Freitag, 18. Oktober 2019

Kraft finden für das Geben

Zeit für den Austausch bot das Programm an dem Fachtag ebenfalls 

Ehrenamtliche trafen sich im Priesterseminar zum Fortbildungs- und Begegnungstag der Katholischen Krankenhaushilfe in der Diözese Speyer

Speyer. Zu einem Fortbildungs- und Begegnungstag trafen sich am 15. Oktober ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Katholischen Krankenhaushilfe im Speyerer Priesterseminar St. German. Eingeladen hatte der Caritasverband der Diözese Speyer. Es ging an dem Tag um das Thema „Vom Geben und Nehmen - von der Gabe zur Aufgabe“.  Das Tagesprogramm gestaltete Christiane Arendt-Stein, Referentin für Gemeindecaritas und Engagementförderung beim Caritasverband der Diözese Speyer, gemeinsam mit Gemeindereferentin Silke Kessler. Sie arbeitet als Klinikseelsorgerin am Pfalzklinikum Klingenmünster.  

Man kennt sie auch als „Grünen Damen und Herren“: die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Krankenhaushilfe, die sich in den Kliniken der Region Zeit für Patienten nehmen, ihnen zur Seite stehen - im Gespräch und Gebet, aber auch mit Hilfsdiensten. 39 dieser Ehrenamtlichen, 36 Damen und drei Herren, alle an vorderpfälzischen Kliniken im Einsatz, hatten die Einladung zum Fortbildungs- und Begegnungstag in Speyer angenommen.

Alle zwei Jahre findet ein solches Treffen statt, bei dem neben dem Erfahrungsaustausch praktische wie geistliche Impulse die Themen setzen. Nach dem Schwerpunkt zum Thema „Demenz“ vor zwei Jahren widmete sich die diesjährige Zusammenkunft der spirituellen Annäherung an das Thema „Vom Geben und Nehmen - von der Gabe zur Aufgabe“.

Die Frage „Was bringe ich mit?“ hatte Silke Kessler anfangs mit Bezug auf den ehrenamtlichen Dienst im Krankenhaus gestellt und anhand eines Korbes mit ihren „Gaben“ Möglichkeiten angesprochen. Das Thema wurde in Plenums- und Gruppengesprächen, geistlicher Besinnung und am Schluss auch in der gemeinsamen Andacht in der Nardini-Kapelle des Priesterseminars vertieft. Es ging darum, wie die persönlichen Gaben den ehrenamtlichen Dienst ermöglichen und den Patienten zugute kommen, wie das Teilen der unterschiedlichen Begabungen Möglichkeiten erschließt und wie neben dem Geben das Nehmen Kraft und Motivation schenkt. Aber auch, dass eine heilsame Wirkung des Dienstes der Ehrenamtlichen am Nächsten Gottes Geschenk ist.

Silke Kessler machte das in der Andacht anhand des Gleichnisses von der selbstwachsenden Saat im Markus-Evangelium deutlich: „Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch den Samen auf die Erde wirft und schläft und aufsteht, Nacht und Tag, und der Same sprießt hervor und wächst, er weiß selbst nicht, wie.“
In einer kurzen Abschlussrunde und im lebhaften Gespräch an der Kaffeetafel zogen die Teilnehmenden Bilanz des Fortbildungs- und Begegnungstags. Und die fiel durchweg positiv aus. Das zeigten die roten Punkte an, die fast vollzählig auf einem Bewertungsbogen einem lachendem Smiley für „gut“ als Sommersprossen aufgeklebt wurden - der schmollende Smiley für „schlecht“ blieb punktefrei.

Auch die Besucher bestätigten das beim gemeinsamen Kaffeetrinken: „Für mich ist es interessant, mich mit anderen auszutauschen und zu erfahren, wie es in anderen Krankenhäusern läuft. Bei diesem Tag heute waren die Themen gut ausgewählt. Die Begegnungen haben mich in meinem Dienst bestärkt und mir bestätigt, dass mein eingeschlagener Weg richtig ist. Dabei habe ich auch gelernt, was man besser oder anders machen kann“, sagte Traudl Wagner, die seit eineinhalb Jahren der Gruppe angehört, die an der Kandeler Asklepios-Klinik tätig ist und zum ersten Mal am Begegnungstag teilgenommen hatte.

Schon öfters dabei war Marianne Pfirrmann, die seit 20 Jahren die Kandeler Gruppe leitet. „Wir fünf Damen sind über das ganze Haus verteilt einmal in der Woche im Einsatz“, sagte sie. Ihr Dienst gehe oft über bloße Gespräche mit den Patienten weit hinaus „bis hin zum Wäschewaschen für Patienten, die gar niemanden haben“. Auch für Gudrun Kehl und Elisabeth Walter aus Speyer war an diesem Tag vor allem der Austausch mit den Kolleginnen wichtig.

Lioba Kast, Gruppenleiterin der elf Teilnehmerinnen aus Speyer, fügte im Gespräch an, dass die Gruppe sich jeden Monat treffe, um Organisatorisches zu besprechen, den Dienstplan aufzustellen und Erfahrungen auszutauschen. Seit 22 Jahren versehen die Damen ihren Dienst, die meisten seien von Anfang an dabei.
Neue Mitglieder für die Krankenhaushilfe seien willkommen. Das wünscht sich auch Caritas-Referentin Christiane Arendt-Stein. Zwischen 250 und 300 Ehrenamtliche sind in der Diözese derzeit in der Krankenhaushilfe aktiv, informierte die Gemeindecaritas-Referentin im Gespräch. Die meisten weiblich, „Männer treten häufig dann in den Dienst ein, wenn ihre Frauen das schon länger machen und sie selbst sich nach Einritt in den Ruhestand entscheiden, dazuzukommen.“

Kontakt:
Caritasverband für die Diözese Speyer e.V.
Gemeindecaritas und Engagementförderung
Nikolaus-von-Weis-Straße 6
 67346 Speyer

Ansprechpartnerin:
Christiane Arendt-Stein
Telefon 06232 / 209-156
E-Mail: gemeindecaritas@caritas-speyer.de

Text/Foto: Caritasverband für die Diözese Speyer