Montag, 12. August 2019

Eine neue Route entdecken

Auf Entdeckungstour: Erzieherinnen aus dem Bistum Speyer nahmen an einem Wochenende in Schönau teil. 

Veranstaltung für Erzieherinnen aus dem Bistum zum Thema Übergang in den Ruhestand

Schönau. Wenn der Ruhestand naht, wird die Route ganz neu berechnet. Erzieherinnen und Kita-Leiterinnen haben sich auf diese neue Navigation eingelassen und sind auf Einladung des Referates Seelsorge in Kindertagesstätten für drei Tage nach Schönau gekommen. Schon die Anfahrt in den südlichen Teil der Diözese brachte Abstand vom Kita-Alltag.

Mit der Frage „Was würde ein Kita-Kind über mich sagen?“ kamen bei der Einstiegsrunde viele Stärken der Erzieherinnen zur Sprache. „Die hilft mir immer“, „mit ihr haben wir Spaß“, „unsere Leiterin ist immer in der Kita“, „wenn ich weinen muss oder ein Pflaster brauche, gehe ich gern zu ihr“ – waren Stichworte, die zusammen mit rührenden Berichten von Verabschiedungsfeiern zur Sprache kamen. Lange Berufsbiografien, zum Teil  in der gleichen Einrichtung, wurden bedacht. Das Schöne, aber auch das Schwere und Verletzende konnte ausgesprochen werden. Beeindruckend war, dass Erzieherinnen auch von einer großen Freiheit erzählten, die ihnen gewährt wurde. Auf dieser Grundlage wurde das Berufsleben leicht und das setzte Energien frei, die den Kindern zu Gute kamen.

Der Übergang in den Ruhestand fällt den Erzieherinnen, bei aller Vorfreude auf die neuen Möglichkeiten, schwer mit Blick auf das Arbeitsfeld, das zurückgelassen wird. So pendelten die Besinnungstage zwischen dem Gestern in der Kita und dem Morgen im Ruhestand. Was lockt in die Zukunft, was erfüllt mit Wehmut? Was bringe ich an Stärke und Zuversicht schon mit? Mit biblischen Impulsen gab es auf vielfältige Weise, allein, zu zweit und in der Gruppe, schweigend oder im Gespräch viele Anstöße, sich auf die Entdeckung einer neuen Route auszurichten. Ja, sogar eine Vorübung war im Barfußpfad möglich. Die Teilnehmerinnen nahmen mit den verschiedenen Untergründen sinnbildlich ihren weiteren Lebensweg unter die Füße. Auch herausfordernde, grobsteinige Wegabschnitte wurden von einigen Teilnehmerinnen nicht gescheut, andere respektierten ihre Grenzen oder waren froh ausweichen zu können. Mit einem erfrischenden Fußbad im Bach konnten alle die schönen Seiten des Ruhestandes schon erspüren.

Auch die Ängste und Zweifel, das Bangen um eine stabile Gesundheit fanden Raum, bei Einzelgesprächen und nicht zuletzt im abschließenden Gottesdienst. „Wir haben uns gut aufgehoben gefühlt“, „mich hier anzumelden, war die beste Idee“, so bestärkten die Teilnehmerinnen Walburga Wintergerst (Referentin für Seniorenseelsorge, Bibelbeauftragte des Bistums) und Ulla Janson (Pastorale Begleiterin für Kitas) auch im nächsten Jahr die „Entdeckung einer neuen Route“ für Leitungen und pädagogische Fachkräfte der Kitas im Bistum Speyer anzubieten.

Text/Foto: Ulla Janson/Walburga Wintergerst