Mittwoch, 23. Oktober 2019

Heinz-Peter Schneider in den Ruhestand verabschiedet

Joachim Vatter (links), Heinz-Peter Schneider (Mitte) und Wolfgang Jochim mit der Dankurkunde des Bistums. 

Rund 38 Jahre beim Bischöflichen Ordinariat und für die Diözese Speyer in verschiedenen Funktionen tätig

Speyer. Im Rahmen einer Feierstunde im Speyerer Priesterseminar wurde Heinz-Peter Schneider, in den letzten acht Jahren als Referent für „Qualitätsmanagement in Kindertagesstätten“ für die Einführung nachhaltiger Qualitätsstandards in den rund 240 Einrichtungen im Bistum Speyer verantwortlich, in den Ruhestand verabschiedet. Der 63-jährige Diplom-Pädagoge, Magister für Politikwissenschaften und Erziehungswissenschaften, war fast 38 Jahre in unterschiedlichen Funktionen im Bischöflichen Ordinariat tätig.

Begonnen hatte Schneiders Berufsweg im Bischöflichen Ordinariat 1982 als Referent für politische Bildung beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bischöflichen Jugendamt. Von 1992 bis 2005 engagierte er sich in der Mitarbeitervertretung, zunächst als Mitglied dann als zweiter Vorsitzender, und in der Kommission zur Ordnung des Diözesanen Arbeitsvertragsrechtes (KODA), einige Jahre davon als Vorsitzender. Von Mai 2005 bis 2011 war Heinz-Peter Schneider Leiter der Abteilung „Pfarrverbände und Kindertagesstätten“, danach übernahm er als Referent die Einführung des Qualitätsmanagements in Kindertagesstätten. Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte er sich auch lange Jahre in der Pfarrei und in der Kommunalpolitik in seiner Ortsgemeinde Römerberg-Heiligenstein sowie im Kreistag.

Joachim Vatter, Leiter der Abteilung Regionalverwaltungen und Kindertagesstätten, würdigte Heinz-Peter Schneider als kompetenten, engagierten Mitarbeiter, der in allen Funktionen gezeigt habe, „dass Du ein verlässlicher Partner bist“. Beruflich und privat sei Schneider „Wege gegangen, die nicht üblich waren“. So habe er 1988 seine Arbeitszeit reduziert, um mehr Zeit für die Familie zu haben und die Zeit auch dazu genutzt, sich fortzubilden. Als Mitarbeitervertreter und KODA Mitglied „war es Dir immer wichtig, im Sinne der christlichen Soziallehre den Blick auf die Belegschaft zu richten und so schon Veränderungen mit in Gang zu setzen, die später erst umgesetzt wurden“, betonte Vatter. Er dankte ihm für seinen „hohen persönlichen Einsatz“ mit dem er unter anderem das Speyerer Qualitätsmanagement für Kindertagesstätten eingeführt und entwickelt habe, sodass inzwischen 20 Einrichtungen den Qualitätssiegel erlangten und sechs Kindertagesstätten nach dem KTK-Gütesiegel zertifiziert sind. Das Fortbildungskonzept für die Einrichtungen habe Schneider so angelegt, dass bis zum Jahr 2022 alle Kitas den Qualitätsbrief erreichten.

„Die Arbeit mit, in und für Kindertagesstätten zieht sich wie ein roter Faden durch dein ganzes Leben. Die Einführung und Entwicklung des SpeQM hast du maßgeblich geprägt“, erklärte Kanzleidirektor und Leiter der Zentralstelle Wolfgang Jochim. Er überreichte Heinz-Peter Schneider für seine langjährige Tätigkeit die Dankurkunde des Bistums.

„Nahezu 38 Jahre im Dienst eines einzigen Dienstherrn – das hätte ich mir als junger Bursche im Alter von gerade 26 Jahren zu Beginn meiner Tätigkeit nicht träumen lassen“, bekannte Heinz-Peter Schneider in seiner Abschiedsrede. Der Grundstein seines politischen Engagements sei in den ersten Berufsjahren gelegt worden. Gleichzeitig sei ihm die Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben ein zentrales Anliegen, verbunden mit der Frage „wie das alltägliche Leben (und Arbeit), eine Gemeinschaft von Menschen und die Ehrerbietung Gottes in der heutigen Zeit zusammenkommen.“

Kindertagesstätten seien ein Ort von Kirche. Als Vater von drei Kindern, die alle katholische Einrichtungen besuchten, als Mitglied im Jugendhilfeausschuss und ehrenamtlicher Trägerbeauftragter in der Kirchengemeinde, habe ihn das Thema katholische Kindertagesstätten lange beschäftig und ihn dazu bewogen, sich 2005 für die Abteilung „Pfarrverbände und Kindertagesstätten“ zu bewerben. Danach habe er es „mit drei immer wiederkehrenden Problemkreisen“ zu tun gehabt, für die Lösungen gefunden werden mussten: der ausreichenden Finanzierung der Kindertagesstätten, der Frage nach der Organisation klarer Entscheidungsstrukturen auf Träger und Diözesanebene und der Aufgabe Kitas als katholische Einrichtung zu profilieren. „Ich bin froh, dass mir dies zumindest bei dem dritten Punkt im Ansatz gelungen ist“, zog Schneider Bilanz. Das SpeQM sei inzwischen erfolgreich ausgeweitet worden und „als Führungsinstrument in der Diözese anerkannt.“ Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Prozess bei seinen Nachfolgerinnen in guten Händen sei und auch über das offizielle Projektende fortgeführt und verstetigt werde. Sein besonderer Dank für die langjährige Zusammenarbeit galt Joachim Vatter.

An der Feier nahmen neben Generalvikar Andreas Sturm und der Vertreterin des Verbandes katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) Magdalena Wilmanns, Kolleginnen und Kollegen sowie zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von Kindertagesstätten teil.

Zu Beginn der Feier hatten Prisca Forthofer und Uschi Wendel vom SpeQM-Projektteam als „Putzfrauen zur Vorbereitung einer SpeQM-Veranstaltung“ einen gelungenen humorvollen Einblick in den Qualitätsmanagement-Prozess und ein dafür aufgelegtes „Dädsch mer mol – Handbuch“ gegeben.

Musikalisch gestaltet wurde die Feier von Herbert Adam, der die gemeinsam gesungenen Lieder mit der Gitarre begleitete. Thomas Forthofer hatte einen Impuls vorbereitet.

Text/Fotos: is