Druckversion: [ www.bistum-speyer.de/ ]



Montag, 28. August 2017

Minitag lockt 650 Messdiener nach Kaiserslautern

Eröffnung des Minitages in der Kirche Maria Schutz in Kaiserslautern. 

Messdiener aus der Pfalz und dem Saarland waren als "Agenten" unterwegs | Rätselspiel verknüpft Wissen und Kreativität mit Spaß und Action

Kaiserslautern. Da hätte James Bond mit Blick auf die Treppenstufen der Kirche Maria Schutz in Kaiserslautern heute seine helle Freude gehabt: Drei Nachwuchsagenten seilten sich mit professioneller Hilfe am Treppengeländer ab. Sie übten Knoten und Schlingen, testeten den Seilzug und vor Allem ihren Mut. Aus ihrer Heimatpfarrei in Ludwigshafen hatten sie sich heute auf den Weg nach Kaiserslautern gemacht. Rund um die Kirche im Stadtzentrum fand der Diözesane Ministrantentag - kurz: Minitag - statt, zu dem mehr als 650 Messdiener aus den Pfarreien des Bistums Speyer angereist waren.

Das Messdienerreferat im Bistum Speyer sowie der Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) Speyer hatten zur Veranstaltung eingeladen. Unter dem Motto "Secret Service" waren die kleinen und großen Teilnehmer inkognito als Agenten unterwegs. Ihre Tagesaufgabe hatten sie von den Profiagenten des Leitungsteams erhalten: In schwarze Anzüge gekleidet hatten Gruppenleitern aus den Verbänden im BDKJ zu Beginn der Veranstaltung die Kirche zum Sicherheitsbereich erklärt: Hier sei gerade ein Einbruch verübt worden. Die dabei entwendeten Gegenstände gelte es nun mit Hilfe der Nachwuchsagenten zu finden. Schließlich handele es sich um Dinge, die für die Feier des Gottesdienstes unbedingt benötigt würden: Messschale und Weihrauchfass fehlten ebenso wie Fahne und Weinkännchen. Für die Lösung des Falls bekamen die Nachwuchsagenten per Skype-Anruf von höchster Stelle Unterstützung für ihre Suche. Der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann wurde zugeschaltet, ließ sich den Sachverhalt erklären und sprach den Agenten Mut zu. 

Spurensuche in Form von Workshopangeboten
Die große Agentenausbildung begann mit Workshops, die vom Bau einer Brücke aus Holzteilen bis zu einem Sportparcours in der Turnhalle reichten. Sie fand auf den Gelände von Maria Schutz, ebenso wie rund um das Edith-Stein-Haus, die Kirche St. Martin und das St.-Franziskus-Gymnasium statt. Zu den Angeboten zählte auch die Abseilaktion am Treppengeländer von Maria Schutz, die auf dem Plan der Ludwigshafener Gruppe stand. Neben dem sportlichen durften die Messdiener aber auch kreatives Geschick zeigen und mit bunten Farben große Stoffsegel bemalen. Sie schmückten während des Abschlussgottesdienstes den Kirchenraum. Außerdem entstanden im Pfarrgarten von Maria Schutz so genannte "Ich-Boxen", bunt gestaltete Kisten, mit deren Hilfe das eigenen Leben betrachtet wird. Finja (10) aus Dunzweiler erklärte: "Das ist eine Box, die mein Leben darstellt. Außen klebe ich auf, was Menschen von außen ausmacht. Dafür haben wir hier Papier und Zeitungsausschnitte. Innen kleben wir die Dinge hinein, die in uns sind. Ich habe meine Geheimnisse eingeklebt."

In einem weiteren Kreativ-Workshop bildeten die Nachwuchagenten "Quadratologos". Die quadratischen Farbflächen bilden, je nach Zusammensetzung, verschieden bunte Bilder. Es entstanden Kunstwerke, die in ihrer Farbenpracht für die Vielfalt der Gesellschaft stehen. In einem Workshopbereich der "Young Caritas" mussten die Messdiener ihre Teamfähigkeit unter Beweis stellen: An insgesamt neun Stationen kam es darauf an, gemeinsam Punkte zu sammeln. Für den Weg durch das Labyrinth aus Zurufen fand nur, wer sich zuvor in seinem Team gut abgestimmt hatte. Auch der Würfelturm war nur als Gemeinschafts-produktion zu meistern. Die Pappkästchen mussten so aufeinander gestapelt werden, dass eine möglichst große Höhe erreicht wurde ohne dabei den Turm zu stützen oder zum Einsturz zu bringen. 

Für jede besuchte Workshopstation erhielten die Nachwuchsagenten einen Stempel in ihrem Agentenausweis. Die Ausweise dienten bei Erreichen der dritten Workshopstation als "Lösegeld". In Verbindung mit einem Tipp in Form eines Fotos des gestohlenen Gegenstandes konnten die Teilnehmer die gestohlenen Gegenstände zurück erhalten. Dafür reichte die Zeit von der Ankunft am Vormittag bis zum späten Nachmittag gerade eben aus.

Abschlussgottesdienst mit Bischof Wiesemann
Um 16.30 Uhr wurde Bischof Wiesemann zum Abschlussgottesdienst erwartet. Es war erklärtes Ziel der Messdiener-Agenten, bis zu diesem Zeitpunkt alle Gegenstände für die Feier des Gottesdienstes wieder in der Kirche zur Verfügung zu haben. Um Punkt 16.30 Uhr hatten sie ihr Ziel erreicht: Mit allen nötigen Gegenständen ausgestattet begrüßten die Messdiener Bischof Wiesemann und feierten gemeinsam mit ihm Gottesdienst. Dabei wurde auch das Motto des Tages genauer unter die Agenten-Lupe genommen: Als "Service", als "Dienst" verstehen die Messdiener ihr Tun während der Gottesdienste in den Gemeinden des Bistums.

Bischof Wiesemann sagte in seiner Predigt: "Ihr Minis gebt das Geheimnis unseres Glaubens durch euren Dienst weiter. In diesem Sinne seid ihr Agentinnen und Agenten Gottes, die seinem Geheimnis auf der Spur sind." Die Mädchen und Jungen nehmen ihren Dienst - für den der Diözesane Minitag auch ein großer Dank sein soll -  sehr ernst. Sie sind aber auch mit viel Spaß dabei. "Ich liebe messdienen!", sagte Anton (9) aus Kaiserslautern und erklärt auch gleich, warum das so ist: "Weil das viel Spaß macht! Da kann ich die Fürbitten vorlesen und das ist cool! Außerdem treffe ich da viele Freunde." Sein Klassenkamerad Tim, ebenfalls 9 Jahre alt, stimmte ihm zu: "Ich sehe das genauso wie Anton." Marie aus Hochspeyer ging es um etwas anders. Die Neunjährige antwortet auf die Frage, warum sie Messdienerin sei: "Weil ich da im Gottesdienst ganz viel helfen kann!"

Die Jugendband "Gods Child" aus Ludwigshafen gestaltete den Gottesdienst musikalisch, das Gottesdienstteam der Jugendkirche "Lumen" in Ludwigshafen hatte ihn vorbereitet. Damit war der Gottesdienst zum Abschluss des Minitags 2017 auch eine kleine Premiere für "Lumen". Erstmals ging das Jugendkirchenteam mit dem Format "lumen on tour"  aus der Stadtgrenze Ludwigshafens heraus auf Reisen. 

Text/Foto: BDKJ

Opens internal link in current windowzu den aktuellen News

Opens internal link in current windowzum News-Archiv

Bistum Speyer
Bischöfliches Ordinariat Speyer
Kleine Pfaffengasse 16
67346 Speyer

Telefon: 06232 102 0
E-Mail: info@bistum-speyer.de

Top