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In dieser Übersicht finden Sie alle Dekanate im Bistum Speyer.

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Dienstag, 08. Oktober 2019

Auf dem Jakobsweg – Viele Wege führen nach Santiago de Compostela

Ein Zwischenstand zur Diözesanwallfahrt. Noch haben die rund 400 Pilgerinnen und Pilger aus Pfalz und Saarpfalz einige Kilometer bis zum Ziel zurückzulegen. Bevor sich alle zusammen in der Kathedrale von Santiago de Compostela treffen, reisen sie zu Fuß und mit dem Bus auf verschiedenen Etappen des Jakobsweges

 

Neugierde, danke sagen, mit etwas abschließen, den Glauben stärken – die Gründe der rund 400 Pilger, an der Wallfahrt teilzunehmen, sind ganz unterschiedlich. Deutlich wir das beispielsweise bei einem kurzem Stopp der Bus-Wanderpilger zum Innehalten auf dem Jakobsweg entlang des ruhig dahinfließenden Canal de Castilla (Kastillischer Kanal). Hier bringen die Pilger in einer der beiden Gruppen von jeweils 50 Pilgernden, die unter der geistlichen Leitung von Domkapitular Franz Vogelgesang steht, ihre Motive in teilweise bewegenden und nachdenklichen Worten zum Ausdruck. Die Pfälzer und Saarpfälzer sind zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen, unterstützen sich gegenseitig – ob mit aufmunternden Worten, einem Schluck Wasser oder durch das Tragen des Rucksacks, weil der andere, der neben einem läuft, einfach nicht mehr kann. Die helfenden Engel – sie sind zahlreich in diesen Tagen.

Los ging es am 3. Oktober mit zwei Bussen. Die Fahrt führte nach Tours und nach einer Übernachtung weiter nach Pamplona, rund 700 Kilometer von Santiago de Compostela entfernt. Von dort startete das „kleine Abenteuer“, wie es Domkapitular Franz Vogelgesang zu Beginn der eigentlichen Pilgerwanderreise am 5. Oktober ausdrückte. Kaplan Sebastian Bieberich (Herxheim) ist der geistliche Leiter der zweiten Bus-Wanderpilgergruppe.

Die täglichen Etappen betragen rund 6 Kilometer. Sie führen vorbei an Feldern, verlaufen am Wasser entlang oder durch Wälder. Nahezu täglich treffen sich die beiden Gruppen zum gemeinsamen Gottesdienst – ansonsten ist der Ablauf des Tagesprogramms unterschiedlich. Nicht nur die heiligen Messen sind für die Teilnehmer wichtige spirituelle Momente, sondern auch die morgendlichen und abendlichen Impulse, die Gebete unterwegs und nicht zuletzt das Singen geistlicher Lieder. Zudem lernen die Wallfahrer bedeutende Kirchen verschiedener Epochen und Baustilen kennen.

Zu einem besonderen Erlebnis wurde die rund zwei Kilometer lange Wanderung auf den Monte Irago in 1500 Metern Höhe, dem höchsten Punkt des spanischen Jakobswegs. Dort steht das Cruz de Ferro, das berühmte Eisenkreuz, auf einem Steinhaufen, der stetig vergrößert wird. An diesem besonderen Ort legen die Pilger mit einem mitgebrachten Stein symbolisch alles ab, was das Leben schwer macht. Auch die Speyerer Pilger brachten – teilweise von zuhause – Steine mit, die sie dort zurück ließen, um Ballast abzuwerfen.

Die Wanderpilgernden auf Camino Francés und Caminho Português

Zahlreiche weitere Pilgerinnen und Pilger aus dem Bistum sind in unterschiedlichen Gruppen unterwegs. So laufen rund 50 Wanderpilgernde auf dem Camino Francés und zwei Gruppen von jeweils 50 Frauen und Männern auf dem Caminho Português. Eine kleinere Jugendgruppe von circa 30 Pilgerinnen und Pilgern läuft ebenfalls den Caminho Português.

Sabine Penzenstadler berichtet von einem schönen Austausch innerhalb der Jugendgruppe auf dem Caminho Português: „Der Weg durch die malerischen Flusstäler ist herrlich. Besonders einprägsam war es für mich als in der Kathedrale von Tui, nach einer Andacht, fünf Geistliche jeden Pilger persönlich gesegnet haben.“

Pfarrer Alexander Klein ist nun zum dritten Mal auf dem Jakobsweg und zum ersten Mal bei der Jugendgruppe in der Rolle als geistlicher Begleiter dabei: „Natürlich habe ich mich vorher gefragt, wie es wohl mit der Gruppe klappen wird. Vor dem Pilgern habe ich mich mit dem weiteren geistlichen Begleiter, Kaplan Matthias Schmitt, zusammengesetzt und beispielsweise die morgendlichen Impulse geplant. Es herrscht eine gute Atmosphäre in unserer kleinen Gruppe. Ein herrliches Erlebnis hatte ich auf der einstündigen Schweigestrecke: Diese folgt jeden Morgen auf den Impuls. An diesem Tag ging es darum, Gott auf dem Weg zu begegnen. Ich wanderte also gerade gut gelaunt durch einen sonnigen Wald, da kam mir singend ein Ehepaar entgegen. Es sang ausgerechnet mein spanisches Lieblings-Taizé-Lied. In diesem Moment hat einfach alles gepasst!“

Gabriele Prestel erzählt davon, dass sich die beiden Wanderpilger-Gruppen auf dem Caminho Português zusammengeschlossen haben: „Bis auf ein paar Blasen geht es allen in der Gruppe gut. Morgens ist es zwar immer neblig, aber dann kommt die Sonne heraus. Wir haben ein harmonisches Miteinander, obwohl wir zusammen rund 100 Leute sind. Gerade sind wir im Anschluss an die Morgenmeditation nach Padrón unterwegs. Hier soll das Schiff angehalten haben, dass den Leichnam des Heiligen Jakobus beförderte. Dort erwartet uns dann auch die letzte Etappe, die uns nach 23 Kilometern nach Santiago de Compostela führt.“

Für Elisabeth Seidl, von den Wanderpilgern auf dem Camino Francés, ist der Jakobsweg immer eine Reise wert: „Das Gelände ist ein ewiges auf und nieder. Denn anders als man denkt, ist das galicische Tiefland keine Ebene. Doch die Hohlwege mit ihren alten Steineichen sind sehenswert. Unsere 50-köpfige Gruppe läuft weit verteilt, so findet jeder ein Grüppchen mit dem passenden Tempo. Der Zusammenhalt ist stark – Gleich zu Beginn waren nach der Anreise einige Koffer verschwunden, die erst nach drei Tagen wieder auftauchten. In der Zwischenzeit wurde sich innerhalb der Gruppe beispielsweise mit Kleidungsstücken ausgeholfen. Morgen kommt der Montel del Gozo, der „Berg der Freude“ – von dort haben wir bereits Aussicht auf die Türme der Kathedrale von Santiago de Compostela. Dann begleitet uns auch Bischof Karl-Heinz Wiesemann, mit dem wir hoffentlich einen Gottesdienst im Freien feiern können.“

Diplom-Theologe Erhard Steiger ergänzt: „Unser geistlicher Impuls handelte heute davon, einen Schritt langsamer zu gehen und dadurch die Schönheiten am Wegesrand zu entdecken. Es ging dabei auch darum, achtsam mit sich selbst umzugehen. Die Sonne scheint und wir sind mit Gott unterwegs – alles ist gut.“

Zur Bildergalerie: https://www.bistum-speyer.de/aktuelles/bildergalerien/bildergalerie-dioezesanwallfahrt-nach-santiago

 

Text/Foto: is

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