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Freitag, 08. Februar 2019

Studien- und Informationsnachmittag: „Nein zu sexueller Gewalt“

Veranstaltung des Diözesanverbandes der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd)

Christa Kuhn und Claudia Lupberger vom kfd-Diözesanleitungsteam im Gespräch mit Präventionsbeauftragten Thomas Mann und der diözesanen Ansprechpartnerin für Verdachtsfälle, Dorothea Küppers-Lehmann (v.l.n.r.). 

Neustadt. Am 7. Februar hatte der Diözesanverband der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) einen Studien- und Informationsnachmittag organisiert, der sich mit den Konsequenzen aus der Studie zum Missbrauch in der katholischen Kirche beschäftigte. Eingeladen waren Verantwortliche der kfd – Gemeinschaften vor Ort und Interessierte. Ein kleiner Kreis war zu dieser Veranstaltung ins Kloster Neustadt gekommen.

Information über Zahlen und strukturelle Ursachen von Missbrauch
Referentin und Referent des Nachmittags waren Dorothea Küppers-Lehmann, Ansprechpartnerin des Bistums bei Verdachtsfällen auf sexuellen Missbrauch, und Thomas Mann, Präventionsbeauftragter des Bistums. Die beiden gaben zunächst einen Überblick über die Ergebnisse der Studie, deren Ziel es war, sexuellen Missbrauch durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige in Deutschland zu erforschen und strukturell begünstigende Faktoren identifizieren. Bei der bundesweiten Studie, die bezogen auf das Bistum Speyer von 186 betroffenen Kindern und Jugendlichen und von 89 Beschuldigten spricht, gab es jedoch keinen Zugriff auf die Originalakten, so Küppers-Lehmann. Die Dunkelziffer sei hoch – auch, weil viele Personalakten mangelhaft geführt wurden oder einfach verschwanden. Als Reaktion auf die Taten gab es häufig nur Versetzungen.

Aufarbeitung und Prävention
Präventionsbeauftragter Mann betonte, dass die Studie keine Aufarbeitung sei, auf jeden Fall aber Schwachpunkte im System Kirche aufdecke und Hinweise für eine Aufarbeitung geben könne. Klar ist: sexueller Missbrauch ist immer ein Machtmissbrauch.

Zur Aufarbeitung des Missbrauchsskandals wurden im Bistum Speyer erste Maßnahmen eingeleitet, die strafrechtliche Aufarbeitung wird fortgeführt und weitere Schritte, wie z.B. Schutz- und Schulungskonzepte zur Prävention sollen erarbeitet und vertieft werden. 

Fragen der Prävention und die Frage nach dem Umgang damit, wenn Kenntnis von Missbrauch erlangt wird, standen dann auch bei den Austauschrunden des Nachmittages im Fokus. Wichtig hierbei ist: Ruhe bewahren, dem/der Betroffenen Vertrauen schenken, und sich selbst Hilfe und Unterstützung von Fachkräften holen.

Kultur der Achtsamkeit
Letztendlich gehe es darum, eine Kultur der Achtsamkeit zu schaffen, die auf den Grundhaltungen von Wertschätzung und Respekt basiert – und dazu seien viele Schritte notwendig, so der Präventionsbeauftragte.

Deshalb wurde an diesem Nachmittag auch klar, dass die Beschäftigung mit dem Thema „sexueller Missbrauch“ für die kfd noch nicht abgeschlossen sein kann, und dass weitere Schritte anstehen, wie zum Beispiel das Erstellen eines Interventionsplans, der auch die Klärung von Beratungs- und Beschwerdewegen zum Inhalt hat.

Die Möglichkeiten der kfd als starkem Frauenverband, präventiv tätig zu werden, liegen vor allem auch darin, sich weiter für Frauenrechte in der Kirche stark zu machen und bei der Forderung nach Gleichberechtigung und Gleichstellung nicht müde zu werden, wie die stellvertretende Diözesanleiterin Christa Kuhn in ihren abschließenden Worten bekräftigte.

Text und Foto: kfd Diözesanverband


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