Dienstag, 24. November 2015

Weiter hohes Interesse an Engagement in der Flüchtlingsarbeit

Das Orga-Team der LOS-Reihe (v.l.): Markus Kurtz, Dr. Frank Kotterer, Bruna Maria Mucci, Bruno Kühn, Sarah Schmitt. 

Landauer Caritas-Schulungsreihe für freiwillige Helfer stark nachgefragt – Zweite Reihe beginnt im Januar

Landau. LOS läuft gut, und LOS läuft weiter: Eine positive Bilanz zogen die Organisatoren der „Landauer Orientierungs- und Schulungsreihe für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit“ (LOS) bei einem Pressegespräch am Freitag. Die Reihe wird initiiert vom Caritas-Zentrum Landau. Nachdem die erste jetzt abgeschlossen ist, wird ab 20. Januar 2016 eine zweite Veranstaltungsstaffel mit Modulen zu den gleichen Themen beginnen. Eine Begrenzung der Teilnehmerzahl ist nicht vorgesehen, eine Anmeldung jedoch Voraussetzung für die Teilnahme.

LOS ist keine bloße Fortbildungsveranstaltung von lehrenden Spezialisten für lernende Teilnehmer. Das machten die Organisatoren, Bruno Kühn, Leiter des Caritas-Zentrums sowie der Referent für Gemeindecaritas, Dr. Frank Kotterer - der LOS auch konzipiert hat - und die Fachberaterin für Migration und Integration, Sarah Schmitt, im Gespräch deutlich. „Vermittlung von Handlungsorientierung und Handlungssicherheit“ ist eines der wichtigsten Ziele. Und auch wenn hier für die Arbeit in der Flücht-lingshilfe wertvolles Fachwissen transportiert wird, greift das Konzept viel weiter: Es will Ehrenamtlichen bei der Bewältigung alltäglich auftretender Herausforderungen in der Arbeit mit Flüchtlingen Hilfestellung geben. Nötiges Wissen wird zugänglich gemacht, ein Netzwerk der Kompetenzen erschlossen und Ehrenamtliche werden nachhaltig für ihren Einsatz motiviert, erklärte Kotterer.

Neben der Einbindung von Experten für verschiedene Problemfelder werde das vor allem durch die Berücksichtigung der konkret vor Ort gegebenen Aufgabenstellung, der bereits vorhandenen Angebote und vor allem der Erfahrungen und Kenntnisse der Teilnehmer selbst erreicht. LOS berücksichtigt sowohl die Landauer Situation als auch die in den Dörfern des umgebenden Landkreises Südliche Weinstraße. „Da dient das Expertenwissen, aber es herrscht nicht“, fasste Kühn zusammen.
Die konkrete Ausgestaltung der Module gewinnt so ihr Profil auch durch das, was die TeilnehmerInnen einbringen. „Das ist das, was unser Projekt gegenüber etwa einer Vortragsveranstaltung zu einem bestimmten Einzelaspekt der Flüchtlingsarbeit, wie sie derzeit in großer Zahl angebotenen werden, auszeichnet“, erklärte Kotterer. Das bedeute: „So viel Struktur und Koordination durch die Caritas wie nötig, so viel Eigeninitiative der Teilnehmer und Entwicklungsmöglichkeiten wie möglich.“

Deutlich wird der Erfolg dieses Ansatzes auch durch zwei weitere Mitglieder des Vorbereitungsteams der zweiten LOS-Runde: Bruna Maria Mucci und Markus Kurtz. Beide sind von Teilnehmern der ersten Runde zu Teamern der zweiten geworden. Die 35-jährige Sprachstudium-Absolventin Mucci und der 30-jährige Umweltchemiker Kurtz hatten sich aufgrund guter familiärer Erfahrungen mit der „Willkommenskultur“ in Deutschland zu ehrenamtlichem Engagement in der Flüchtlingsarbeit entschlossen und waren in der Orientierungsphase auf das Caritas-Angebot gestoßen. Die Teilnahme hatte sie für das Konzept begeistert, wie sie betonen, und so stehen sie der Weiterentwicklung des Angebots zur Verfügung: Mucci im Bereich der Sprachförderung, Kurtz als Webmaster für die neu geschaffene Austausch-Plattform Opens external link in new windowhttp://loslandau.de
Beide loben, dass es ganz praktisch Begleitung, konkrete Hilfestellung und auch mentale Unterstützung biete, dabei nicht die Profilierung Einzelner fördere, sondern das Ziel im Auge behalte. „Das Wichtige sind die Flüchtlinge“, wie es Bruna Maria Mucci ausdrückte.

Mehr als die Hälfte der Interessierten der ersten LOS-Staffel konnte aufgrund ihrer konsequenten Teilnahme als Multiplikatoren zertifiziert werden, resümierte Frank Kotterer. Ein nach gängiger Erfahrung mit Fortbildungsangeboten für Ehrenamtliche sehr ermutigendes Ergebnis, fügte Kühn an.
Für die im Januar beginnende zweite LOS-Staffel liegen bereits über 20 verbindliche Teilnahmezusagen vor. Die einzelnen Veranstaltungsabende, die im Caritas-Förderzentrum St. Laurentius und Paulus in Landau-Queichheim stattfinden, stehen unter den thematischen Schwerpunkten „Eigene Sorgen im Umgang mit Flüchtlingen“, „Gesetzliche Grundlagen“, „Interkulturelle Kompetenz“, „Netzwerke“ sowie „Re-flexion und Begleitung“.

Anmeldungen können an das Caritas-Zentrum Landau, Königstraße 39/41, Landau, geschickt werden, sind per Telefon unter 06341 / 9355-0 möglich wie auch per E-Mail: Caritas-Zentrum.Landau@caritas-speyer.de. Ein Anmeldeformular kann auch unter Opens external link in new windowwww.caritas-zentrum-landau.de heruntergeladen werden.

Text / Foto: Caritasverband Diözese Speyer - Henning Wiechers