Dienstag, 29. Oktober 2019

Konflikte – Lösungen – Scheitern

 

Neutestamentliche Perspektiven zum kirchlichen Umgang miteinander

Ludwigshafen. Verstehst du, was du liest? Am Samstag, 9. November, lädt das Heinrich Pesch Haus zu einer intensiven Auseinandersetzung mit biblischen Texten ein. Dr. Michael Theobald, Professor für Neues Testament an der Universität Tübingen, zeigt, was sich aus der Entwicklung der christlichen Urgemeinden für die heutige Zeit lernen lässt: Die Apostelgeschichte zeichnet ein recht harmonisches Bild von den Anfängen der Kirche. Ihrem Verfasser Lukas lag nicht daran, Konflikte der ersten Gemeinden in den Vordergrund zu rücken, sondern zu zeigen, wie sich alles kontinuierlich aus der Botschaft Jesu entwickelte und die Kirche über Israel hinaus gottgewollt in die Völkerwelt hineinwuchs. Wer sich in die Paulusbriefe vertieft, wird aber rasch feststellen, wie viele Konflikte religiöser, ethnischer und sozialer Natur von den frühen Gemeinden im Inneren wie im Spannungsfeld zwischen Judentum und paganer Kultur zu bewältigen waren. Selbst Texte, die ein Scheitern im Umgang mit kirchlichen Verwerfungen dokumentieren wie der erste Johannesbrief, können in der Krise der Gegenwart mit neuem Gespür für Sinnpotential gelesen werden. Die ganztägige Veranstaltung bietet viel Raum für gemeinsame Lektüre und Diskussion. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Der Referent:

Prof. Dr. Michael Theobald studierte in Bonn und Münster katholische Theologie und Philosophie. Von 1985 bis 1990 war er Professor für biblische Theologie in Berlin, seit 1990 Professor für Neues Testament an der Katholisch-Theologischen Fakultät Tübingen. Thoebald ist Vorsitzender des Katholischen Bibelwerks e.V. Stuttgart und Mitglied der Nationalakademie Leopoldina Halle a. d. Saale. Seine Kommentare zum Römerbrief und zum Johannesevangelium sind nur zwei von zahlreichen wegweisenden exegetischen Veröffentlichungen. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Passions-erzählungen und der Prozess Jesu, die johanneische und paulinische Theologie im frühjüdischen Kontext und die deuteropaulinische Literatur (Epheserbrief, Pastoralbriefe).

Anmeldung:

Die Veranstaltung findet am Samstag, 9. November, von 11 bis 16 Uhr statt. Eine Anmeldung ist unter Telefon 0621 5999-162 oder per Mail an anmeldung@hph.kirche.org erforderlich. Die Veranstaltung kosten 55 Euro inklusive Verpflegung.