Donnerstag, 19. September 2019

Kirchenkonzert zum Leben von Edith Stein

Edith Stein 

Jubiläum: 25 Jahre Edith-Stein-Gesellschaft – Vesper mit Bischof Wiesemann

Speyer. Die Edith-Stein-Gesellschaft Deutschland mit Sitz in Speyer feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass findet am Sonntag, 22. September, um 15 Uhr ein besonderes „Kirchenkonzert zum Leben von Edith Stein“ in der Klosterkirche der Dominikanerinnen zur hl. Maria Magdalena (Hasenpfuhlstr. 32) in Speyer statt. „Durst nach Leben“ ist der Titel der Aufführung mit Improvisationen und Kompositionen von Anton Bruckner, Peter Erdrich, Ola Gjelo, Bernd Mathias, Maurice Ravel, Hugo Wolf und anderen. Es musizieren der „KonzertChor“ der Stimmwerkstatt aus Oberkirch unter der Leitung von Peter Erdrich (Gesang und Saxophon) und Bernd Mathias am Klavier. Der Eintritt ist kostenlos, um Spenden wird gebeten.

Im Anschluss an das Konzert sind alle Besucher zu einem Empfang in der benachbarten Klosterschule eingeladen. Um 18 Uhr findet in der Klosterkirche die Vesper mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann statt.

Hintergrundinformationen:
Die Edith-Stein-Gesellschaft Deutschlands wurde am 30. April 1994 im Kloster St. Magdalena in Speyer gegründet. Die Gesellschaft pflegt das geistige Erbe der 1998 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochenen Ordensfrau und Patronin Europas und hat sich zur Aufgabe gemacht, ihr philosophisches, pädagogisches und religiöses Erbe einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Im Leben der 1891 in Breslau als Tochter strenggläubiger Juden geborenen Frau spielte die Pfalz eine wichtige Rolle. In Bergzabern empfing sie am Neujahrstag 1922 in der Pfarrkirche St. Martin die Taufe. Im August 1921 hatte die Lektüre der Autobiographie der heiligen Teresia von Avila im Haus einer Freundin in Bergzabern den letzten Anstoß zur Konversion zum katholi¬schen Glauben gegeben. Am Licht¬messtag 1922 spendete ihr der Speyerer Bischof Ludwig Sebastian in der Kapelle des Bischofshauses das Sakrament der Firmung. Auf Vermittlung von Generalvikar Jo¬seph Schwind wurde sie Lehrerin bei den Dominikanerinnen des Klo¬sters St. Magdalena, wo sie ab 1923 am Lehrerinnenseminar und am Ly¬zeum Deutsch und Geschichte un¬terrichtete.

1931 verließ Edith Stein Speyer in der Hoffnung auf eine Karriere als Professorin. Die Machtübernahme der NSDAP 1933 machte nicht nur dieses Vorhaben zunichte. 1938 floh Edith Stein, die inzwischen in Köln in den Karmelitinnen-Orden einge¬treten war, nach Holland. Doch auch hier war sie nicht si¬cher. 1940 wurden die Niederlande von deutschen Truppen besetzt. Ei¬nen Hirtenbrief der katholischen Bischöfe Hollands gegen die Juden¬verfolgung nahmen die Nationalso¬zialisten zum Anlass, 1942 holländi¬sche Katholiken jüdischer Herkunft zu verhaften.
Auf dem Transport in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau kam Edith Stein noch ein¬mal in die Pfalz. Bei einem Aufent¬halt auf dem Bahnhof in Schiffer¬stadt gelang es ihr, einen Zettel auf den Bahnsteig zu werfen. Er enthielt Grüße an die Schwestern des Klo¬sters St. Magdalena. Wenige Tage später, am 9. August 1942, wurde Edith Stein in Auschwitz-Birkenau ermordet.

Heute gilt sie, wie die Edith-Stein-Gesellschaft erklärt, „als bleibend aktuelle Gestalt von geistiger Kultur, tiefer Solidarität und schlichter Menschlichkeit für die Glaubenden besonders in Europa.“

Weitere Informationen:

www.edith-stein-gesellschaft.de     www.edith-stein.eu

Foto: ESG