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Montag, 16. November 2015

Musik überwindet Grenzen

Blick in das Publikum und auf das SAP-Orchester 

Benefizkonzert des SAP-Sinfonieorchesters für Flüchtlinge in die Speyerer Gedächtniskirche

Speyer. 550 Besucher folgten nach Schätzungen des Dekans Markus Jäckle gestern Abend der Einladung von Caritas und Diakonie zum gemeinsamen Benefizkonzert des SAP-Sinfonieorchesters für Flüchtlinge in die Speyerer Gedächtniskirche. Unter dem Motto „Grenzen überwinden – Damit aus Fremden Freunde werden!“ hatten der Caritasverband für die Diözese Speyer und die Diakonie Pfalz zum Benefizkonzert des SAP-Sinfonieorchesters eingeladen. Sie setzten damit ein Zeichen für Willkommenskultur, Integration und Toleranz im Miteinander mit Flüchtlingen in Speyer.

Die beiden Schirmherren des Abends, Kirchenpräsident Christian Schad und Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, riefen in ihrer Begrüßung dazu auf, den Flüchtlingen mit offenem Herzen zu begegnen. Sie baten um großzügige Spenden, um nicht nur aktuelle Hilfen für Flüchtlinge zu unterstützen, sondern auch den künftigen Integrationsprozess.

Empfangen wurden die rund 550 Gäste schon im Eingangsbereich der Kirche von Flüchtlingen, die mit Transparenten auf die Anschläge von Paris am vergangenen Freitag Stellung bezogen. „We are against terror“ (Wir sind gegen Terror), „Was in Paris passiert ist, passiert bei uns jeden Tag“ und „We pray for Paris“ (Wir beten für Paris) war da zu lesen.
Die blutigen Anschläge von Paris blieben Thema des Abends. So spielte das SAP-Sinfonieorchester auf eigenen Wunsch die „Marseillaise“, die Nationalhymne Frankreichs, als Zeichen der Verbundenheit.

Kirchenpräsident Christian Schad und Bischof Karl-Heinz Wiesemann luden zum gemeinsamen Gebet für die Opfer der Anschläge. „Viele wissen nicht, wohin mit ihrer Trauer. Die Sprache der Bibel und des Glaubens kann uns in dieser Situation die richtigen Worte verlei-hen“, sagte Christian Schad.

Grenzen zu überwinden und aus Fremden Freunde werden zu lassen, dazu – so Bischof Wiesemann – sei dieses Konzert ein Beitrag. „Die öffentlich artikulierte Angst vor Verfremdung wird immer lauter in unserer Gesellschaft. Es besteht die Sorge, dass die Terroranschläge von Paris dies noch verschärfen“, warnte Bischof Wiesemann und betonte, wie wichtig es sei, das Fremde kennenzulernen, um nicht vorschnell zu urteilen. „Wir dürfen uns nicht abschotten, sondern müssen die Begegnung suchen“, plädierte er für mehr Offenheit.

„Menschen wie Sie braucht es, die sich ehrenamtlich engagieren“, sagte Kirchenpräsident Schad. Er dankte auch Oberbürgermeister Hansjörg Eger, der sich unter den Gästen befand, und dessen Mitarbeitern wie den Hilfskräften des Roten Kreuzes für deren beispielhaften Einsatz, in Speyer eine funktionierende Willkommenskultur zu etablieren. „Wir brauchen ein offenes Herz für die Menschen, die wegen des Terrors Risiken und Strapazen auf sich genommen haben, um ihre Heimat zu verlassen und dem unaussprechlichen Grauen zu entkommen“, sagte er.

„Wir bedürfen aber nicht nur einer Willkommenskultur, sondern auch einer Willkommensstruktur“, betonte Bischof Wiesemann weiter. Die Kirche beteilige sich am Angebot für Deutschkurse, engagiere sich in der Einzelfallhilfe für Erwachsene, Familien und Kinder, die ohne ihre Eltern zu uns gekommen seien. Auch die Anleitung und Betreuung von Ehrenamtlichen gehöre dazu, sowie die Bereitstellung von Unterkünf-ten und finanzieller Unterstützung. „Wir nehmen gemeinsam 4 Millionen Euro in die Hand, um die aktuelle Flüchtlingshilfe zu unterstützen. Aber die im zweiten Schritt anstehende Integrationsaufgabe steht uns noch bevor“, sagte Schad. „Wir als Kirchen stehen in dieser Situation vereint zusammen im Wort der heiligen Schrift“, betonte Wiesemann.

Im Namen der SAP begrüßte Marcus Wenz die Gäste. „Unsere Mitarbeiter arbeiten jeden Tag über Ländergrenzen hinweg miteinander zusammen“, sagte er. Als Unternehmen Gutes zu tun, im Großen wie im Kleinen Initiativen zu gründen, um Flüchtlingen zu helfen, sei ein zentrales Anliegen auch aller Mitarbeiter. „Der vergangene Freitag in Paris führt vor Augen, warum Menschen das Risiko der Flucht auf sich nehmen“, so Wenz, der die Anschläge als Angriff auf uns alle wertete, der Solidarität füreinander fordere. Die Einnahmen der Konzerte des SAP-Sinfonieorchesters würden ausschließlich gemeinnützigen Zwecken zur Verfügung gestellt, in diesem Fall den Flüchtlingsfonds von Caritas und Diakonie.

Unter Leitung von Johanna Weitkamp spielte das Orchester mit klassischer Besetzung nahezu zwei Stunden. Mozarts Konzert für Oboe und Orchester (KV 314/ 285d C-Dur) mutete insbesondere durch die Soli des Oboisten Matthias Grünewald leicht und verspielt an. Dvoráks Serenade op. 22 E-Dur für das Streichorchester brachte nachdenkliche, aber auch hoffnungsvoll kräftige Töne in die Kirche. Mit dem Konzert für Flöte, Harfe und Orchester setzte Weitkamp wiederum einen fröhlicheren musikalischen Akzent, perfekt inszeniert von den Solistinnen Doreen Maisch (Flöte) und Frauke Adomeit an der Harfe.

„Das Konzert war ein Traum“, sagte Sigrid Gläser, die mit ihrem Mann sichtlich bewegt die Gedächtniskirche verließ. „Sich in dieser Situation so zusammenzutun, ist etwas ganz Besonderes“, wertschätzte sie die Aktion. „Für mich war dieses Konzert zu diesem Anlass genau das Richtige“, sagte die Speyererin Wiltrud von Pabrutzki. In weni-ger als sechs Wochen hatte die SAP gemeinsam mit Diakonie und Caritas das Konzert geplant und umgesetzt. „Wir haben insgesamt fünf Mal gemeinsam geprobt“, be-richtete Christian Stumpf, verantwortlich für das Management des Orchesters, über die spontane Einsatzbereitschaft des Teams.

Das Konzert erbrachte Spenden in Höhe von rund 8000,- Euro.

Text: Caritasverband; Monika Stumpf/ Foto: Klaus Venus

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