Donnerstag, 19. November 2015

Ökumene eine "Grunddimension kirchlichen Handelns"

Dr. Thomas Stubenrauch 

Ökumenereferent Thomas Stubenrauch spricht Grußwort zur Synode der Evangelischen Kirche der Pfalz / Jahr der Barmherzigkeit als ökumenische Chance sehen

Speyer. Im Diakonissen-Mutterhaus in Speyer tagt vom 19. bis zum 21. November die zwölfte Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz. In einem Grußwort hat der Referent für Ökumene und Theologische Grundsatzfragen des Bistums Speyer, Dr. Thomas Stubenrauch, die Ökumene als „Grunddimension kirchlichen Handelns“ betont.

Der zwischen Bistum und pfälzischer Landeskirche vereinbarte ökumenische Leitfaden trage wesentlich zur Neuausrichtung der Seelsorge im Bistum Speyer bei, sagte Stubenrauch mit Blick auf das neue Seelsorgekonzept „Gemeindepastoral 2015“. Seine theologische Grundlegung, sein Blick auf das gewachsene Miteinander, seine Regelungen, Selbstverpflichtungen und Praxisbeispiele seien leitend, wenn sich die Pfarreien in den kommenden Jahren ein pastorales Konzept als Grundlage ihres seelsorglichen Handelns geben.

Entgegen mancher Befürchtungen bedeute das neue Seelsorgekonzept des Bistums keinen ökumenischen Rückschritt. „Im Gegenteil: Die innerkirchlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen, die uns zum Leitfaden veranlasst haben, lassen uns immer deutlicher erkennen, dass die Ökumene eine Grunddimension kirchlichen Handelns ist und sein muss“, so Stubenrauch. Das gemeinsame Zeugnis in einer zunehmend säkularen Gesellschaft, der gemeinsame Dienst vor allem an den Armen und Schwachen und die gemeinsame Suche nach der sichtbaren Einheit seien die „Prüfsteine unserer Treue zum Evangelium und unserer Glaubwürdigkeit in der Welt.“

Er informierte die Synode über die Planungen des Bistums zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit, das aus seiner Sicht zugleich eine ökumenische Chance in sich birgt. Barmherzigkeit sei ein Schlüsselwort in der Verkündigung von Papst Franziskus: „Barmherzigkeit ist die Eigenschaft Gottes, des gnädigen Gottes, wie auch Martin Luther ihn gesucht und im Blick auf die Heilige Schrift gefunden hat.“ In der Botschaft vom barmherzigen Gott stimmten die christlichen Kirchen fundamental überein. „Sie mit Worten und noch mehr mit Taten zu verkünden, sind wir gemeinsam gerufen.“ An ihr entscheide sich die Akzeptanz und Relevanz der Kirche in der Welt von heute.

Weitere Informationen zur Synode der Evangelischen Kirche der Pfalz:

http://www.evkirchepfalz.de/

 

Text: is, Foto: Klaus Landry