Montag, 23. November 2015

„Vor 25 Jahren war das Pionierarbeit“

Blumen zum 25.- Mitarbeiter Klaus Schweitzer gratuliert der Leiterin des Cari-tas-Förderzentrums St. Lukas. 

25 Jahre Caritas-Förderzentrum St. Lukas in Kaiserslautern

Kaiserslautern. Alles zum Wohle der Menschen – diesem Motto hat sich das Caritas-Förderzentrum St. Lukas in Kaiserslautern seit einem Vierteljahrhundert verschrieben. Das Jubiläum wurde am 20. November gefeiert, mit vielen Gästen, einer Rückschau auf Geleistetes und einem hoffnungsvollen Blick in die Zukunft.

Der Strom der Gäste wollte kein Ende nehmen. Vertreter aus Kirche, Politik und anderen Institutionen – alle waren gekommen, um den 25. Geburtstag der Einrichtung zu feiern, die mit der Betreuung, Förderung und Unterstützung psychisch kranker Menschen große soziale Verantwortung übernommen hat. „Was heute selbstverständlich ist, war vor 25 Jahren Pionierarbeit“, sagte Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer, Vorsitzender des Caritasverbands in der Diözese Speyer, und verwies auf das Jahr 1990, „als echte Abenteurer wie der frühere Caritas-Direktor Alfons Henrich und Hans-Joachim Schulz, Leiter des Caritas-Zentrums Kaiserslautern, den Mut hatten, neue Wege zu gehen.“ Ihnen und dem Engagement der Mitarbeiter von St. Lukas sei es zu verdanken, dass psychisch Erkrankten das gegeben werde, was sie am nötigsten brauchen: Hilfe für die selbstbestimmte Teilnahme am Leben. In der folgenden Andacht würdigte er die Leistungen, „die jeder von Ihnen Tag für Tag erbringt. Sie sehen genau hin und schenken den Menschen Zuwendung von Angesicht zu Angesicht.“ Das sei der Wurzelgrund der christlichen Caritas.

Einrichtungsleiterin Sabine Henke-John lud in ihrer Rede zu einer Zeitreise von den Anfängen des Caritas-Förderzentrums bis in die Gegenwart ein. Schon bei seiner Eröffnung 1990 habe das Haus den neuen Zeitgeist geatmet. „Es stellte die Rehabilitation und gesellschaftliche Eingliederung psychisch kranker Menschen in den Vordergrund.“ Ein weiterer Meilenstein sei acht Jahre später die Einführung des Hilfeplanungsinstruments gewesen. Es habe die Betroffenen in Planungen mit einbezogen, auf Augenhöhe und unter Berücksichtigung ihrer Wünsche und Bedürfnisse. Im Verbund mit Stadt und Landkreis Kaiserslautern sei ein Paradigmenwechsel in der Sozialpsychiatrie umgesetzt worden, der grenzübergreifend Interesse geweckt habe.  St. Lukas habe kontinuierlich seine Angebote erweitert und schon früh das ermöglicht, was heute mit Inklusion bezeichnet werde.

„Inklusion verstehen wir als gelebte Normalität“, unterstrich Henke-John. „Wir sind in den 25 Jahren unseres Bestehens zu einem Teil der Gemeinde geworden und tun alles, um die Menschen passgenau zu unterstützen.“ Jeder Einzug in St. Lukas bedeu-tet gleichzeitig das Hinarbeiten auf größtmögliche Autonomie. So hätten in den vergangenen 15 Jahren nahezu 100 Personen den Schritt vom Wohnheim in die Eigen-ständigkeit geschafft. Erfolge, die nicht zuletzt der vertrauensvollen  Zusammenarbeit von Leistungsträgern und -erbringern zu verdanken seien, sagte die Einrichtungsleiterin und zeigte sich zuversichtlich, auch künftige Herausforderungen gemeinsam meistern zu können. Der Dekan des katholischen Dekanats Kaiserslautern, Steffen Kühn, bescheinigte dem Caritas-Förderzentrum ein Engagement, das Mauern abbaue und Türen öffne. Peter Kiefer, Beigeordneter der Stadt Kaiserslautern, würdigte das vielseitige Wirken der Einrichtung. „Ihre Arbeit und Fürsorge sind unverzichtbar für die Wohlfahrt der Stadt.“

Während der Chor der Pirmasenser Partnereinrichtung Vinzenz von Paul musikalische Akzente setzte, brachte St. Lukas einen humorigen Zehn-Minuten-Sketch auf die Bühne. In dessen Zentrum steht der Nikolaus. Gebeutelt von einer Sinnkrise, weil die Menschen nicht mehr an ihn glauben oder aber überzogene Wünsche haben, sieht er keinen anderen Weg als professionelle Hilfe bei dem Psychologen Dr. Brörmann zu suchen. Im Laufe der Sitzungen zeichnet sich die einzige sinnvolle Lösung ab: Der Nikolaus muss umschulen und Betreuer in St. Lukas werden. Um anderen zu helfen und sein eigenes Seelenheil wieder zu finden.

Text / Fotos: Caritasverband - Friederike Jung / View
Bildtext: Blumen zum 25.- Mitarbeiter Klaus Schweitzer gratuliert der Leiterin des Cari-tas-Förderzentrums St. Lukas.