das Bestreben Hahns sei es, Menschen mit Behinderungen zu ermöglichen, Interessen auszuleben und das ohne hauptamtliche Betreuung. Stattdessen sollen Ehrenamtliche verstärkt ins Boot geholt werden. Für die will Hahn im Sozialraumbüro  Ansprechpartner vor Ort sein.

Dass auch die künftigen Nutzer der Förderstätte deren Entstehung begeistert begleitet und der Einweihung entgegengefiebert haben, bewies die Ansprache von Andreas Bosch. Seit 45 Jahren lebt er im Caritas-Förderzentrum. Der Umzug in die Tagesförderstätte war für ihn ein großer Tag.

„Ich freue mich ganz arg, dass ich in der neuen Gruppe sein kann. Jetzt kann ich mir alleine die Schaufenster in der Stadt anschauen und ich bin gespannt auf die Arbeit, die wir hier in der Gruppe machen“, sagte Bosch - ein Beweis dafür, dass „LiLi“ ihren Zweck schon jetzt erfüllt. Die Besucher der Tagesförderstätte wohnen grundsätzlich entweder zuhause bei Angehörigen oder in einer betreuten Wohneinrichtung.

Kontakt: Tagesförderstätte des Caritas-Förderzentrums St. Laurentius und Paulus, Waffenstraße 16, 76829 Landau, E-Mail: alexander.hahn@cbs-speyer.de 

Text / Foto: Susanne Kühner

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