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Donnerstag, 24. September 2015

Weitere Kindertagesstätten starten Qualitätsmanagement

Erster Informationsabend für elf katholische Einrichtungen in Neustadt-Geinsheim

Heinz-Peter Schneider und Stefanie Gebhardt (beide stehend) beantworten Fragen der Zuhörer

Heinz-Peter Schneider und Stefanie Gebhardt (beide stehend) beantworten Fragen der Zuhörer 

Neustadt. 38 katholische Kindertagesstätten starten in wenigen Wochen als erste Staffel in einen Qualitätsmanagement-Prozess. Sie werden ihre eigene Arbeit, die Abläufe und Strukturen in ihren Einrichtungen genau betrachten. Ziel ist, das Gute zu stärken, Erfolg versprechende Ansätze weiterzuentwickeln und Defizite aufzuarbeiten. Bei einem Infoabend gestern Abend in Neustadt-Geinsheim stellten sich die Referenten vor und erläuterten den Ablauf des Qualitätsmanagements. Sie werden Leiter und Qualitätsmanagement-Beauftragte der Kitas sowie Trägervertreter durch den Prozess begleiten.

Ins Geinsheimer Pfarrheim waren Trägervertreter und Kita-Leiter und –Mitarbeiter aus Kaiserslautern, Neupotz und Hördt (beide Kreis Germersheim), Neuhofen, Altrip, Waldsee, Otterstadt und Limburgerhof (alle fünf Rhein-Pfalz-Kreis) gekommen. Für die elf Kitas beginnt Ende November die Schulungsphase. Die anderen Einrichtungen der ersten Staffel sind heute in Homburg und am nächsten Dienstag in Lautzkirchen zum Info-Abend eingeladen.

Warum die Qualität von Kitas derzeit so stark im Fokus steht, fasste zu Beginn Projektleiter Heinz-Peter Schneider zusammen: Kleine Kinder verbringen einen großen Teil ihrer Zeit in den Einrichtungen - im Durchschnitt 35 Stunden in der Woche, sagte er. Daher verlagere sich die Verantwortung stärker von den Familien auf die Gesellschaft, insbesondere auf die Erzieher. Zudem sei die frühkindliche Entwicklung eine entscheidende Phase für das Leben eines Menschen. "Wir brauchen gute Pädagogik und Organisation", unterstrich Schneider. Das Qualitätsmanagement soll dies weiter verbessern.

Gesellschaftliche Veränderungen haben Auswirkungen auf die Kitas, ergänzte der theologische Referent Thomas Forthofer. Darauf müsse man reagieren: "Das Qualitätsmanagement ist unser Weg." Eltern achten bei der Auswahl der Kita auf Qualität, betonte Forthofer. Er forderte die Zuhörer auf, in die Öffentlichkeit zu gehen und bekannt zu machen, dass die katholischen Kitas an ihrer Qualität arbeiten. Ute Weis, Fachberaterin des Caritasverbandes, versprach "viele Aha-Erlebnisse". Das Qualitätsmanagement werde die Kitas im Arbeitsalltag entlasten. Sie zeigte die neun Qualitätsbereiche auf und betonte, der Bereich Glaube durchdringe alle anderen – sei es der Umgang mit Kindern, Eltern, Kollegen, dem Träger und der Leitung oder finanziellen Mitteln. Stefanie Gebhardt, Kita-Bereichsleiterin der Regionalverwaltung Kaiserslautern, erläuterte den Weg zu Qualitätsbrief und Qualitätssiegel.

Der Qualitätsmanagement-Prozess erfordert einen hohen Zeitaufwand und bedeutet zusätzliche Arbeit in den Kitas und bei den Pastoralteams: Um diese Punkte drehte sich die abschließenden Fragerunde. "Das macht sich nicht nebenbei", räumte Forthofer ein. Neben den 20 Schulungstagen müssten wöchentlich mehrere Stunden für den Prozess aufgewendet werden, so Heinz-Peter Schneider. Joachim Vatter, Abteilungsleiter Regionalverwaltungen und Kindertagesstätten im Bischöflichen Ordinariat, zeigte Verständnis. In der aktuellen Umstrukturierungsphase sei der Qualitätsmanagement-Prozess eine "besondere Herausforderung". Er riet dazu, so gut es geht Freiräume zu schaffen. Vatter betonte aber auch: "Das Kita-Qualitätsmanagement ist ein Schwerpunkt von Gemeindepastoral 2015."

Die rund 240 katholischen Kindertagesstätten im Bistum Speyer sollen in den nächsten Jahren alle ein Qualitätsmanagement einführen. Das hat die Bistumsleitung vor vier Jahren entschieden. Ziel ist das Gütesiegel des Bundesverbandes Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK). 19 Einrichtungen haben bereits erfolgreich eine dreijährige Pilotphase durchlaufen, die im April endete. Staffelweise sollen alle Kitas den Prozess durchlaufen. In den ersten beiden Jahren werden Mitarbeiter von Kitas und Trägervertreter geschult und erarbeiten ein Konzept und Handbuch für die jeweilige Kita. Anschließend wird es ein Jahr lang in die Praxis umgesetzt. Nach diesen drei Jahren wird ein Großteil der Qualitätsbereiche überprüft und der KTK-Qualitätsbrief ausgestellt. Nach zwei weiteren Jahren und der Überprüfung aller Qualitätsbereiche können die Kitas das KTK-Gütesiegel erhalten. Bis zum Jahr 2018 sollen alle Einrichtungen mit dem Qualitätsmanagement gestartet sein. 

Text und Fotos: Yvette Wagner

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