Freitag, 25. Oktober 2019

Auf den Spuren der Pfälzer Missionare in Togo

Besuch bei "Aimer la vie" 

Gruppe aus der Pfarrei Hl. Elisabeth Zweibrücken und aus Jockgrim besucht Projekte in dem afrikanischen Land

Zweibrücken/Jockgrim. Seit Jahren unterstützen viele Menschen aus Zweibrücken, Jockgrim und darüber hinaus finanziell und materiell verschiedene Projekte in Togo. Über die Verwendung der Spendengelder verschafften sich Pfr. Wolfgang Emanuel und Pastoralassistentin Nina Bender aus Zweibrücken gemeinsam mit Dr. Samuel Husunu, dem Vorsitzenden der Togofreunde Jockgrim und Siegbert Kemmer, dem Ehrenvorsitzenden, Mireille Mathey der Schriftführerin und Hansjörg Benez einem Mitglied der Togofreunde, sowie Pfr. Dr. Augustin Otchopko, dem aus Togo stammenden Mitbegründer der Fondation „Aimer la Vie“ und Nicole Klein aus Dieblingen, die die Fondation „Aimer la Vie“ seit ihrer Gründung unterstützt, bei einer Reise durch das westafrikanische Land vom 9. bis 19. Oktober einen Überblick. Dabei war auch Dr. Thomas Brachtendorf, der Past-Präsident des Rotary-Clubs Homburg-Zweibrücken. Der Rotary-Club Homburg-Zweibrücken unterstützt seit zwei Jahren großzügig ein Projekt der Togofreunde Jockgrim, bei dem Frauen zu Elektrikerinnen ausgebildet werden. Die Kontakte des Clubs zu den Togofreunden in Jockgrim hat Pfr. Wolfgang Emanuel, selbst Rotarier, geknüpft. Ihm ist die Togo-Hilfe ein Herzensanliegen.

Viele positive Eindrücke
Während des zehntägigen Aufenthaltes in Togo sammelte die pfälzische Delegation viele positive Eindrücke, erfuhr große Dankbarkeit der Menschen und wandelte auf den Spuren der Pfälzer Missionare Josef Kling, Günter Lendle und Anton Klug, die 1969 zur seelsorglichen Tätigkeit nach Togo entsandt wurden. Das Bistum Speyer pflegt seit dieser Zeit enge Beziehungen zu den togolesischen Bistümern und unterstützt zahlreiche Projekte.

Von den drei Diözesanpriestern war der aus dem südwestpfälzischen Knopp stammende Pfr. Anton Klug am längsten in Togo, von 1969 bis 1983. Er stattete dem Land bis zu seinem Tod 2011 zahlreiche Besuche ab. Bei seiner letzten Reise nach Togo begleitete ihn erstmalig Pfr. Emanuel, der sich seit dieser Zeit für Pfr. Klugs Lebenswerk, der Fondation „Aimer la Vie“ („Liebe das Leben“) einsetzt. Diese Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Evangelium des barmherzigen Samariters in die Tat umzusetzen, indem sie sich im Namen Jesu und in Erinnerung an Pfr. Klug um behinderte Kinder, Frauen und Männer kümmert, um die sich sonst niemand kümmert und ihnen ein Zuhause und eine „Familie“ schenkt. Durch die Schaffung einer Lebensgemeinschaft in Hiehatro bei Atakpame, die durch Mitgefühl, Gemeinschaft mit schwachen und behinderten Menschen gekennzeichnet ist, fördert diese Stiftung das Leben dieser Menschen.  

Stiftung „Aimer la vie“ ermöglicht segensreiches Engagement
Bis heute ist Pfr. Klug, den die Menschen „MAWU LOMI“ („Gott liebt uns!“) nannten, überall im Land bekannt. Seine segensreiche Arbeit in Togo hat den Grundstein für das vielfältige Engagement aus Jockgrim und Zweibrücken gelegt und die Delegation aus Mitgliedern und Freunden des Togovereins, der Rotarier und der Stiftung „Aimer la vie“ geeint. Gemeinsam besuchten sie unter anderem das Haus für Behinderte der Fondation „Aimer la vie“ in Hihéatro, das Waisenhaus von Schwester Victorine in Aného, das Ausbildungszentrum in Gbalave, die Gehörlosenschule in Kpalime, die Krankenstation der Mutter-Teresa-Schwestern in Kpalime, das Hörgeräteprojekt der Fa. Iffland, Stuttgart im Kreiskrankenhaus Kpalime, das Lepradorf Akata und mehrere katholische Grundschulen. Sowohl in Kpalime, als auch in Lome, fanden Treffen mit den örtlichen Rotary-Clubs statt, bei denen die freundschaftliche Begegnung und die Möglichkeit zukünftiger gemeinsamer Projekte im Mittelpunkt stand.

Spendengelder kommen an
Bei ihren Besuchen der verschiedenen Projekte konnte die Delegation dank der Unterstützerinnen und Unterstützer aus Deutschland Spendengelder übergeben und sich selbst davon überzeugen, dass das Geld bei den Menschen in Togo, die dringend auf Unterstützung angewiesen sind, ankommt.  

Aufgrund ihres großen Engagements in Togo wurde die Delegation während ihrer Reise auch vom Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Togo Matthias Veltin und seiner Gattin Regina, die aus Annweiler stammt, in der Residenz in Lomé empfangen, um sich über die Aktivitäten des Vereins der Togofreunde und der Stiftung „Aimer la Vie“ auszutauschen. Auch die Bischöfe Isaac Gaglo, Nicodème Barriga und Benoît Alowonou empfingen die pfälzische Delegation, um sich mit ihnen gemeinsam über die verschiedenen Hilfsprojekte in ihren Diözesen zu unterhalten. Unvergesslich wird ebenso für alle die Gastfreundschaft im Haus der Steyler Missionare bei Pater Marian Schwark SVD in Tove in der Nähe von Kpalime bleiben.

Nach zehn ereignisreichen, abenteuerlichen, unvergesslichen und vor allem von Gott gesegneten Tagen sind mittlerweile alle wieder wohlbehalten nach Deutschland zurückgekehrt und noch immer von der Herzlichkeit der Menschen in Togo, von ihrem Glauben und ihrer Lebensfreude begeistert. „Es war ergreifend zu sehen, wie sehr die Menschen sich über die Begegnungen mit uns gefreut haben und v.a. wie sie ihrer Freunde und ihrem Glauben mit Tänzen und Gesängen Ausdruck verleihen“, so Bender.  

Pfr. Emanuel dankt allen Spenderinnen und Spendern, dass durch ihre finanzielle, materielle und ideelle Unterstützung den Menschen in Togo neue Zukunftsperspektiven ermöglicht werden können.

Text/Foto: Nina Bender