Donnerstag, 07. November 2019

Stabwechsel in der Hauptabteilung „Schulen, Hochschulen und Bildung“

Dr. Irina Kreusch 

Verabschiedung von Dr. Christoph Kohl und Einführung von Ordinariatsdirektorin Dr. Irina Kreusch als Nachfolgerin in der Leitung der Hauptabteilung

Speyer. Mit einer Vesper im Speyerer Dom ist der langjährige Leiter der Hauptabteilung „Schulen, Hochschulen und Bildung“ des Bischöflichen Ordinariats, Dr. Christoph Kohl, aus seinem Amt verabschiedet worden. Er nimmt seit Juli zusätzlich zu seinem Amt als Domdekan auch die Aufgabe des Domkustos für die Speyerer Kathedrale wahr. Als neue Leiterin der Hauptabteilung wurde Ordinariatsdirektorin Dr. Irina Kreusch in ihr Amt eingeführt. Sie hat diese Aufgabe bereits zum 1. Oktober übernommen.

„Christliche Bildung will junge Menschen in die Freiheit des Geistes, der Wahrheit und der Liebe einführen“, kennzeichnete Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in seiner Predigt das christliche Bildungsverständnis. Junge Menschen sollen befähigt werden, ihre Charismen zu entdecken und selbst zu Zeugen der christlichen Botschaft zu werden. „Das war innerster Kern Ihres Einsatzes“, würdigte er das Engagement von Christoph Kohl. Er überreichte Irina Kreusch die Ernennungsurkunde und wünschte ihr, dass „der Geist Jesu sie leiten möge“.

Generalvikar Andreas Sturm skizzierte die Lebensstationen von Christoph Kohl, der zunächst Hochschulpfarrer an der Katholischen Hochschulgemeinde in Kaiserslautern war, bevor er 2004 zum Leiter der Hauptabteilung „Schulen, Hochschulen und Bildung“ berufen wurde. „Schule und Bildung waren Dir nicht nur berufliche Aufgabe, sondern eine echte Herzensangelegenheit“, dankte er Kohl für seinen Einsatz. Er habe die Hauptabteilung „Schulen, Hochschulen und Bildung“ zu einem „wichtigen und unverzichtbaren Teil“ des kirchlichen Sendungsauftrages gemacht. Seine Nachfolgerin Irina Kreusch charakterisierte er als „perfekte Nachfolgerin“ und „leidenschaftliche Anwältin“ für Schule und Bildung. „Mehr denn je brauchen wir heute eine Bildung, die mehr ist als das Abspulen von Auswendig Gelerntem.“ Sturm plädierte für eine Bildung, „die Erkenntnis vermittelt, Herzen bildet und aus einer christlichen Überzeugung heraus zu einem verantworteten Menschsein erzieht“.

In Grußworten scheint die Vielfalt der Bildungslandschaft auf

In Vertretung für die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig überbrachte Abteilungsleiter Dr. Michael Thews den Dank und die Glückwünsche der Landesregierung. Er würdigte Christoph Kohl als „präzisen Analytiker, der den Themen mit wissenschaftlicher Sorgfalt auf den Grund ging und damit ein sensibles Gespür für die Bedürfnisse der jungen Menschen zu verbinden wusste.“ Zugleich bekannte er sich zur engen Zusammenarbeit zwischen Kirche und Staat: „Nur gemeinsam können wir Erfolge erzielen.“ Die katholischen Einrichtungen stünden „in herausragender Weise“ für ein Bildungssystem, das „von Vielfalt und Wahlmöglichkeiten bestimmt ist und das die Vermittlung von Toleranz, Beziehungs- und Konfliktfähigkeit zum Ziel hat“.

„Ein Mann mit klugem Kopf und weitem Herz“: So würdigte Oberkirchenrätin Dorothee Wüst von der Evangelischen Kirche der Pfalz Christoph Kohl. Sie dankte für das kollegiale Miteinander und warb dafür, „das Verbindende zwischen den christlichen Kirchen stark zu machen und immer öfter im Schulterschluss zu handeln“. Elisabeth Vanderheiden rückte die Katholische Erwachsenenbildung ins Blickfeld der Zuhörer: „Sie trägt dazu bei, das Grundrecht auf Bildung umzusetzen und liegt damit an der Schnittstelle zwischen Kirche und Welt.“ Irina Kreusch überreichte sie einen Schlüssel - „zur Lösung komplexer Fragen und um zu den Herzen der jungen Menschen Zugang zu finden“.

Für das Institut der katholischen Theologie der Universität Koblenz-Landau auf dem Campus Landau überbrachte Prof. Matthias Bahr Grüße: „Der Stabwechsel erfolgt in unruhigen Zeiten.“ Vieles von dem, was im Feld von Religion und Glaube früher selbstverständlich war, werde weniger. Umso mehr komme es darauf an, mit einem guten, zeitgemäßen Religionsunterricht jungen Menschen einen Zugang zum Glauben zu erschließen und Antwort auf Fragen von heute zu geben. Dank und Grüße der katholischen Schulen im Bistum brachte Jutta Brummer, die Leiterin der Maria-Ward-Schule in Landau, zum Ausdruck. Schülervertreterin Lara Motz beschrieb ihre Schule als „starke Gemeinschaft, die uns zu gegenseitiger Annahme, Toleranz und Verantwortung führt“. Einen Glanzpunkt der Veranstaltung setzte Schülerin Annika Becker mit einem Liedvortrag zum Thema „Träume“.

Christoph Kohl: „Bildung ist ein starkes Stück Kirche“

Der Einsatz für Schule und Bildung, „der Dialog, das Vermitteln und das Brücken schlagen zwischen Kirche und Gesellschaft“ habe ihm viel Freude gemacht, bekannte Christoph Kohl in seinem Abschiedswort, und das aus der dreifachen Perspektive „als Mensch, Theologe und Priester“. Es tue gut, Schule, Hochschule und Bildung als „ein zentrales und gemeinsames Anliegen der Kirche von Speyer zu spüren“. Bildung sei „ein starkes Stück Kirche“, gerade angesichts der aktuellen Übergänge in Kirche und Gesellschaft. Im Blick auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt, auf gemeinsame Grundwerte und den Diskurs über grundlegende Fragen habe der Glaube etwas zu bieten, das „wir selbstbewusst und demütig einbringen dürfen“. Die Gesellschaft brauche „wache und starke Persönlichkeiten mit der Fähigkeit zu Mitgefühl und Solidarität“ mehr denn je. Jesus traue seinen Nachfolgerinnen und Nachfolgern zu, „Licht der Welt“ zu sein. „Mit seinem Zuspruch können auch wir uns etwas zutrauen.“

Irina Kreusch: „Die Türen zum Haus der christlichen Bildung weit öffnen“

Ordinariatsdirektorin Dr. Irina Kreusch dankte für das Vertrauen, das mit der neuen Aufgabe verbunden ist, und führte den Teilnehmenden die Vielgestaltigkeit der Hauptabteilung „Schulen, Hochschulen und Bildung“ vor Augen. Sie ist für die katholischen Schulen im Bistum Speyer sowie den katholischen Religionsunterricht an allen Schulen im Bistumsgebiet zuständig. Mit Schulprojekten von Globalem Lernen bis zur Sexualpädagogik, der Hochschularbeit sowie der Erwachsenenbildung mit vielen Kooperationen zu Tagungshäusern und Verbänden bietet sie Bildung für alle Altersgruppen an. „Das Haus der christlichen Bildung lebt von Menschen, die es mit ihren Ideen und biographischen Prägungen gestalten.“ Irina Kreusch warb dafür, die Türen weit zu öffnen und die Räume des Hauses im Sinne der Freiheit und Würde des Menschen gut zu nutzen. Über dem Eingang stehe für sie die doppelte Aufforderung „Tritt ein und frage Dich, was Jesus getan hätte“ und „Habe Mut zur Gottesfrage“.

Im Anschluss an den Gottesdienst, der musikalisch von Domorganist Markus Eichenlaub und der Schola der Dommusik gestaltet wurde, versammelten sich Gäste und Kollegen, Freunde und Weggefährten im Friedrich-Spee-Haus zu Begegnung und Gespräch.

Bildergalerie:

https://www.bistum-speyer.de/aktuelles/bildergalerien/wechsel-leitung-schulabteilung/

Informationen zur Hauptabteilung „Schulen, Hochschulen und Bildung“:

https://www.bistum-speyer.de/bistum/aufbau-und-organisation/verwaltung/ha-schulen-hochschule-bildung/