Donnerstag, 19. November 2015

Katholische junge Gemeinde plädiert für Absenkung des Wahlalters

Bei einer "Gerichtsverhandlung" konnten die Kinder und Jugendlichen ihre Position vertreten. 

Herbst-Diözesankonferenz und Kinder- und Jugendkonferenz des Verbandes in Hauenstein

Hauenstein. Am vergangenen Samstag fand die diesjährige Herbst-Diözesankonferenz (Diko) der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) in Hauenstein statt. 34 Delegierte aus Pfarreien und Bezirken trafen sich, um gemeinsam zu diskutieren und zu wählen.

Der Vormittag war geprägt von einem Studienteil zum Thema „Kindermitbestimmung – Wahlrecht ohne Altersgrenze“. Marc Eickelkamp, Bundesleiter der KjG, gab in einer kurzen Einführung einen Überblick darüber, wie die aktuelle politische Lage ist, was Juristen und Soziologen zu dem Thema sagen und wie die KjG auf Bundesebene zu dem Thema steht. Im Anschluss daran hatten die Delegierten die Möglichkeit, im Rahmen einer Gerichtsverhandlung, ihre Meinung vorzustellen und zu vertreten.

Den Abschluss des Studienteils bildete ein Themen-Block zu der Frage, wie Kindermitbestimmung in den eigenen Strukturen aussehen kann. Dazu wurde auf die Handreichung und das Gruppenstundenkonzept zum Thema Kindermitbestimmung der KjG verwiesen. Am Ende stand für die Delegierten fest: Das Wahlalter soll abgesenkt werden. Dazu müsse es mehr politische und demokratische Bildung geben für Kinder und Jugendliche, damit sie sich selbst ein Bild machen könnten. Es brauche Partizipationsmöglichkeiten und Parteien müssten verständlicher werden.

Am Nachmittag standen Anträge und Wahlen auf dem Programm. Die Satzung wurde dahingehend geändert, dass die Diko bevollmächtigt ist Kandidaten für den Diözesanausschuss (DA) zu delegieren. Somit können auch KjG-Mitglieder, die in ihrer Pfarrei nicht mehr aktiv sind, sich in den DA wählen lassen. Abgelehnt wurde die Möglichkeit von Ortsgruppen. Somit werden neue KjG-Gruppen auch weiterhin Pfarreien und Gemeinden zugeordnet. Der Arbeitskreis DENKmal soll nach Möglichkeit neu konzipiert, oder im Frühjahr aufgelöst werden. Für den Sommer wurde beschlossen, die Cool-Tour wiederzubeleben. Das ist ein Veranstaltungsformat, bei dem die KjG-Pfarreien Angebote machen, diese werden zu einem Reiseflyer zusammengestellt und die KjG-Gruppen können sich eine eigene Reiseroute zusammenstellen.

Bei den Wahlen wurde Simon Schwarzmüller (KjG Hauenstein) in den DA gewählt. Florian Platz, Georg Schmitt und Rebecca Günther wurden als Experten für den Trägerverein gewählt und Anika Agne in den Wahlausschuss.

Mit einem gemeinsamen Gottesdienst und Abendessen ging die Konferenz zu Ende.

Auch Kinder sollten die Möglichkeit haben wählen zu gehen
Im Rahmen der Diözesankonferenz fand zum vierten Mal auch die Kinder- und Jugendkonferenz (KiJuDi) der KjG im Diözesanverband Speyer statt. Die 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschäftigten sich mit dem Thema, wie man Entscheidungen treffen und wählen kann.

Beim Studienteil der KjG-Diözesankonferenz hatten die Kinder der KiJuDi Zeit ihre Anliegen vorzubringen und sich an der als Gerichtsverhandlung gestalteten Diskussion, zu beteiligen und ihre Position für ein Wahlrecht ohne Altersgrenze, die sie zuvor als Beschluss gefasst hatten, zu vertreten.

Neben der Konferenz durfte natürlich auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Dafür sorgte sowohl das KiJuDi-Team, als auch die Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter vor Ort. So gab es neben einer Kreativwerkstatt am Freitagabend auch immer wieder Spiele oder kleine Überraschungen wie der Besuch von Dispy, dem Maskottchen der KjG im DV Speyer.

Die Kinder- und Jugenddiko der KjG gibt es seit 2012 und soll Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit bieten auch auf Diözesanebene ihre Anliegen vorzubringen und aktiv den Verband aus ihrer Perspektive mitzugestalten.

Text/Foto: KjG-Diözesanverband