Donnerstag, 02. April 2020

Hochschulgemeinden verweisen auf Notlage von Studenten

 

Brief an den Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz

Kaiserslautern. In einem Brief an den Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz Prof Dr. Konrad Wolf weisen die Katholischen Hochschulgemeinden im Bistum Speyer und verschiedene evangelische Studierendengemeinden in Rheinland-Pfalz auf die aktuell drohende soziale Notlage vieler Studierender durch die Corona Krise hin.

Sie unterstützen dabei die Forderungen des Deutschen Studentenwerks und wünschen sich:

1. von Bund und Ländern einen Studienfonds, aus dem Studierende in finanzieller Notlage rasch und unbürokratisch Hilfe bekommen
2. dass aufgrund ausgefallener Prüfungstermine im Wintersemester und von voraussichtlich nur schwer oder nicht zu erbringender Studienleistungen im Sommersemester 2020 die Regelstudienzeit und die Förderungshöchstdauer beim BAföG verlängert werden
3. dass Einkommen, die die Studierenden nun bei der Pandemiebekämpfung erzielen, etwa als medizinische Hilfskräfte, nicht aufs BAföG angerechnet werden
4. eine Aussetzung des Finanzierungsnachweises, den ausländische Studierende beibringen müssen, für die Dauer der Pandemie
5. Bürgschaften der Bundesländer als Ersatz für persönliche Bürgen bei den Darlehenskassen der Studenten- und Studierendenwerke, damit diese Mittel an notleidende Studierende auch ohne Bürgen ausschütten können
6. Liquiditätshilfen von Ländern und Kommunen für die Studenten-/Studierendenwerke, die mit massiven Einnahmeausfällen zu kämpfen haben.

Wie der Initiator der Aktion Hochschulseelsorger Guido König aus Kaiserslautern betont, sind neben deutschen Studierenden insbesondere auch viele internationale Studierende aus Entwicklungsländern in Ihrer Existenz bedroht, da laut der 21. Erhebung des Deutschen Studentenwerkes ca. 75% dieser Studierenden zur Studienfinanzierung nebenbei erwerbstätig sein müssen und derzeit keine Arbeitsmöglichkeiten finden.

Text: Kath. Hochschulgemeinde Kaiserslautern/ Foto: pixabay