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Die Angedacht!-Manuskripte vom 24. bis 30. Mai 2020

Autor: Stefan Weinert, Trier


Thema: Nicht vom Brot allein? Wovon lebt Ihr noch?

Sonntag, 24. Mai 2020, 6:40 Uhr

„Unser tägliches Brot gib uns heute“ - den kennt Ihr, den Satz? Eine Bitte an Gott ist das, aus dem wichtigsten Gebt der Christen, dem Vaterunser. Die Bibel erzählt, dass das Vaterunser von Jesus selbst stammt. Beim „täglichen Brot“ geht’s um das, was wirklich lebensnotwendig ist. Brot, Nahrung – klar. Auch ein Dach über dem Kopf gehört dazu und etwas zum Anziehen zum Beispiel. Aber da gibt’s noch einen anderen Satz von Jesus zum Thema Brot – den kennt Ihr als Redewendung: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.“ Natürlich braucht der Mensch Brot, um leben zu können. Jesus erinnert ja an einer anderen Stelle zum Beispiel daran, wie wichtig es ist, Hungernden etwas zu essen zu geben; und er tut das auch selbst. Aber eben: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“. Also: Die Lebensgrundlagen müssen gesichert sein, die Nahrung und das Dach überm Kopf und die Kleidung und so weiter. Aber das genügt noch nicht zum Leben. Sondern, was noch? Jesus sagt: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.“ Nicht nur der Magen hat Hunger, sondern auch der Geist und die Seele brauchen sozusagen Nahrung. Wenn Ihr nur vom Brot leben wollt, bleibt Ihr hungrig – hungrig nach Sinn. Wie hungrig seid Ihr? Und was macht Euch satt?


Thema: Viele verschiedene Wohnungen in der Kirche – welche gefällt Euch?

Montag, 25. Mai 2020, 5:40 Uhr

Aus verlassenen Fabrikhallen werden Kulturtreffs. In geräumten Kasernen kann man Büros einrichten. Aber was macht man eigentlich mit leerstehenden Kirchen? Im Eifelort Hasborn zwischen Daun und Wittlich wurde schon vor Jahren eine Kapelle zum Kulturraum, mit Konzerten, Autorenlesungen und Ausstellungen. Weit spektakulärer ist ein Projekt im holländischen Arnheim. Dort wurden in eine leerstehende Kirche 32 Wohnungen hineingebaut – inklusive Party-Raum für die Mieter. "Im Hause meines Vaters gibt es viele Wohnungen“, hat schon Jesus gesagt. Und ein Zuhause hat ja jeder gerne. Wohlfühlen, geschützt sein vor Wind und Wetter, vielleicht gemeinsam mit Familie oder Freunden. Aber zu Hause in einer Kirche, in der Kirche? Warum eigentlich nicht: Denn die Hausordnung ist bewohnerfreundlich; und wenn der eine oder andere Hausmeister ein bisschen knurrig ist – na ja. Letztlich, wisst Ihr auch, kommt's auf die Bewohner an. Zieht doch auch ein! Es muss ja nicht gleich die Dauerwohnung sein, wie in Arnheim. Aber mal so für ein Stündchen am Sonntagvormittag, ein Abend beim Pfarrfest, bei der Jugendgruppe oder dem Bibelkreis .... Wie gesagt: In der Kirche gibt's viele Wohnungen. Welche gefällt Euch?


Thema: Wie Du Dir’s von andern wünschst – gehe auch selber mit ihnen um!

Dienstag, 26. Mai 2020, 5:40 Uhr

In Liverpool hielt es vor einiger Zeit ein Pfarrer für angebracht, mal wieder über das achte Gebot zu predigen: Du sollst nicht stehlen. Der Priester erinnerte die Gläubigen nicht nur an die Bedeutung des Gebots, er forderte sie auch sehr konkret auf: Gebt zurück, was ihr gestohlen habt! Offenbar sehr eindringlich. Denn kurz darauf stapelten sich zwei Tonnen Diebesgut auf den Stufen der Kathedrale von Liverpool: Bücher aus öffentlichen Bibliotheken, Aschenbecher aus Gaststätten, Firmenkugelschreiber – vor allem aber Handtücher und Bademäntel aus Hotels. Was man halt so mitnimmt. Wahrscheinlich hätte sich vorher keiner der reumütigen Sünder als Dieb bezeichnet. Doch jetzt meldete sich das Gewissen. Das ist gut so - denn wie oft ist unser Gewissen verschüttet unter Gewohnheiten und Ausreden wie 'Kavaliersdelikt' oder 'Machen doch alle so'? Ist denn ein Fehler, den alle machen, kein Fehler mehr? Ist Steuerhinterziehung nur deshalb kein Betrug mehr, weil's zum Volksport wird? Jesus von Nazareth hat den Sinn aller Gebote in einem Satz zusammengefasst: Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Also: Lasst Ihr Euch gerne die Handtücher klauen oder bei einer Abrechnung übers Ohr hauen? Mal Hand aufs Herz und ganz im Stillen: Was müsstet Ihr denn alles zurückbringen, wenn Euch mal  jemand so eindringlich predigen würde?


Thema: Macht’s wie Star Trek: Respekt für alle - als Ebenbilder Gottes!

Mittwoch, 27. Mai 2020, 5:40 Uhr

27. Mai - ein kleiner Festtag für die deutschen „Star-Trek“-Fans. Denn am 27. Mai 1972 hat das ZDF die erste Folge der Ur-Serie „Raumschiff Enterprise“ ausgestrahlt. Typisch für „Stark Trek“ ist die Haltung, jedem Leben mit Respekt zu begegnen; und sei die Lebensform noch so fremd. Gleich in der ersten Folge der neuesten Star-Trek-Serie aus diesen Jahr erzählt Commander Jean-Luc Picard von einer gigantischen Katastrophe, die die Romulaner bedrohte - den Erzfeind der Menschen und ihrer Föderation. Picard wollte den Romulanern, also den Feinden, zu Hilfe zu kommen - denn, wie er sagt, „es standen Millionen von Leben auf dem Spiel.“ - „Romulanische Leben“, wirft jemand ein. Und Picard: „Nein - Leben!“. Denn: Alle Leben sind gleich viel wert. Für uns Erdenbewohner im Jahr 2020 also etwa syrische Leben, somalische Leben, deutsche Leben. Denn „alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“, wie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte feststellt. Oder biblisch: Alle Menschen sind als Ebenbilder Gottes geschaffen, haben deshalb die gleiche Würde. Wer sind denn sozusagen Eure Romulaner? Wer hat Eure Hilfe, Eure Unterstützung, Euren Respekt verdient - obwohl es Euch schwer fällt?

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